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Panorama Dänen finden U-Boot-Wrack aus NS-Zeit
Nachrichten Panorama Dänen finden U-Boot-Wrack aus NS-Zeit
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16:19 17.04.2018
U 534 war zusammen mit U3523 am 2. Mai 1945 aus Kiel ausgelaufen und vor Dänemark versenkt worden. 1993 hoben die Dänen das U-Boot und durchsuchten es. Quelle: Frank Behling
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Thyborøn/Kiel

Dänische Forscher haben das Geheimnis von „U 3523“ gelüftet. Es ist das letzte bei Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg versenkte deutsche U-Boot.

Die Fahrt begann am 2. Mai 1945 in Kiel und endete zwei Tage vor Kriegsende am 6. Mai 1945 in der dänischen Nordsee. Das U-Boot „U 3523“ gehörte zu den modernsten deutschen U-Booten des Typs XXI. Doch bevor es andere Schiffe versenken konnte, wurde es im Skagerrak durch einen britischen Bomber versenkt.

Dänische Forscher fanden „U 3523“

„Das ist ein ganz besonderes U-Boot. Topmodern und seiner Zeit weit voraus“, sagte Gert Normann Andersen, der Direktor des Seekriegs-Museums Jütland. Forscher des Museums untersuchen und kartografieren für ein Kulturprojekt in Dänemark derzeit alle Wracks in der Nordsee. Beim Absuchen des Meeresbodens mit einem Sonar sei das U-Boot „U 3523“ etwa zehn Seemeilen nördlich von Skagen entdeckt worden, teilte das Museum am Freitag mit.

Das 76 Meter lange U-Boot steckt mit dem Bug im Meeresboden (siehe Screenshot), während das Heck gut 20 Meter in die Höhe ragt. Bei der Suche nach dem Namen des Bootes stießen die Forscher auf Positionsangaben einer Bomberbesatzung des 86. Squadrons der Royal Air Force aus Schottland. Sie hatte am Abend des 6. Mai 1945 nördlich von Skagen ein Seerohr gesichtet und mit Wasserbomben angegriffen. Alle 58 U-Bootfahrer starben.

Das U-Boot „U 3523“ war am 2. Mai 1945 aus Kiel ausgelaufen und am 6. Mai 1945 - zwei Tage vor Kriegsende in Europa - von einem britischen Flieger versenkt worden. Einen Tag zuvor hatten die deutschen Truppen in Dänemark, Norddeutschland und den Niederlanden bereits kapituliert. Deshalb gehen die Museums-Experten davon aus, dass das U-Boot nicht im Kriegseinsatz, sondern wohl auf der Flucht war.

Letztes Ziel ist unklar

Nach dem Krieg habe es viele Gerüchte gegeben, dass Nazis mit U-Booten und wertvoller Fracht wie Gold und Gemälden in Richtung Südamerika geflüchtet seien. „Doch ob das auch das Ziel der letzten Fahrt dieses U-Bootes war, weiß niemand. Genauso wenig wie, ob das U-Boot Wertgegenstände oder Passagiere an Bord hatten, die nicht zur festen Besatzung von 58 Mann gehörten“, erklärte das Museum.

Pläne, das U-Boot aus 123 Metern Tiefe zu heben, um diese Fragen zu beantworten, gebe es zunächst nicht.

Die ersten größeren U-Boote

Das U-Boot „U 3523“ gehörte zu 118 Booten des modernen Typs XXI. Sie waren die ersten größeren U-Boote, die durch neue Batterietechnologie über eine längere Zeit unter Wasser bleiben konnten. Laut Museum hätte das jetzt entdeckte Boot zudem ohne Zwischenstopp bis nach Südamerika fahren können.

„U 3523“ wurde in Danzig gebaut und im Januar 1945 in Dienst gestellt. Im Februar 1945 kam es über Travemünde nach Kiel. Als am 2. Mai 1945 britische Truppen Hamburg erreichten, verließ das von Oberleutnant Willi Müller geführte U-Boot Kiel. Ziel war gemäß Befehl Horten in Norwegen.

„U 534“ lief mit „U 3523“ aus Kiel aus

Für die Fahrt über Skagerrak und Kattegat schloss sich „U 3523“ einem Konvoi mit drei anderen U-Booten an. Von dem Quartett kam aber nur eins heil in Horten an. Drei U-Boote wurden Opfer britischer Bomber.

Eines der Boote war „U 534“. Dieses U-Boot ließ ein dänischer Verleger 1993 in der Erwartung, Nazi-Gold, Juwelen und Kunstwerke darin zu finden, heben. Doch in „U 534“ waren nur Munition, Papiere, Uniformen und Kondome. Das Boot liegt heute als Museumsboot in Birkenhead bei Liverpool. Ein anderes U-Boot des Typs XXI liegt als Museumsboot in Bremerhaven.

450 Wracks gefunden

Das Seekriegs-Museum in Jütland hat nach eigenen Angaben bisher 450 Wracks in Nordsee und Skagerrak gefunden, darunter drei britische und neun deutsche U-Boote.

Von Frank Behling/KN-online/RND

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