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Panorama Notstand in New York: Eltern feiern Masern-Partys, um ihre Kinder zu infizieren
Nachrichten Panorama Notstand in New York: Eltern feiern Masern-Partys, um ihre Kinder zu infizieren
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11:34 10.04.2019
Menschen in bestimmten Gebieten der USA müssen nun zwingend eine Impfung vorweisen. Quelle: Seth Wenig/dpa
New York

Nach einem Anstieg der Masern-Fälle hat New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio einen Notstand für Teile des Stadtviertels Brooklyn ausgerufen. Vor allem vor sogenannten Masern-Partys warnen die Behörden. „Uns bereiten Familien, die Masern-Partys veranstalten, große Sorgen“, sagte New Yorks Gesundheitskommissar Dr. Oxiris Barbot. Dabei werden bewusst gesunde, nicht gegen Masern geimpfte Kinder mit Kindern, die akut an Masern erkrankt sind, zusammengeführt.

Jeder, der in bestimmten Teilen des Viertels Williamsburg lebe, müsse sich gegen Masern impfen lassen, sagte de Blasio am Dienstag. Wer sich der Impfung verweigere, müsse mit Strafen von bis zu 1000 Dollar (etwa 890 Euro) rechnen. In den betroffenen Teilen Brooklyns leben hauptsächlich orthodoxe Juden. Auch andernorts in den USA wurden Menschen ohne Impfschutz von öffentlichen Orten verbannt.

285 Masern-Fälle in einem halben Jahr

Seit Oktober 2018 wurden 285 Fälle von Masern in New York registriert. 2017 waren es insgesamt nur 2 Fälle. Masern sind hoch ansteckend und können noch Jahre später zu potenziell tödlichen Hirnentzündungen führen.

Nach Masern-Ausbrüchen in Deutschland wird auch hier über eine mögliche Impfpflicht diskutiert. Erst vor zwei Wochen wurde eine Schule in Bad Segeberg wegen eines Masern-Ausbruchs geschlossen. In Hannover wurden sechs Kinder vom Unterricht ausgeschlossen, weil sie keinen Impfpass vorlegen konnte. In Hildesheim traf es vor rund einem Monat sogar 107 Schüler.

Von RND/dpa