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Panorama Wegen Spielzeugpistole: Polizisten erschießen Mann mit Down-Syndrom
Nachrichten Panorama Wegen Spielzeugpistole: Polizisten erschießen Mann mit Down-Syndrom
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21:17 03.08.2018
Blumen stehen am Tatort, nach tödlichen Schüssen auf einen jungen Mann mit Down-Syndrom. Quelle: Janerik Henriksson/TT NEWS AGENCY/dpa
Stockholm

Polizisten haben in Stockholm einen jungen Mann mit Down-Syndrom erschossen. Der 20-Jährige hielt eine Spielzeugpistole in den Händen, daraufhin eröffneten mehrere Beamte das Feuer auf ihn, wie der zuständige Staatsanwalt Martin Tidén am Freitag erklärte. Er soll ermitteln, ob die Reaktion der Polizisten gerechtfertigt war.

Mehr als ein Polizist schoss

„Die Mann hielt einen waffenähnlichen Gegenstand und die Beamten eröffneten das Feuer, nachdem sie die Situation als bedrohlich eingestuft hatten“, sagte Tidén. Die Untersuchung erfolge nun routinemäßig, weil Polizisten ihre Waffen eingesetzt hätten. Bisher liege kein Verdacht gegen die Beamten vor. Der junge Mann wurde am frühen Donnerstagmorgen in Stockholm von den Kugeln getroffen und erlag später seinen Verletzungen.

„Es wurde anschließend festgestellt, dass es sich bei dem Gegenstand um eine Art Spielzeug handelte“, sagte der Staatsanwalt. Auch sei klar, dass mehr als ein Polizist seine Waffe benutzt habe.

Polizeichef: Ein furchtbares Ereignis

Die Mutter des Mannes, Katarina Söderberg, sagte der Zeitung „Expressen“, ihr Sohn sei ein liebenswerter Mensch gewesen. Wegen des Down-Syndroms und eines Autismus habe er kaum kommunizieren können. Der 20-Jährige wurde als vermisst gemeldet, nachdem er Stunden zuvor sein Zuhause verlassen hatte. „Er konnte kaum sprechen, er konnte nur Mama sagen“, erklärte Söderberg. Das Spielzeug, das er zu seinem fünften Geburtstag bekommen habe, ähnele einer kleinen Maschinenpistole.

Der Stockholmer Polizeichef Ulf Johansson bezeichnete die Schüsse am Freitag als ein furchtbares Ereignis. „Das ist sehr tragisch für alle Beteiligten“, sagte er.

Staatsanwalt Tidén konnte nicht sagen, wie lange seine Ermittlungen dauern würden. Der schwedische Rundfunk berichtete, der junge Mann sei der sechste Mensch, der in diesem Jahr von der Polizei erschossen worden sei.

Von RND/AP