Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Panorama Mops Edda gepfändet und verkauft – nun hagelt es Vorwürfe
Nachrichten Panorama Mops Edda gepfändet und verkauft – nun hagelt es Vorwürfe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:34 01.03.2019
Gepfändet und verkauft wie ein Möbelstück: Das Foto zeigt Mops-Dame "Edda" . Nach der Pfändung und dem Verkauf der Mops-Dame via Ebay nimmt die Kritik am Vorgehen der westfälischen Stadt Ahlen zu. Quelle: Mikko Schümmelfeder/dpa
Ahlen

Nachdem die westfälische Stadt Ahlen einen Mops gepfändet und bei Ebay verkauft hat, mehrt sich die Kritik. „So etwas habe ich in meinen 16 Jahren als Mops-Züchterin noch nie erlebt, ein unglaubliches Verhalten“, sagte Uschi Dukowski am Freitag. Das Tier sei auch ihr von einem Vollzugsbeamten der Stadt angeboten worden. „Ich habe aber auf den Fotos sofort gesehen, dass mit den Augen etwas nicht stimmt.“ Die Hündin stamme ursprünglich aus ihrer Zucht in Lünen und sei rund anderthalb Jahre alt.

Die Käuferin aus Wülfrath will die Stadt Ahlen verklagen

Mops „Edda“ war gepfändet worden, weil die betroffene Familie nach Angaben der Stadt bei der Kommune hohe Schulden hat. Das sorgt seit Tagen für Schlagzeilen, sogar die „New York Times“ und der britische „Guardian“ berichteten zuletzt über „Edda the pug“.

Ein städtischer Mitarbeiter hatte den Hund über seinen privaten Ebay-Account verkauft und diesen als gesund und „mit Stammbaum“ für 750 Euro angepriesen. Die Käuferin aus Wülfrath bei Wuppertal will die Stadt nun allerdings mehreren Medienberichten zufolge verklagen, weil sie sich arglistig getäuscht sieht. Der Hund habe wegen einer Augenverletzung mehrere teure Operationen benötigt.

„Es geht um einen Familienhund. Da sind Kinder betroffen“

Auch der Deutsche Tierschutzbund rügte das Vorgehen der Stadt. „Das Tier, seine Bedürfnisse und sein Wohlergehen wurden hier vollkommen außen vor gelassen“, sagte Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz. Der Verkauf über Ebay-Kleinanzeigen setze „dem Ganzen regelrecht die Krone auf“. Der Handel mit Tieren über Internet-Plattformen sei abzulehnen, da man Lebewesen damit zu Waren degradiere.

Die auf Pfändungsfälle spezialisierte Anwältin Gesche Creon-Tigges äußerte sich ebenfalls kritisch: Die Pfändung eines wertvollen Tieres sei rechtlich zwar möglich. „Die Stadt hat aber nicht verhältnismäßig gehandelt. Es geht um einen Familienhund, da sind auch Kinder betroffen.“ Sie habe nie zuvor vor von einem Fall gehört, in dem ein Hund gepfändet worden sei. Sie gehe davon aus, dass die Stadt „ein Exempel statuieren“ wollte.

Ahlens Kämmerer: Pfändung war „legales Mittel

Die Käuferin – sie nennt ihren Hund laut der Zeitung „Rheinische Post“ nun „Wilma“ – habe nun Klage eingereicht, sagte Züchterin Dukowski, die nach eigenen Angaben in Kontakt zu der neuen Hundebesitzerin steht. Die Wülfratherin will den Kaufpreis zurück und eine Kostenübernahme für die Behandlung der Mops-Dame, wie mehrere Medien berichteten. Dukowski sagte, sie selbst habe dem städtischen Beamten damals 500 Euro für den Mops geboten, der habe aber 2000 Euro haben wollen.

Kämmerer Dirk Schlebes (parteilos) hatte am Donnerstag erläutert, man habe „etwas weniger“ als die auf Ebay angegebenen 750 Euro Verhandlungsbasis erlöst. Der Betrag sei in die Stadtkasse geflossen. Die Pfändung des Hundes sei ein „legales Mittel“ gewesen.

Die Stadt habe kürzlich aber dennoch eine Versicherung und einen Anwalt eingeschaltet. Geprüft werde etwa, ob das Tier zum Zeitpunkt des Verkaufs krank war, Regressansprüche bestehen und ob der Hund kostengünstiger hätte behandelt werden können. „Natürlich wollen wir nach Recht und Gesetz handeln.“

Von RND/cbo

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Schwager der vermissten Rebecca wurde als Tatverdächtiger festgenommen – nun wird er wieder freigelassen. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass die 15-jährige Schülerin getötet wurde.

05.03.2019

Straßenbahn übersehen: In Dortmund wurde eine Jugendliche von der Bahn erfasst und lebensgefährlich verletzt.

01.03.2019

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren: Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde bei Detmold wurde eine zweistellige Zahl von Gegenständen sichergestellt.

01.03.2019