Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 5 ° Regen

Navigation:
Organspendeskandal: Göttinger Transplantationsarzt bleibt in Haft

Untersuchungshaft Organspendeskandal: Göttinger Transplantationsarzt bleibt in Haft

Der 45 Jahre alte Göttinger Leberchirurg Aiman O. bleibt wegen des Verdachts des mehrfachen versuchten Totschlags durch Manipulationen der Rangliste für Organtransplantationen in Untersuchungshaft.

Voriger Artikel
Närrische Jecken feiern Rosenmontag
Nächster Artikel
Grüne bestätigen: Antje Niewisch-Lennartz wird Justizministerin

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft dem früheren leitenden Transplantationsmediziner der Göttinger Uniklinik Körperverletzung mit Todesfolge in einem Fall und versuchten Totschlag in neun Fällen vor.

Quelle: dpa

Braunschweig. Das hat am Montag das Landgericht Braunschweig entschieden. Es bestätigte den Haftbefehl des Amtsgerichts Braunschweig gegen den Chirurgen, änderte aber die Anzahl der Verdachtsfälle von elf auf nur noch neun ab.

Erst am Montagmittag erklärte O.s Verteidiger dem Tageblatt, weitere Begründungen für die Beschwerde gegen den Haftprüfungsbeschluss des Amtsgerichtes nachliefern zu wollen. Am Spätnachmittag entschied die neunte große Strafkammer doch schon: Sie bejahte weiter dringenden Tatverdacht in neun Fällen zwischen 2009 und 2011.

In diesem Zeitraum soll O. vorsätzlich veranlasst haben, dass seine Patienten unzutreffend als dialysepflichtig an die zentrale Vergabestelle für Spenderorgane, Eurotransplant, gemeldet wurden. In der Folge hätten andere Patienten länger auf Transplantationen warten müssen. Dabei sei deren Tod billigend in Kauf genommen worden.

Aufgrund seiner Fachkenntnisse habe O. auch um die hohe Sterbewahrscheinlichkeit der am oberen Ende der Warteliste stehenden Patienten gewusst. Aufgrund der Schwere der Tat wird Fluchtgefahr als Haftgrund angenommen.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte in dieser Woche auf Tageblatt-Anfrage die Berichte über  die Anzahl in dem Fall Beschuldigter relativiert. Die Beschuldigtenliste würde zwar 16 bis 20 Namen enthalten, viele aber würden wohl nur als Zeugen infrage kommen oder stünden nur als von den Unregelmäßigkeiten profitierende Patienten unter Verdacht.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Geteilte Auszeichnung

Das Göttinger Tageblatt erhält einen der renommiertesten deutschen Journalistenpreise – den Wächterpreis der deutschen Tagespresse. Gemeinsam mit der Süddeutschen Zeitung und der Taz erhält die Regionalzeitung die Auszeichnung für Aufdeckung und Berichterstattung über den Organskandal.

mehr
Die Karikatur des Tages

Zum Schmunzeln und Kopfschütteln: So sehen Karikaturisten die Welt.