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Panorama „Ich habe mich allen Risiken zum Trotz gehalten“
Nachrichten Panorama „Ich habe mich allen Risiken zum Trotz gehalten“
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19:00 27.09.2017
US-Schauspieler Harrison Ford. Quelle: dpa
Los Angeles

Jüngere Kollegen wie Liam Neeson gehen in Action-Rente. Harrison Ford dagegen startet mit 75 noch einmal richtig durch. Erst setzte er sich als „Star Wars“-Held Han Solo wieder ans Steuer seines „Millennium Falcon“, demnächst schwingt er wieder als Indiana Jones die Peitsche und zwischendurch prügelt er sich als „Blade Runner“-Opa mit Ryan Gosling, seinem Nachfolger im Neuaufguss des futuristischen Kult-Dramas.

Wie fühlt es sich an, nach über drei Jahrzehnten zurück in eine alte Rolle zu schlüpfen? Kam da Nostalgie hoch?

Ich bin nicht nostalgisch. Natürlich kommen auch bei mir manchmal Gefühle hoch, aber ich habe bestimmt nicht am Set gesessen und mir gewünscht, die Zeit zurück zu drehen. Ich bin happy im Hier und Jetzt.

Oft bestimmen einschneidende Ereignisse aus der Vergangenheit die eigene Zukunft. Erinnern Sie sich an eines, dass ihr späteres Leben besonders beeinflusst hat?

Ja. Meine Tante kam in mein Zimmer. Ich war damals, wenn ich richtig rechne, drei Jahre alt. Sie hat zu mir gesagt „Du hast einen Bruder”. Nächste Frage!

Und Ihr Leben war danach niemals so wie vorher?

Natürlich nicht. Zu meinem Leben gehörte ab diesem Moment ein Bruder. Nicht nur ein Bruder, mein Bruder.

Sie haben ein besondere Liebe fürs Fliegen...

... ich dachte wir sind hier, um über meine Liebe fürs Filmemachen zu sprechen.

Das auch. Aber fliegen Sie denn noch immer regelmäßig?

Nur noch um zur Arbeit zu kommen. Ich liebe Fliegen und es ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Ich liebe die Mischung aus Freiheit und Verantwortungsgefühl, die es mit sich bringt.

Wofür können Sie sich noch begeistern?

Für Kunst. Wir waren in Madrid. Ryan Gosling hat auf dem Weg zum Flughafen vorgeschlagen, im Museo Reina Sofia Halt zu machen. Wir haben uns dort Picassos „Guernica“ angeschaut. Es ist eine unglaubliche, unglaubliche künstlerische Meisterleistung.

Sie und Ryan Gosling sind einfach mal eben zusammen ins Museum spaziert? Gab es keinen Volksauflauf?

Nein, es war eigentlich geschlossen. Es war eine tolle Sache, dass man einfach ins Museum gehen konnte, ohne dass andere Leute um einen herum waren. Ich habe es sehr genossen.

Der neue „Blade Runner“ spielt im Jahr 2049. Wie sollte Hollywood dann nach Ihren Wünschen aussehen?

Das ist mir nicht so wichtig. Ich mag an Los Angeles ohnehin nur mein eigenes Haus. Allerdings wäre es toll, wenn bis dahin das Problem der Obdachlosigkeit gelöst worden wäre und unsere Umwelt nicht zerstört ist.

Sie engagieren sich für den Umweltschutz.

Es liegt mir viel daran, die Natur zu bewahren. Und ich unterstütze Organisationen, die aktiv am Schutz mitarbeiten. Am Ende profitiert davon hauptsächlich die Menschheit. Die Natur kann ohne uns existieren, wir Menschen aber nicht ohne die Natur.

Sie gehören zu der Kategorie Mann, die als alterslos bezeichnet wird. Wie alt fühlen Sie sich grade?

Mmmh... wie 51. Was auch immer. Ich bin happy und darum bin ich auch gesund.

Merken Sie, dass es Ihnen inzwischen schwerer fällt, sich auf Actionfilme vorzubereiten?

Ich mochte schon immer körperlich anspruchsvolle Filmrollen und genieße die heute auch noch. Wobei ich weder „Blade Runner“ noch „Indiana Jones“ wirklich als reine Actionfilme betrachte. Es geht darin auch um so viele andere Elemente und ich mag eine große Bandbreite.

Wenn Sie zurück auf Ihre Karriere blicken, worauf sind Sie besonders stolz?

Wenn ich mal zurückblicke, dann denke ich nur daran, wie viel Glück ich hatte. Mit wie vielen außergewöhnlichen Leuten ich zusammenarbeiten durfte. Meine wildesten Fantasien wurden übertroffen und ich habe etwas gefunden, was besser ist, als nur ein Job. Und dass ich jetzt immer noch vor Ihnen sitze. Ich habe mich anscheinend allen Risiken zum Trotz gehalten.

Was raten Sie jungen Kollegen, die gerne so eine lange Schauspielkarriere wie Sie hätten?

Ich gebe ihnen den Rat, den ich einmal selbst bekommen habe: Man darf sich nicht von dem Business in jemand anderes umwandeln lassen.

Macht es Ruhm schwieriger, sich darueber klar zu sein, was echt ist und was nicht?

Nein, es ist die Chance selbst herauszufinden, wer du wirklich bist. Meist ist es nicht das, wofür andere Leute dich halten.

Was haben Sie herausgefunden?

Um es auf die netteste Art, die mir einfällt, zu sagen: Das geht Sie gar nichts an!

Von RND/Dierk Sindermann

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