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Bombenanschlag in USA: Obama verspricht Täter zu fassen

Boston-Marathon Bombenanschlag in USA: Obama verspricht Täter zu fassen

Nachdem bei einem Terrorangriff auf den Boston-Marathon drei Menschen starben und mehr als 100 verletzt wurden, verspricht US-Präsident Barack Obama, die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Der HAZ-Korrespondent Stefan Koch berichtet aus Washington von den Ereignissen.

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Die Ziellinie des Boston-Marathons nach dem Anschlag.

Quelle: dpa

Washington. "Wir werden herausfinden, wer das getan hat. Und wir werden ihn dafür verantwortlich machen." Nach den Bombenanschlägen auf den Boston-Marathon versicherte US-Präsident Barack Obama seinen Landsleuten am Montagabend (Ortszeit) in einer eindringlichen Rede, dass er die Hintermänner des Verbrechens zur Verantwortung ziehen wird.

Der Chef des Weißen Hauses warnte allerdings vor voreiligen Schlüssen: "Wir wissen bisher nicht, wer das getan hat. Aber wir werden es herausfinden." Während Obama bei der Beschreibung des Attentats sehr vage blieb, bestätigten Mitarbeiter seiner Administration in Washington, dass die Explosionen wie einen Terrorangriff einstuft werden. Das FBI übernehme die Untersuchungen, und die Sicherheitsvorkehrungen in Boston, New York City und in Washington DC seien drastisch erhöht worden. Unzählige Polizisten kontrollierten in der Nacht zum Dienstag das Geschehen an öffentlichen Einrichtungen, Hotels und U-Bahnen. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg schickte am Montagabend die mehr als 1000 Mann seiner Antiterroreinheiten auf Patrouille.

Bei den Bombenanschlägen starben am Montag drei Menschen, darunter ein achtjähriger Junge, der seinem Vater an der Ziellinie zujubeln wollte. 144 Sportler und Zuschauer wurden nach Angaben des US-Senders CNN verletzt, 17 sollen sich in einem kritischen Zustand befinden. Zehn Verletzten mussten Gliedmaßen amputiert werden. Eine Stunde nach den Detonationen entlang der Laufstrecke kam es an der John F. Kennedy Bibliothek zu einer weiteren Explosion. Ob auch dieser Vorfall im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Marathon steht, wird zurzeit noch untersucht.

Die Behörden forderten die etwa 25.000 Sportler und 500.000 Zuschauer auf, sich umgehend in ihren Häusern und Hotels in Sicherheit zu bringen und abzuwarten, bis Entwarnung gegeben wird.

Wie die Sportlerin Kathryn Speakman am Abend (Ortszeit) dieser Zeitung sagte, habe sich die erste Detonation unmittelbar vor der Ziellinie ereignet: "Die erste Bombe zündete direkt hinter den Zuschauerreihen. Ich sah mehrere Verletzte. Überall war Blut. Dann knallte es ein zweites Mal." Die 35-jährige Langstreckenläuferin aus Washington blieb unverletzt, bekam aber die Druckwelle der Bombe deutlich zu spüren. Viele Sportler und Zuschauer hätten sich in den angrenzenden Häusern in Sicherheit gebracht. "Es war ein schreckliches Gefühl. Meine Freunde und ich fühlten uns an die Anschläge vom 11. September 2001 erinnert", sagt Speakman.

Bostons Polizeichef Ed Davis ist überzeugt, dass die Anschläge von langer Hand geplant wurden: "Die Explosionen ereigneten sich in einem Abstand von knapp 100 Metern. Es wurden viele Menschen getroffen." Genauere Angaben lassen sich bisher zu den Attacken allerdings nicht machen. Um Fernzündungen zu verhindern, schaltete die Polizei das gesamte Mobilfunknetz der Großstadt Boston zeitweise ab.

Der Kongressabgeordnete William Keating aus Massachusetts sprach in der Nacht zu Dienstag von einer "genau geplanten und hoch entwickelten Angriff".  Nach den zwei Explosionen seien zwei weitere Sprengsätze entdeckt worden. Bei CNN äußerten mehrere Fachleute den Verdacht, dass es sich um einheimische Terroristen handeln könnte, da Sprengsätze anderer Bauart ein noch größeren Schaden hätten anrichten können.

An dem traditionsreichen Marathon sollen sich auch etwa 250 Deutsche beteiligt haben. Hinweise auf verletzte deutsche Staatsbürger gibt es zurzeit nicht.


Bombenanschlag beim Boston-MarathonStepMap


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