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IAEA: Bislang keine Kernschmelze in Japans Reaktoren

Live-Ticker IAEA: Bislang keine Kernschmelze in Japans Reaktoren

In Japan stehen drei Reaktorblöcke auf der Kippe. Erneut kam es zu einer Explosion, zeitweise waren die heißen Uranbrennstäbe ohne Kühlung. Unter dem Eindruck der Krise setzte die Bundesregierung ihren Beschluss für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken aus. Alle Infos zur Krisen-Situation in Japan im Live-Ticker.

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Nach IAEA-Informationen hat es in Japans Reaktoren keine Kernschmelze gegeben.

Quelle: dpa

20.00 Uhr: Deutsche Reaktoren müssen vom Netz, Krisentreffen am Dienstag

In Deutschland reagierte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Abend auf die Katastrophe in Japan mit einer drastischen Kurskorrektur bei der Kernkraft. Schon in Kürze werden mehrere ältere Anlagen abgeschaltet. Die EU plant für Dienstag ein Krisentreffen.

19.15 Uhr: Nach IAEA-Informationen keine Kernschmelze in Japans Reaktoren

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat am Montag die Angst vor einer Nuklearkatastrope in Japan zu zerstreuen versucht: Es drohe kein zweites Tschernobyl und in den teilweise zerstörten Reaktoren laufe nach ihren Informationen keine Kernschmelze ab, berichtete die unter dem Dach der UN gegründete Behörde bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Sicherheitsbehälter aller Reaktoren in Japan seien intakt. „Die Abgabe von Radioaktivität ist begrenzt“, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano. Die Situation sei aber dynamisch und könne nicht abschließend bewertet werden.

 

17.45 Uhr: Wind könnte Radioaktivität nach Tokio tragen

Im Kampf gegen eine atomare Katastrophe in Japan könnte der Dienstag wettermäßig ein „kritischer Tag“ werden. Das sagte der Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Montag. In der Nacht zum Dienstag und im Laufe des Tages drehe der Wind aus West in nördliche bis nordöstliche Richtung. Der Nordwind könnte radioaktive Substanzen vom Atomkraftwerk Fukushima nach Tokio transportieren.

17.00 Uhr: Eiskunstlauf-WM in Japan verschoben

Die verheerenden Naturkatastrophen in Japan haben zu ersten großen Änderungen im internationalen Sportkalender geführt. Nach tagelanger Ungewissheit wurde am Montag die Eiskunstlauf-WM in Tokio (21. bis 27. März) verschoben. Die japanische Fußball-Liga „J-League“ sagte sogar alle Spiele im März ab. Angesichts der Tragödie sei der Sport absolut nebenrangig. Deutsche Judokas brachen ihr Trainingslager in Japan ab, deutsche Tanzsportler sprachen nach ihrer kurzfristig anberaumten Rückkehr von einem „Horrortrip“. Auch Formel 1-Rekordweltmeister Michael Schumacher war „total geschockt und voller Horror“.

16.15 Uhr: Brennstäbe im Reaktorblock 2 erneut ohne Wasser

Die Brennstäbe im zweiten Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima Eins ragen nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo wieder in vollem Umfang aus dem Wasser heraus. Damit nimmt das akute Risiko einer bedrohlichen Kernschmelze weiter zu. Zuvor hatte die Betreibergesellschaft Tepco erklärt, es werde versucht, den Reaktor mit Seewasser zu fluten. Anschließend hieß es, die Brennstäbe stünden wieder zur Hälfte unter Wasser.

15.30 Uhr: Sieben Arbeiter bei Explosion im Fukushima-Reaktor 3 verletzt

Bei der zweiten Explosion im Atomkraftwerk Fukushima Eins sind am Montag nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco sieben Arbeiter verletzt worden. Von ihnen seien fünf verstrahlt worden, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Zu der zweiten Wasserstoffexplosion kam es um 11 Uhr Ortszeit nach einem heftigen Nachbeben. Betroffen war diesmal ein zum Reaktorblock 3 gehörendes Gebäude. Nach Informationen von Greenpeace enthält der Reaktor 3 das besonders gesundheitsgefährdende Plutonium. Nach Angaben der japanischen Behörden blieb der Reaktor selbst jedoch intakt.


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14.05 Uhr: Kernschmelze droht in drei Reaktoren

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 droht nach Angaben der Behörden eine Kernschmelze in drei Reaktoren. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag in Tokio der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge. Im Reaktorblock 2 ist nach früheren Angaben möglicherweise bereits ein Teil des radioaktiven Kerns geschmolzen.

13.34 Uhr: Japan will Ölreserven anzapfen

Das Handelsministerium in Tokio kündigt an, dass Japan die Ölreserven anzapfen wird. Es sollen 1,26 Millionen Kiloliter Öl aus den Reserven des Privatsektors freigegeben werden. Das entspreche etwa des japanischen Ölbedarfs von drei Tagen. Die Regierung hält Ölreserven für 113 Tage vor, der Privatsektor in Japan lagerte zuletzt Reserven für 85 Tage.

12.58 Uhr: Betreiber schließt Kernschmelze in 3. Reaktor nicht aus

Der japanische Kraftwerksbetreiber Tepco schließt eine Kernschmelze in einem dritten Reaktor des Atomkraftwerks Fukushima 1 nicht aus. Das berichtete am Montag die Nachrichtenagentur Jiji. Der Kühlwasserstand um die Brennstäbe in Reaktor 2 sei dramatisch gesunken.

12.10 Uhr: Brennstäbe in Fukushima-Reaktor komplett ohne Wasser

Die Brennstäbe in Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks Fukushima Eins liegen nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo komplett trocken. Zuvor war am Montag versucht worden, den absinkenden Stand der Kühlflüssigkeit mit Meerwasser aufzufüllen.

10.48 Uhr: US-Militär bricht Rettungseinsatz ab

Der US-Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" hat seinen Hilfseinsatz vor der japanischen Küste vorübergehend abgebrochen. Der Träger und die Flugzeuge seien abgezogen worden, weil um den Meiler herum "ein niedriger Verschmutzungsgrad in der Luft" festgestellt worden sei, hieß es in einer Mitteilung der US-Armee. Die "radioaktive Wolke" gehe vom Atomkraftwerk Fukushima 1 aus. Obwohl die Verunreinigung keine Gefahr für die Gesundheit darstelle, sei das Schiff zunächst abgezogen worden, hieß es. Die Strahlung wurde demnach mit sensiblen Messinstrumenten in mehreren Hubschraubern festgestellt. Bei Soldaten, die ihr ausgesetzt gewesen seien, hätten Experten keine erhöhten Werte messen können.

10.46 Uhr: Brennstäbe in Reaktor 2 liegen offenbar frei

Die Brennstäbe in Reaktor 2 des japanischen Atomkraftwerkes Fukushima I sind nach Medienberichten nicht mehr vollständig von Kühlwasser bedeckt. Die Wasserpegel in dem Reaktor seien gesunken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji am Montag. Die Brennstäbe lägen zum Teil frei.

10.35 Uhr: Mindestens sechs Häfen auf Monate verwüstet

Wegen des schweren Erdbebens und des anschließenden Tsunamis sind in Japan mindestens sechs Häfen schwer beschädigt worden. Die nordöstlichen Häfen Hachinohe, Sendai, Ishinomaki und Onahama sind nach Angaben von Hafenbetreibern und Reedereien vom Montag so stark verwüstet worden, dass sie für Monate, wenn nicht sogar Jahre außer Betrieb bleiben dürften. Der große Container-Hafen Kashima und der kleinere Hafen Hitachinaka sollen weniger stark beschädigt sein, sie würden aber voraussichtlich erst in einigen Wochen wieder in Betrieb gehen. Dutzende Container-Schiffe seien außerdem zerstört worden.

10.10 Uhr: Arbeiten am Kühlsystem von zweiter Atomanlage

Im zweiten beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima Zwei (Daini) arbeiten Experten weiter an der Wiederherstellung der Kühlung von zwei Reaktoren. Obwohl man sich darauf vorbereitet habe, habe man bisher bei keinem der vier Reaktoren Druck abgelassen, teilten die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA am Montag mit. Die Radioaktivitätswerte rund um die Anlage seien normal.

10.02 Uhr: Offizielle Opferzahl steigt auf 5000

Die offiziell bestätigte Zahl der Toten und Vermissten nach dem Erdbeben und dem Tsunami ist auf 5000 gestiegen. Das teilte die japanischen Polizei mit. Lokale Behörden befürchten jedoch, dass die tatsächliche Opferzahl weit darüber liegt. Allein in der Präfektur Miyagi werden nach wie vor mehr als 10.000 Menschen vermisst.

9.30 Uhr: Meerwasser kühlt Reaktoren

Die Einleitung von Meerwasser hat eine Überhitzung des Reaktors 2 im Kernkraftwerk Fukushima Eins verhindert, teilte die Betreiberfirma Tepco am Montagnachmittag (Ortszeit) mit. Die Temperatur im Reaktor sei auf unter 100 Grad Celsius abgesunken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press.

9.18 Uhr: Komplikationen beim Abkühlen

Nach dem Ausfall eines weiteren Kühlsystems im Krisenreaktor Fukushima 1 kommt es bei den Notmaßnahmen offenbar zu Komplikationen. Der AKW-Betreiber Tepco kann nach eigenen Angaben nicht bestätigen, dass das eingeleitete Meerwasser das Innere des Reaktors Nummer Zwei erreicht hat.

8.37 Uhr: Wasserstand in Reaktor 2 fällt

Die Kühlung im Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima Eins ist ausgefallen, der Kühlwasserstand sinkt weiter. Der Wasserstand soll allerdings noch oberhalb der Brennstäbe liegen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag. Dadurch sei zurzeit die Gefahr einer Überhitzung noch gering. Regierungssprecher Yukio Edano versicherte, die Einleitung von Meerwasser zur Kühlung werde vorbereitet.

8.02 Uhr: In Tokio steht der Bahnverkehr still

Das Nachbeben am Morgen (Stärke 6,2) hat den Bahnverkehr in Tokio zum Erliegen gebracht. Japan Rail, der größte Verkehrsbetrieb des Landes, hat alle Stadtlinien bis auf vier eingestellt. Und auch diese sind teilweise unterbrochen. Reisende drängen sich in den Stationen und warten geduldig in langen Schlangen, um doch noch einen Platz in einem Zug zu ergattern.

7:52 Uhr: China will Atomenergie massiv ausbauen

Ungeachtet der aktuellen Atomkatastrophe in Japan hat Chinas Volkskongress am Montag mit dem neuen Fünf-Jahres-Plan einen massiven Ausbau der Kernenergie beschlossen. Bis 2015 soll mit dem Bau von weiteren 40 Gigawatt an Kapazitäten begonnen werden. Im Moment hat China 13 Atomreaktoren mit einer installierten Kapazität von 10,8 Gigawatt in Betrieb. Bis 2020 sollen die gegenwärtigen Atomkapazitäten sogar um das Achtfache steigen, berichten chinesische Staatsmedien.

7.39 Uhr: Offenbar Kühlsystem in Reaktor 2 ausgefallen

Offenbar ist in der Atomanlage Fukushima bei einem weiteren Reaktor das Kühlsystem zusammengebrochen. Die Kühlung von Reaktor 2 funktioniere nicht mehr, teilte der Kraftwerksbetreiber Tepco nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji mit.

6.51 Uhr: Zentralbank stockt Finanzspritze auf

Die japanische Zentralbank hat ihre Unterstützung zur Beruhigung der Finanzmärkte noch einmal ausgeweitet. Die Bank of Japan (BoJ) werde nunmehr die Rekordsumme von 18 Billionen Yen (rund 157 Milliarden Euro) in den Geldmarkt pumpen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Am Morgen hatte die Notenbank bereits sieben Billionen Yen zur Verfügung gestellt. Später erhöhte sie die Finanzspritze auf 15 Billionen, dann noch einmal auf 18 Billionen Yen. Laut Kyodo stehen dem Geldmarkt davon 15 Billionen Yen sofort zur Verfügung, weitere drei Billionen Yen sollen am Mittwoch folgen.

6.12 Uhr: US-Flugzeugträger in radioaktiver Wolke

Der US-Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" ist durch eine radioaktive Wolke gefahren, die von den japanischen Atomreaktoren stammen soll. Mehrere Crewmitglieder hätten binnen einer Stunde eine Monatsdosis Strahlung abbekommen, berichtete die US-Zeitung "New York Times" und beruft sich dabei auf Regierungskreise. Hubschrauber hätten am Sonntag zudem etwa 100 Kilometer vom japanischen Kernkraftwerk Fukushima entfernt kleine Mengen radioaktiver Partikel gemessen. Die Stoffe würden noch analysiert. Dem Bericht zufolge werden darunter Cäsium-137 und Jod-121 vermutet.

5.33 Uhr: Japanische Börse bricht ein

Am ersten Handelstag nach dem verheerenden Erdbeben haben die japanischen Aktienmärkte dramatische Verluste erlitten. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte stürzte am Montag unter die psychologisch wichtige 10.000-Punkte-Marke. Im Morgenhandel verlor der asiatische Leitindex 4,53 Prozent auf 9789,55 Punkte. Nach Meldungen über eine neue Explosion im Unglückskraftwerk Fukushima sank der Nikkei weiter auf ein Minus von rund 6 Prozent.

5.09 Uhr: Zahl der Verletzten steigt auf elf

Nach neuesten Angaben des AKW-Betreibers Tepco sind bei der Explosion im Fukushima-Reaktor Nummer 3 elf Menschen verletzt worden.

4.46 Uhr: Strahlenwerte am AKW unverändert

Die zweite Explosion im Kernkraftwerk Fukushima I hat offenbar keine größeren Mengen Radioaktivität freigesetzt. Zumindest wurden keine veränderten Strahlenwerte um den Komplex gemessen, wie die Regierung mitteilte.

4.31 Uhr: Mehrere Arbeiter verletzt

Bei der neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I sind nach unterschiedlichen Angaben zwischen drei und sechs Arbeiter verletzt worden. Sieben würden noch vermisst, erklärten Vertreter der Betreiberfirma Tepco. Sechs der Vermissten gehören demnach der Armee an.

4.13 Uhr: Wetterbehörde gibt Tsunami-Entwarnung

Das schwere Nachbeben hat nach Angaben der Wetterbehörde keinen Tsunami ausgelöst. Zuvor hatte die Regierung vor einem Tsunami mit meterhohen Wellen in der nordöstlichen Präfektur Iwate und in Fukushima gewarnt. Das Nachbeben am Montag hatte die Stärke 6,2. Das Epizentrum lag 140 Kilometer nordöstlich von Tokio.

4.02 Uhr: AKW-Betreiber berichtet von Verletzten

Bei der Explosion in Reaktor 3 des Kernkraftwerks Fukushima I hat es offenbar mehrere Verletzte gegeben. Das berichteten Vertreter der Betreiberfirma Tepco. Regierungssprecher Yukio Edano hatte dagegen noch Minuten zuvor erklärt, es habe keine Verletzten gegeben.

3.52 Uhr: Reaktorhülle angeblich intakt

Trotz der erneuten Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I soll die Stahlhülle um den betroffenen Reaktor intakt sein. Das teilte Regierungssprecher Edano unter Berufung auf die Betreiberfirma Tepco mit. Es sei unwahrscheinlich, dass eine größere Menge Radioaktivität ausgetreten sei. Die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern um das Unglückskraftwerk sollten trotzdem in ihren Häusern bleiben - trotz einer Evakuierungsanordnung sollen sich noch etwa 600 Menschen in dem Gebiet befinden.

Techniker hätten am Sonntag noch versucht, den Reaktor mit Meerwasser abzukühlen, so Edano. Jedoch sei der Wasserstand abgesunken, was zu weiterem Druck führte. Die Explosion sei mit der vergleichbar, die sich am Samstag in Reaktor 1 ereignet hatte.

3.23 Uhr: Weitere Explosion in Fukushima I

Im japanischen Unglückskraftwerk Fukushima I hat sich nach offiziellen Angaben erneut eine Wasserstoffexplosion ereignet. Betroffen sei der Reaktor 3 der Anlage, teilte die Atombehörde mit. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Rauch aus dem Reaktor aufsteigt.

3:13 Uhr: Neuer Tsunami erwartet

Nach dem schweren Nachbeben vor der Küste haben die Behörden vor einem neuen Tsunami gewarnt. Er soll drei Meter hohe Wellen mit sich bringen, wie mehrere Nachrichtenagenturen melden. Dem Fernsehsender NHK zufolge könnte die Welle bereits in Kürze eintreffen. Die japanische Wetterbehörde teilt indes mit, sie habe keinen Tsunami registriert.

3.07 Uhr: Notenbank verdoppelt Finanzspritze

Die japanische Notenbank erhöht ihre Geldspritze für die Markt auf 15 Billionen Yen (132 Milliarden Euro), wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet. Kurz nach Börseneröffnung hatte die Bank of Japan am Morgen zunächst 7 Milliarden Yen in den Markt gepumpt.

3.01 Uhr: Immer mehr Leichen gefunden

In der vom Tsunami am Freitag am schlimmsten getroffenen Provinz Miyagi sind bislang 2000 Leichen entdeckt worden. Allein 1000 Tote wurden in der völlig zerstörten Stadt Minamisanriku gefunden, wie Kyodo meldet. Weitere rund 1000 Todesopfer seien auf der Halbinsel Ojika zu beklagen.

2.29 Uhr: Die Erde bebt erneut

Japan kommt nicht zur Ruhe: Ein schweres Nachbeben hat Tokio am Morgen erschüttert. Das Beben ereignete sich nach Angaben der Meteorologiebehörde des Landes um kurz nach 10 Uhr Ortszeit (2 Uhr MEZ) und hatte eine Stärke von 6,2. Die US-Erdbebenwarte gab die Stärke mit 5,8 an. Das Epizentrum lag demnach vor der Küste, rund 150 Kilometer nordöstlich von Tokio entfernt. Die Behörden gaben aber zunächst keine Tsunami-Warnung aus. Über Schäden in Tokio und bei den schon angeschlagenen Atomkraftwerken in Fukushima ist derzeit noch nichts bekannt.

Auch am Flughafen Narita bei Tokio war das Nachbeben zu spüren. Die Abflughalle wackelte heftig, es gab eine Warndurchsage, berichtete eine DPA-Reporterin. Reisende seien erschrocken aufgesprungen. Mitarbeiter der Airlines riefen die Anwesenden auf, sich auf den Boden zu hocken.

1.32 Uhr: Japaner kaufen Regale leer

In einigen Regionen wird die Versorgungssituation immer ernster. Zettel mit der Aufschrift "ausverkauft" hingen an vielen Tankstellen in der Präfektur Ibaraki, die südlich von Fukushima und der Erdbebenregion liegt. An den wenigen noch offenen Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. Menschen kamen mit Dutzenden Kanistern, um ihre Benzin- und Heizölvorräte aufzustocken. Hamsterkäufe gab es auch in vielen Supermärken, Regale waren leer geräumt.

1.16 Uhr: Tokio-Börse rutscht in den Keller

Angesichts des Ausmaßes der Erdbebenkatastrophe in Japan hat der Handel am Aktienmarkt in Tokio am Montag mit starken Kursverlusten eröffnet. Der Nikkei-Index mit den 225 wichtigsten Werten fiel zu Beginn um rund fünf Prozent. Bereits am Freitag gab es ein Minus von 1,7 Prozent. Um die Märkte zu stabilisieren, pumpte die Notenbank sieben Billionen Yen (62 Milliarden Euro) in den Bankensektor. Das war der größte Schritt der Bank of Japan seit der Verschärfung der Schuldenkrise in Europa im Mai vergangenen Jahres.

0.47 Uhr: Stromabschaltung am Vormittag geplant

Vor der geplanten kontrollierten Stromabschaltung im Osten Japans hat die Regierung in Tokio die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Da es zu Beginn der Maßnahme zu Verwirrung kommen könne, sei die "maximale Kooperation der Bevölkerung nötig", sagte Regierungssprecher Yukio Edano. "Die Menschen sollten so viel Energie wie möglich sparen und nicht nach draußen gehen, wenn es nicht nötig ist."

Zuvor hatte Regierungschef Naoto Kan dem Energieversorger Tepco die Erlaubnis erteilt, wegen des Ausfalls zahlreicher Kraftwerke ganze Regionen einschließlich des Großraums um die Hauptstadt Tokio vom Stromnetz zu nehmen. Geplant ist demnach, in fünf Zonen des Versorgungsgebiets von Tepco die Stromversorgung nacheinander für drei Stunden und 40 Minuten auszusetzen. Nachdem zunächst die Rede davon war, dass die Abschaltungen um 6.20 Uhr (Ortszeit, 22.20 Uhr MEZ) beginnen sollten, wurde der Beginn nun auf zehn Uhr vormittags verschoben.

Weitere Unterbrechungen seien bis mindestens bis Ende April nötig, teilte Tepco mit. Ausgenommen seien lediglich drei Versorgungsgebiete, die das Zentrum Tokios bilden und in denen unter anderen Ministerien, Botschaften, wichtige Behörden, große Hotels und Unternehmenszentralen liegen.

0.32 Uhr: Botschaften raten zur Ausreise

Die Botschaften mehrere europäischer Staaten in Japan haben ihren Bürgern wegen drohender Nachbeben und eines möglichen GAU im beschädigten Kernkraftwerk Fukushima die Ausreise nahegelegt.

Die Deutschen im Krisengebiet und im Großraum Tokio/Yokohama wurden aufgefordert zu prüfen, "ob ihre Anwesenheit in Japan derzeit erforderlich ist, und, wenn dies nicht der Fall sein sollte, ihre Ausreise aus dem Land in Erwägung zu ziehen". Das gelte insbesondere für Familien mit kleinen Kindern, hieß es auf der Internetseite der deutschen Botschaft in Tokio.

Auch die französische und die österreichische Botschaft rieten ihren Staatsbürgern, geplante Japan-Reisen nach Möglichkeit zu verschieben.

red

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