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Panorama Trotz Haftbefehl: Fahrdienstleiter wieder frei
Nachrichten Panorama Trotz Haftbefehl: Fahrdienstleiter wieder frei
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17:00 08.05.2018
An der Unfallstelle haben die Ermittler ihr Arbeit aufgenommen. Quelle: dpa
Aichach

Nach dem schweren Bahnunfall mit zwei Toten und 14 Verletzten ist am Dienstag gegen den Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn Haftbefehl erlassen worden. Gegen Auflagen wurde der Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts der fahrlässigen Tötung allerdings außer Vollzug gesetzt, da keine unmittelbare Fluchtgefahr bestehe, teilte das Augsburger Polizeipräsidium mit. Der 24-Jährige ist wieder auf freiem Fuß. Die Ermittler werfen dem Mitarbeiter der Deutschen Bahn vor, für das Unglück beim schwäbischen Aichach verantwortlich zu sein.

Auf einer eingleisigen Strecke sind im bayerischen Aichach zwei Züge kollidiert. Zwei Menschen starben.

Am Montagabend war eine mit etwa 30 Fahrgästen besetzte Regionalbahn auf dem Weg von Augsburg nach Ingolstadt auf einen stehenden Güterzug geprallt. Warum beide Züge auf demselben Gleis unterwegs waren, ist im Detail noch unklar. Die Kripo schließt nach den bisherigen Ermittlungen eine technische Panne aus und sieht auf jeden Fall menschliches Versagen des Fahrdienstleiters als Ursache. Allerdings könne noch nicht gesagt werden, was der 24-Jährige konkret falsch gemacht hat. „Dafür ist es noch viel zu früh“, sagte Polizeisprecher Markus Trieb. Der 37 Jahre alte Zugführer des Personenzuges und eine 73 Jahre alte Passagierin starben bei dem Unglück.

Die „Bild“-Zeitung berichtet, dass der Fahrdienstleiter den Güterzug auf dem Gleis vergessen habe, auf dem der Regio-Zug unterwegs war.

Am Montagabend gegen 21.15 Uhr war eine Regionalbahn wenige hundert Meter vor dem Bahnhof im schwäbischen Aichach frontal in einen stehenden Güterzug gefahren. Zwei Menschen – der Lockführer und eine Passagierin – starben noch an der Unfallstelle, 14 wurden verletzt. Nur wenige Fahrgäste blieben unverletzt.

Der Vorfall erinnert an das Zugunglück im oberbayerischen Bad Aibling vom Februar 2016. Damals waren zwei Züge der Bayerischen Oberlandbahn frontal zusammengestoßen. Zwölf Menschen starben, 89 wurden verletzt. Der Fahrdienstleiter hatte auf seinem Handy gespielt und Signale falsch gestellt. Er wurde wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung hatte er zurückgezogen.

Von RND/dpa/iro

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