Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Konklave wählt einen neuen Papst

Weißer Rauch steigt auf Konklave wählt einen neuen Papst

Weißer Rauch über der Sixtinischen Kapelle in Rom: In einem der kürzesten Konklaven der Kirchengeschichte wählten die 115 Kardinäle einen Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI.. Der Name des neuen Papstes wird in der nächsten Stunde vorgestellt.

Voriger Artikel
Weißer Rauch: Konklave findet einen neuen Papst
Nächster Artikel
Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist neuer Papst Franziskus I.

Weißer Rauch über der Sixtinischen Kapelle. Das Konklave hat einen neuen Papst gewählt.

Quelle: Screenshot Vatican Smoke Cam

Rom. Die katholische Weltkirche hat einen neuen Papst. Bereits am zweiten Konklave-Tag wählten die 115 Kardinäle am Mittwoch in Rom mit der notwendigen Zweidrittel-Mehrheit einen Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI.. Aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle, dem von der Öffentlichkeit abgeschotteten Wahlort, stieg nach dem fünften Wahlgang um 19.07 Uhr weißer Rauch auf - das Zeichen der erfolgten Wahl. Auf dem Petersplatz brandete unter tausenden versammelten Menschen großer Jubel auf. Die Glocken des Petersdoms begannen zu läuten.

Der Name des neuen Oberhirten von 1,2 Milliarden Katholiken wird in der nächsten Stunde auf dem Balkon des Petersdoms vom Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran der Öffentlichkeit mit den Worten «Habemus Papam» mitgeteilt. Dann wird der Papst sich selber den Menschen auf dem Petersplatz und der Weltöffentlichkeit auf dem Balkon des Petersdoms vorstellen und den Apostolischen Segen Urbi et Orbi, der Stadt und dem Weltkreis, spenden.

Mit Spannung wird erwartet, ob der 266. Papst in 2000 Jahren Kirchengeschichte wieder ein Europäer ist. Oder ob diesmal ein Kardinal aus Lateinamerika, Nordamerika, Afrika oder Asien zum Zuge gekommen ist. Ob es ein Reformer oder ein streng konservativer Kirchenmann ist. Die katholische Kirche leidet nach Ansicht von Kritikern unter einem Reformstau. Auch die Kurie und die Vatikanbank sind in Verruf geraten.

Das Konklave gehörte zu den kürzesten in der Kirchengeschichte. Erst am späten Dienstagnachmittag waren die Kardinäle zum Konklave in die Sixtina gezogen. Schwarzer Rauch stieg nach dem ersten Wahlgang noch am Dienstagabend und am Mittwochmittag nach zwei weiteren Wahlgängen über dem Vatikan auf. Damit wurde signalisiert, dass diese Abstimmungen erfolglos waren.

Der deutsche Papst Benedikt war als erstes Kirchenoberhaupt der Neuzeit am 28. Februar zurückgetreten. Der 85 Jahre alte Joseph Ratzinger hatte seinen historischen Schritt mit nachlassenden Kräften begründet.  

Die ersten Schritte des neuen Papsts

Nach der Wahl des neuen Papstes sind seine allerersten Schritte genau festgelegt. Wenn der weiße Rauch aufgestiegen ist, kann es noch über eine Stunde dauern, bis er sich auf der Loggia des Petersdoms erstmals der Öffentlichkeit präsentiert:

• In der Sixtinischen Kapelle vollzieht sich nach der erfolgreichen Abstimmung ein altes Ritual: Der Leiter des Konklaves, Giovanni Battista Re, fragt den Gewählten, ob er die Wahl annimmt. Tut er dies, wird er aufgefordert, seinen Papstnamen zu nennen. 2005 entschied sich Joseph Ratzinger für Benedikt XVI.. Dann werden die Stimmzettel verbrannt und der weiße Rauch steigt auf.

• Der neue Papst geht in eine kleine Kammer neben der Kapelle, das „Zimmer der Tränen“, in dem der Gewählte seinen Gefühlen freien Lauf lassen kann. Dort wird der Pontifex auch eingekleidet: Vorbereitet sind drei weiße Papstgewänder in den Größen klein, mittel und groß.

• Danach gibt es noch in der Sixtinischen Kapelle eine kleine Zeremonie der Kardinäle mit einem Gebet, Gesang und einem Vers aus der Bibel, der vorgelesen wird. Etwa 45 Minuten nachdem der Rauch aufgestiegen ist, geht der Kardinalprotodiakon Jean-Louis Tauran auf die Loggia des Petersdoms und verkündet der Menschenmenge auf dem Petersplatz mit einem „Habemus Papam“ den Namen des Gewählten.

• Der neue Papst macht sich auf den Weg zur Loggia. Vorher hat er in der Paolinischen Kapelle einige Minuten Zeit für sich, um zu beten. Es vergeht nach dem „Habemus Papam“ nochmals etwa eine halbe Stunde, dann zeigt sich der neue Papst auf der Loggia erstmals der Öffentlichkeit und spricht den Papst-Segen „Urbi et Orbi“. Wenn er möchte, kann er eine Rede halten.

• Der Papst zieht nicht sofort in den Apostolischen Palast im Vatikan ein, sondern für die ersten Wochen in eine Suite im Gästehaus Santa Marta. Wenige Tage nach seiner Wahl wird er mit einer Messe feierlich in sein Amt eingeführt.

dpa

Dieser Artikel wird ständig aktualisiert.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Die Karikatur des Tages

Zum Schmunzeln und Kopfschütteln: So sehen Karikaturisten die Welt.