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Nachrichten Panorama Die Welt versinkt in den Fluten
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17:21 01.09.2017
Die indische Metropole Mumbai versinkt in den Fluten. Quelle: dpa
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Mumbai/Warri/Houston

2017 ist ein Jahr der Klimakatastrophen: Im westafrikanischen Nigeria haben Überschwemmungen 100 000 Menschen in die Flucht getrieben. In Südasien sind mehr als 2100 Menschen bisher in Wassermassen ums Leben gekommen. Millionen Häuser wurden zerstört, Krankheiten drohen auszubrechen. In den USA könnte Hurrikan „Harvey“ zum teuersten Naturereignis in der Geschichte der Vereinigten Staaten werden. Ein Überblick über die Flutkatastrophen weltweit:

Hurrikan „Harvey“:

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18 Menschen mussten mit dem Helikopter aus einer Grundschule in Pine Forrest in Vindor (Texas USA) geborgen werden.

Die Auswirkungen von Hurrikan „Harvey“, der die USA seit vergangenem Freitag in Atem hält, sind in der Tat verheerend: 100 000 Häuser in den Überflutungsgebieten um die Millionenmetropole Houston und in weiteren Gegenden von Texas und Louisiana seien beschädigt worden, teilte das Weiße Haus mit. Die Behörden befürchteten viele Tote – wie viele, ist noch unklar. CBS meldete unter Berufung auf die Behörden des Bezirks Harris County 25 Tote, in anderen Berichten war von bis zu 39 Opfern die Rede. „Harvey“ könnte zum teuersten Naturereignis in der US-Geschichte werden. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, hatte bereits am Mittwoch erklärt, er erwarte alleine Kosten für die Nothilfe der Bundesregierung von weit mehr als 100 Milliarden Dollar.

Monsun in Südasien:

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Ein Straßenverkäufer in Dhaka (Bangladesch) versucht, sich mit Folie vor den Regenfällen zu schützen.

Doch nicht nur die USA ächzt derzeit unter den heftigen Überflutungen: In der Monsunzeit sind in Südasien mehr als 2100 Menschen gestorben. In Indien lag die Zahl der Todesopfer bei 1687, wie die nationale Katastrophenschutzbehörde am Freitag mitteilte. In Nepal waren es nach Angaben der Vereinten Nationen 159 Tote und in Bangladesch 144. Die Behörden in Pakistan sprachen von 115 Opfern. Der deutliche Anstieg in Indien beruhte auf aktualisierten Angaben der Behörden in den sechs am stärksten betroffenen Bundesstaaten. Die Wasserpegel sanken dort zuletzt.

Die südasiatische Monsunzeit dauert in der Regel von Juni bis September, jedes Jahr sterben zahlreiche Menschen. In diesem Sommer erlebt die Region den verheerendsten Monsun seit vielen Jahren. Je ein Drittel der Fläche von Nepal und Bangladesch stand Mitte August unter Wasser. Nach Schätzungen von UN und Rotem Kreuz sind in Indien, Nepal und Bangladesch insgesamt rund 40 Millionen Menschen betroffen. Millionen Häuser wurden beschädigt und mehr als eine Million Hektar Anbaufläche zerstört. Bei sinkendem Wasserstand besteht zudem die Gefahr, dass sich Krankheiten ausbreiten.

Die am stärksten betroffenen indischen Regionen sind ländliche Gegenden im Norden und Osten. Auch an der Westküste gab es Opfer: In der Finanz- und Film-Metropole Mumbai war am Dienstag so viel Regen gefallen wie seit zwölf Jahren nicht mehr an einem Tag. Die Stadt, mit fast 20 Millionen Einwohnern eine der größten der Welt, stand unter Wasser und kam praktisch zum Stillstand. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben.

Mehrere Organisationen und Regierungen kündigten Hilfe an: Die Europäische Union sagte am Freitag zwei Millionen Euro für Indien, Bangladesch, Myanmar und Nepal zu. Google teilte mit, dass das Unternehmen eine Million US-Dollar (etwa 841 000 Euro) spenden werde. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef kündigte ein verstärktes Engagement in Bangladesch an. Australiens Regierung sagte zwei Millionen australische Dollar (rund 1,33 Millionen Euro) für Nepal zu. World Vision rief in Deutschland zu Spenden auf.

Überschwemmungen in Nigeria:

Die Überschwemmungen im Inneren Nigerias haben nach Angaben des Präsidenten mehr als 100 000 Menschen in die Flucht getrieben. Ob das Hochwasser im Staat Benue auch Menschen das Leben gekostet hat, war am Freitag zunächst nicht bekannt. Präsident Muhammadu Buhari sagte, Rettungsmannschaften seien in die Region entsandt worden.

In Benue kommt es häufiger zu Überschwemmungen, ein großer Fluss gleichen Namens fließt durch das Gebiet. 2012 standen mehr als 50 000 Haushalte unter Wasser, Dutzende Menschen starben. Seit Beginn der Regenzeit kamen landesweit mehr als 30 Menschen in Nigeria wetterbedingt ums Leben.

Von RND/iro/dpa

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