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Panorama „Ich muss nicht mit jedem ein Selfie auf dem Klo machen“
Nachrichten Panorama „Ich muss nicht mit jedem ein Selfie auf dem Klo machen“
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11:08 16.09.2017
Schauspielerin Jennifer Lawrence. Quelle: imago
Los Angeles

Erst vor kurzem feierte ihr neuer Film „mother!“ bei den Filmfestspielen in Venedig seine Premiere – und gilt schon jetzt als Kandidat für den Oscar. Im Interview spricht Jennifer Lawrence über den Psychothriller, wovor sie am meisten Angst hat, und warum sie sich für Umweltschutz einsetzt.

Erklären Sie mal, was Sie da spielen. Denn das ist ganz schön verwirrend.

Das glaube ich Ihnen. Der Film kann auf ganz verschiedene Weise interpretiert werden – was gut oder schlecht sein kann. Denn einige Zuschauer wollen eine solche Herausforderung, andere nicht. Um es etwas leichter zu machen, ich repräsentiere Mutter Erde, mein Mann, gespielt von Javier Bardem, ist eine Form von Gott, ein Erschaffer.

Man muss also bibelfest sein, um es alles zu verstehen?

Wenn nicht, dann ist es halt ein sehr spannender, lauter und wunderbarer Film ohne eine tiefe Bedeutung (lacht).

Apropos Mutter Erde, Sie setzen sich aktiv für den Umweltschutz ein.

Es macht mir echt Angst, dass in unserem Land Leute an der Macht sind, die nicht an menschlichen Einfluss auf den Klimawandel glauben. Obwohl das 98 Prozent aller Wissenschaftler sagen. So crazy. Wir brechen seit 2014 jährlich die Hitzerekorde und die Anzahl der angeblich nur einmal in 1000 Jahren vorkommenden Naturkatastrophen nimmt zu. Wenn wir nicht bald etwas dagegen tun, fürchte ich mich vor der Zukunft.

Wovor haben Sie noch im Leben Angst?

Ich hatte mal einen sehr schlimmen Flug und fürchte mich nun jedes Mal, bevor ich ins Flugzeug steige. Ich arbeite daran, das zu überwinden. Ansonsten habe ich Angst vor öffentlichen Skandalen und jedes Mal um meinen Hund, wenn ich ohne ihn verreise.

Wie steht es mit dem Mann im Weißen Haus?

Keine Chance! Da tappe ich diesmal nicht rein!

Aber Sie sind doch ein sehr politischer Mensch oder?

Politik ist meine große Leidenschaft. Und es ist in den heutigen Zeiten auch nicht besonders schwer, an Politik interessiert zu sein. Es ist unsere Pflicht und unheimlich wichtig, dass wir informiert bleiben und unsere Stimme erheben. Wir müssen die Augen offen halten und dürfen bloß nicht den Kopf in den Sand stecken.

Sie sind schon in ihren jungen Jahren ganz oben in Hollywood. Wie gehen sie mit den Negativseiten des Ruhms um. Zum Beispiel den Fans, die Sie auf der Straße erkennen und ansprechen?

Ich könnte ohne meine Fans nie das tun, was ich über alles liebe. Daher bin ich allen sehr dankbar. Dennoch müssten es alle verstehen, dass jeder Mensch das Recht auf eine Privatsphäre hat. Anders als noch vor ein paar Jahren fühle ich nicht mehr den Zwang, nur nett und freundlich rüberkommen zu müssen. Ich muss nicht mehr mit jedem Menschen ein Selfie auf dem Klo machen. Wenn ich keine Security dabei habe und jemand verletzt meine Privatsphäre, dann verteidige ich mich auch rigoros.

Können Sie denn überhaupt noch allein vor die Tür gehen?

Ja. Ich gehe oft durch meine Nachbarschaft in New York, ohne dass ich mich unter einem Hut und hinter einer Sonnenbrille verstecke. Und wenn mich beim Einkaufen jemand komisch von der Seite anmacht oder angafft, dann ignorier ich den und gehe weiter. Das schlimmste ist einfach, dass inzwischen alle Handys mit Kameras haben.

Ist New York Ihr Hauptwohnsitz?

Im Moment ja, weil mein Haus in Los Angeles zerstört wurde. Überflutet! Vor einem Monat genau an meinem Geburtstag als ich am Set war. Der Heißwasserkessel ist explodiert. Es war wie ein Vulkan, wurde mir gesagt. Es ist immer noch nicht ganz fertig renoviert. Ich lasse das Haus auch bei der Gelegenheit umdekorieren. Im Santa-Fe-Wüstenhausstil mit ganz vielen Kakteen und so. Damit ich vergesse, dass ich in der Großstadt wohne.

Ist es in ihren Heimen auch so perfekt sauber wie in dem Haus im Film?

Schön wäre es. Meine Möbel sind alle schon etwas in Mitleidenschaft gezogen. Auf meinem Nachtisch ist ein orangefarbener Fleck von einem Eis und überall sind Abdrücke von Weingläsern. Und mein Hund Pippie hat den Teppich im Esszimmer ziemlich zerstört und hält ihn für ein Klo.

Im Film sind Sie die perfekte Hausfrau, kochen 5-Sterne-Dinner. Wie steht es mit Ihren eigenen Kochkünsten?

Nicht grade überragend. Ich koche einfach nicht gerne. Und wenn, dann frittiere ich Hähnchengeschnetzeltes mit Gemüse und Quinoa in der Pfanne. Mit einem Glas Chianti ist das sehr genießbar.

Könnten Sie sich vorstellen, eines Tages auch für einen Ehemann und Kinder mitzukochen?

Ich kann mir vieles in meiner Fantasie vorstellen (lacht). Fakt ist, ich würde schon gerne eines Tages Kinder haben und auch eine Ehe wäre eine Option, der ich nicht abgeneigt bin. Aber ich kann halt nicht in die Zukunft schauen. Wer weiß, vielleicht ändere ich doch noch mal total meine Meinung dazu.

Von Dierk Sinderman/RND

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