Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Panorama Spendenaufruf erreicht Rekordsumme
Nachrichten Panorama Spendenaufruf erreicht Rekordsumme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 18.10.2017
Das Auto, in dem Elias Hashimi saß, stürzte 20 Meter in die Tiefe. Quelle: Privat
Bangkok

Elias Hashimi war mit Freunden zum Urlaub in Thailand. Die drei sind bereits auf dem Weg zum Flughafen in Bangkok, um zurück nach Deutschland zu fliegen, als es auf der Fahrt durch eine ländlichen Region zum Unfall kommt. Der übermüdete Fahrer fällt in einen Sekundenschlaf, woraufhin sie mit etwa 120 Kilometern pro Stunde gegen die Leitplanke einer Brücke krachen und anschließend 20 Meter in die Tiefe stürzen. Es dauert drei Stunden, bis die Feuerwehr sie aus dem Autowrack befreien kann und sie ins nächstgelegene Krankenhaus gebracht werden können.

Elias saß auf dem Rücksitz des Autos. Quelle: Privat

Dort werden sie notoperiert. Elias lag zwei Tage im Koma und hatte starke innere Blutungen sowie eine äußerst schmerzhafte Fraktur an der Wirbelsäule, die ihn für den Rest seines Lebens lähmen könnte. Die hygienischen Zustände vor Ort seien katastrophal gewesen, schreibt seine Familie in ihrem „Go Fund Me“-Spendenruf: „Elias lag dort in einem Raum mit über 20 anderen Patienten. Er lag dort mit offenen Wunden, die seine ganzen Organe freilegten. Wir sahen wie Käfer und Ungeziefer in seinem Bett und auf seinen Wunden rumliefen.“

In der Folge zog er sich Infektionen sowie eine schwere Blutvergiftung zu. Als er zehn Tage nach dem Unfall bei Bewusstsein war, bat er seine Familie, ihn von dort wegzubringen. Sie entschieden, ihn in ein privates Krankenhaus in Bangkok transportieren zu lassen. Das Problem war nur: Elias hatte vor Antritt seiner Reise keine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen.

Die Kosten für mehrere Operationen, Scans sowie für den etwaigen Rücktransport nach Deutschland summieren sich schnell auf mehrere zehntausend Euro. Etwa 100.000 Euro hatten die Behandlungskosten bereits gekostet, die die Familie Hashimi alleine aufbringen musste, als sie sich in ihrer Verzweiflung entschloss, im Netz um Hilfe zu beten.

Elias nach einer Operation, bei der man ihm das entzündete Gewebe entfernt hatte. Quelle: Privat

Die Resonanz in den sozialen Medien ist gewaltig. Tausende Menschen teilen den Spendenaufruf. Auch Promis wie die Rapper Kool Savas und Haftbefehl beteiligen sich selbst und werben über Facebook für die Aktion.

Lasst uns Elias helfen wieder nach Hause zu kommen und vernünftig behandelt zu werden! Und bitte nicht wieder ne...

Gepostet von Kool Savas am Freitag, 13. Oktober 2017

Mit Erfolg: Elias’ Familie sammelt in wenigen Tagen über 150.000 Euro, genug für die weitere Behandlung und den Rücktransport. Damit ist die Spendenaktion die bisher größte deutsche „Go Fund Me“-Kampagne aller Zeiten, wie „Neon“ berichtet. Dem Magazin gegenüber sagte Elias Bruder Mohamed: „Ich bin jedem aus tiefstem Herzen dankbar und möchte auch im Namen von Elias und meiner Familie für die Unterstützung, die Hilfe und den Einsatz, der uns widerfahren ist, danken. Ich bin froh zu sehen, dass es so viele gute Menschen gibt.“

Mittlerweile befindet sich Elias auf dem Weg der Besserung. In einem kurzen Video bedankt er sich bei seinen unbekannten Unterstützern.

Von RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Erinnerungsfoto hätte ihn das Leben kosten können: Bei einem Ausflug zu den beliebten Niagarafällen ist ein zehnjähriger Junge über 30 Meter in die Tiefe gestürzt – und hat schwer verletzt überlebt.

17.10.2017

Die Bundespolizei Nordrhein-Westfalen hat bei Twitter ein Video veröffentlicht, das nichts für schwache Nerven ist. Darin wird ein Mann von einem Zug erfasst, als er das Gleis überqueren will. Die Veröffentlichung der Bilder hat einen ernsten Hintergrund.

17.10.2017

Im April soll der 25-jährige Jan G. zunächst seine Großmutter ermordet und anschließend zwei Polizisten überfahren haben, die dabei ums Leben kamen. Die Staatsanwaltschaft gab zum Prozessauftakt grausame Details bekannt. Vor Gericht machte der Anklagte eine erste Aussage.

17.10.2017