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Panorama Ehekrise im Weißen Haus?
Nachrichten Panorama Ehekrise im Weißen Haus?
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15:31 02.02.2018
Angespannte Stimmung: Donald und Melania Trump wirken bei öffentlichen Auftritten oft nicht gerade vertraut und innig. Quelle: Fotos: Getty
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Washington

Russlandaffäre, Steuerreform, Einwanderungsgesetze – die Administration von Donald Trump bietet dem Machtapparat in der US-Hauptstadt eigentlich genug Gesprächsstoff. Doch mehr als für die politischen Streitpunkte interessieren sich die Washingtonians in diesen Tagen für eine ganz andere Frage: Wo schläft die First Lady eigentlich?

Noch fehlt es an einer offiziellen Bestätigung. Aber im Weißen Haus gilt es als offenes Geheimnis, dass Melania Trump seit dem jüngsten Skandal der Regierungszentrale über Nacht regelmäßig entflieht. Sie soll in einem luxuriösen Hotel unterkommen, heißt es.

Zahlte Trump Schweigegeld an „Stormy Daniels“?

Die Berichte über die Affäre, die ihr Ehemann unmittelbar nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes Barron mit der Pornodarstellerin Stefanie Clifford unterhalten haben soll, setzen der 47-Jährigen offenbar zu. Da ausgerechnet das konservative und sonst eher staubtrockene „Wall Street Journal“ über ein Schweigegeld in Höhe von 130 000 Dollar berichtet, das Clifford von Trump vor einem Jahr erhalten haben soll, erübrigen sich viele Fragen.

Noch im Jahr 2011 hatte Clifford, genannt „Stormy Daniels“, gegenüber der Zeitschrift „InTouch“ über die kurzzeitige Beziehung zu dem Immobilienmogul geplaudert.

Stefanie Clifford oder auch „Stormy Daniels“ ist ein Name der im Zusammenhang mit Donald Trumps Frauengeschichten oft fällt. Quelle: Getty

Viele Beobachter fragen sich allerdings eher, ob Trump als erster Präsident in die amerikanische Geschichte eingeht, der in seiner Amtszeit einem Scheidungsprozess entgegensieht.

Denn zu dem, was sich mit „Stormy Daniels“ zugetragen haben soll, gesellte sich dann das Gerücht, Trump habe etwas mit seiner Kommunikationschefin, Hope Hicks. Das ist kein neues Gerücht. Michael Wolff hatte das unbelegte Geraune in sein aufsehenerregendes Buch „Fire and Fury“ gewebt und fand womöglich, es habe zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Also wiederholte er es solange in TV-Interviews, bis Medien darauf ansprangen.

Hope Hicks steht ebenfalls im Visier der Klatschpresse. Quelle: Getty

Es war interessant, wie rasch über Hicks der Stab gebrochen wurde. Im Gegensatz zu Melania Trump, die fast schon zur Sympathieträgerin geworden ist. Nicht ohne Grund: Das frühere Mannequin erweist sich als Meisterin der nonverbalen Kommunikation.

So wurde es in Washington als besonderes Zeichen verstanden, dass die First Lady in der vergangenen Woche – ohne Pressebegleitung – die Holocaust-Gedenkstätte unweit des Weißen Hauses besuchte, während ihr Ehemann in Davos über seine „America First“-Agenda sprach. Den ursprünglichen Plan, gemeinsam in die Schweiz zu fliegen, hatte sie kommentarlos über den Haufen geworfen.

Trump musste sich von John Kelly begleiten lassen

Als eindeutige Botschaft gilt vor allem aber der Abend der „State of the Union Address“. Während sich Trumps Amtsvorgänger auf ihrem Weg vom Weißen Haus zum Kapitol traditionell von ihren Ehefrauen begleiten ließen, preschte sie mit einem eigenen Konvoi kurzerhand vorweg. Dem 71-Jährigen stand der Ärger ins Gesicht geschrieben, als er wenige Minuten später seinen Amtssitz verließ und sich notgedrungen von seinem Stabschef John Kelly begleiten lassen musste.

Im Alleingang: Melania Trump beim Abend der „State of the Union Address“ im weißen Hosenanzug von Dior. Das Outfit wurde durchaus als Abgrenzung gedeutet. Quelle: AP

Nicht nur Melanias Alleingang wurde als Statement verstanden, sondern mehr noch ihre Kleidung: Sie trug einen weißen Hosenanzug – ähnlich wie ihn Hillary Clinton auf ihrem Nominierungsparteitag in Philadelphia getragen hatte.

So mancher Gast im Kongress fühlte sich aber auch an die Suffragetten-Bewegung erinnert, die vor knapp 100 Jahren in Großbritannien und den USA – zumeist ganz in Weiß – für das Frauenwahlrecht demonstrierte. Vor einem Jahr, bei Trumps erstem Auftritt vor dem Kongress, hatten sich die Oppositionspolitikerinnen in Anlehnung an die Suffragetten ebenfalls in Weiß gekleidet. Kaum jemand dachte am Dienstag jedenfalls daran, dass es sich einfach nur um einen eleganten Hosenanzug von Christian Dior handeln könnte.

Alle applaudierten, nur die First Lady blieb wie versteinert sitzen

Wer die Regierungserklärung nicht am Fernseher, sondern direkt im Parlament verfolgte, konnte zudem noch eine weitere bemerkenswerte Situation beobachten. Ausgerechnet in dem Moment, als der Präsident von der Bedeutung der Familie und des Glaubens sprach und sämtliche Republikaner begeistert aufsprangen, um ihm stehend Beifall zu spenden, blieb sie versteinert sitzen.

Wolf Blitzer, CNN-Frontmann und bekannt für seine nüchternen Urteile, sagt dazu: „Seit den Clintons gab es kein Präsidentenpaar mehr, das eine so angespannte Beziehung hatte.“

Von Stefan Koch/RND

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