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Finale

Lena Meyer-Landrut singt sich nach Oslo

Am Ende, als die Show gelaufen ist, stehen die, die mit ihr gezittert, gebangt und gehofft haben, hinter der Bühne im großen Studiokomplex an der Kölner Schanzenstraße und freuen sich mit Lena Meyer-Landrut.
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Lena Meyer-Landrut gewinnt in Köln und fährt nach Oslo.

Lena Meyer-Landrut gewinnt in Köln und fährt nach Oslo.

© dpa

„Jawoll!“, ruft Cyril Krueger (22), der extra nach Köln gereist war, um sie zu unterstützen, „das war ja klar! Ich freue mich riesig.“ Und auch ihre Freundinnen Naomi Grillo (19) und Wiebke Sänger (19) sind von den Socken: „Megageil!“, sagt Naomi, „die geile Schnitte hat's gepackt.“ „Hervorragend“, freut sich Wiebke. „Jetzt wird angestoßen.“

Es war ein Start-Ziel-Sieg für Lena Meyer-Landrut. Von ihrem ersten Auftritt am 2. Februar an galt die Hannoveranerin als Kandidatin der Herzen. „Da springt die Freude einfach rüber. Ich fand's spitze“, urteile Chefjuror Raab. „Mit heißen Bäckchen“ und trotz „Bauchschmerzen“ vor Aufregung gab sie ihr Bestes – und gewann.

"Das ist so derbe", sagte sie selbst. "Ich zittere richtig. Ich glaube, ich verstehe das erst später. Es ist so verdammt derbe."

Es war eine anspruchsvolle Show – nicht nur für das Publikum, das einen verzwickten Wahlmodus durchdringen musste, sondern vor allem für die beiden 18-jährigen Kandidatinnen. Drei völlig unbekannte Lieder mussten sie einstudieren, viermal sangen sie gegeneinander. Am Ende wählten die ARD-Zuschauer „Satellite“ zum deutschen Beitrag für den Eurovision Song Contest am 29. Mai, einen flotten Titel, den Meyer-Landrut als fröhliches Mini-Musical samt Meckereinlage interpretierte – mit ihrem typischen Tanzstil, der entfernt immer ein bisschen an „Puppet on a string“ (1967) von Sandy Shaw erinnert.

Erster Beitrag war der Sommer-Sonne-Gute-Laune Song „Bee“, der Lena Meyer-Landrut laut Gastjuror Xavier Naidoo „wie auf den Leib geschneidert“ war. Brauns Version dagegen blieb etwas blass. Den zweiten Songkandidaten „Satellite“ interpretierte Jennifer Braun mit Unterstützung der Raab-Hausband „heavytones“ als Schlagerballade. Die Halle war nicht überzeugt. Kein Fußtrampeln, kein Gejohle, eher Achtungsapplaus. Erst im dritten Durchgang, als beide je einen individuellen Titel präsentierten, gelang Jennifer Braun mit dem Rocksong zum Taktklatschen „I Care For You“ ihr bester Beitrag des Abend. Lena Meyer-Landrut hatte sich für die swingende, moderne Poprocknummer „Love me“ entschieden. Das Publikum freilich wählte stattdessen „Satellite“ zu ihrem Oslo-Titel.

Nichts war zu spüren von einer Konkurrenz zwischen den Kandidatinnen, deren Hotelzimmer in Köln direkt nebeneinander liegen (Lena: „Wir kommunizieren ausschließlich per Morsezeichen.“) Abseits der Kameras lachten, scherzten und kicherten sie fröhlich. Bis tief in die Nacht geht die After-Show-Party. Auch der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff gratuliert per SMS: „Hut ab! Ich freue mich total mit ihr. Lena hat von den ersten Sendungen an die Zuschauer verzaubert und deren Herzen gewonnen.“

Am Ende kam es nicht nur auf die Stimme an an diesem Abend. Es zählten Interpretationsgabe, Unverwechselbarkeit, Zauber. Bei allem, was von Lenas Konkurrenten in Oslo bisher bekannt ist – soviel steht fest: Sie fällt aus dem Rahmen. Die volle Unterstützung des Heimpublikums ist ein klarer Vorteil, auf internationalem Parkett aber völlig bedeutungslos. Im Grunde beginnt das Abenteuer für Lena jetzt von vorn. Ein Album soll in Rekordzeit entstehen, die Single war bereits fertig produziert und wurde noch in der Nacht zu Sonnabend bei den Internetportalen zum Download freigeschaltet und liegt von heute an in den Läden.
„Du erzählst halt eine Geschichte“, sagte Raab über Lena. „Die Leute bleiben einfach dran.“ Demnächst mehr von ihr. In Oslo.

Imre Grimm und Jan Sedelies


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