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Panorama Kölner Zoo erbt 22 Millionen Dollar
Nachrichten Panorama Kölner Zoo erbt 22 Millionen Dollar
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15:57 01.09.2017
Pinguine im Kölner Zoo. Quelle: dpa
Köln

Die reichen Verwandten aus Amerika, ein unverhoffter Geldsegen – für viele ein Traum, der zumindest für den Kölner Zoo in Erfüllung gehen wird. Eine 93 Jahre alte Witwe will dem Tierpark nach ihrem Tod 22 Millionen Dollar (18,5 Millionen Euro) vererben. „Das hat mich natürlich vom Stuhl gehauen“, sagte Zoo-Vorstand Christopher Landsberg am Freitag.

Die kinderlose Elizabeth Reichert stammt selbst aus Köln. Dort hatte sie 1944 Arnulf Reichert kennengelernt, der sich als Jude vor den Nazis verstecken musste. „Wir waren zwei arme Kölner Kinder“, berichtete sie dem Kölner Stadt-Anzeiger. Ein Jahr nach Kriegsende heiratete sie Arnulf und wanderte mit ihm über Israel in die USA aus. Arnulf Reichert machte sich als Unternehmer selbstständig und wurde reich. 1998 starb er. Den Kölner Zoo zu bedenken sei sein Wunsch gewesen: „Wir haben Köln nie vergessen“, sagte Elizabeth. Und der Zoo sei für Köln genauso wichtig wie der Dom.

Der Kölner Zoo-Vorstand Christopher Landsberg und die Spenderin Elizabeth Reichert trafen sich im Mai im amerikanischen Stone Harbour. Quelle: dpa

Es ist nicht das erste Mal, dass die Reicherts aus Philadelphia sich dem Zoo gegenüber spendabel zeigen. Bereits 1954 hatte das aus Amerika angereiste Paar dem Zoo bei seinem Besuch eine Weichschildkröte geschenkt. So steht es im Zoo-Archiv. Als Wert sind 50 Mark vermerkt.

Damit die Stadt nicht etwa auf die Idee kommt, dem Zoo den öffentlichen Zuschuss in Höhe der Zuwendung zu kürzen, hat die Amerikanerin genau festgelegt, dass ihm das Geld zusätzlich zugutekommen muss. Das in Aktien angelegte Geld soll in eine Stiftung fließen, der Zoo bekommt jeweils die Erträge. Man könne vielleicht so mit einer Million pro Jahr rechnen, sagte Landsberg. Zum Dank will der Zoo sein historisches Südamerikahaus nach Arnulf Reichert benennen. Landsberg erzählte, er habe versucht, die alte Dame zu einem Besuch in Köln zu überreden. Aber das traue sie sich mit ihren 93 Jahren nicht mehr zu. So wird der Zoo für sie selbst eine schöne Erinnerung bleiben.

Neben Tierpatenschaften erhalten Zoos häufiger einmal Spenden. Anfang des Jahres konnte sich der Zoo in Hoyerswerder über ein dickes Geldgeschenk freuen. Als eine Mitarbeiterin turnusmäßig den Kontostand prüfte, fiel ihr die erfreuliche Geldvermehrung auf. Eine großzügige Gönnerin hatte eine Summe im deutlich sechsstelligen Bereich gespendet – allerdings zweckgebunden. Der Tierpark bekommt eine Afrika-Savanne.

Von RND/hma/dpa

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