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Panorama Vater muss für 14 Jahre in Haft
Nachrichten Panorama Vater muss für 14 Jahre in Haft
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16:08 27.09.2017
Ein 30 Jahre alter Vater muss wegen Totschlag an seinem Kind über ein Jahrzehnt ins Gefängnis. Quelle: dpa
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Bochum

Das Baby war erst zehn Wochen alt, als es nach brutalen Misshandlungen durch seinen Vater starb. Am Mittwoch verurteilte das Bochumer Schwurgericht den 30 Jahre alten Mann wegen Totschlags zu 14 Jahren Haft. Gegen die ebenfalls angeklagte Mutter verhängte die Kammer vier Jahre Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Die 32-jährige Ex-Studentin habe die Augen vor den Gewaltaktionen ihres Mannes verschlossen und sei mit ihrem Kind viel zu spät zum Arzt gegangen, so die Richter.

Der 30-jährige Callcenter-Mitarbeiter aus Herne hatte zugegeben, seinen Sohn Anfang Januar brutal geschüttelt, gegen den Kopf und in den Magen geboxt und später sogar auf einen Stuhl geworfen zu haben. Er schlug an zwei Tagen hintereinander zu. Nach eigenen Angaben hatte ihn das Schreien des Kindes gestört. „Ich habe die Beherrschung verloren“, hatte er den Richtern im Prozess erklärt. Er sei übermüdet, genervt und verzweifelt gewesen.

Schwerste Verletzung an Kopf und Rippen

Die Verletzungen waren so schwer, dass der Säugling erst Blut gespuckt und dann das Bewusstsein verloren hatte. Die Diagnose war erschütternd: Schädel, Beine und Rippen waren gebrochen, Hirnblutungen hatten den Stillstand von Herz und Kreislauf ausgelöst. Drei Wochen kämpften die Ärzte um das Leben des Babys. Dann starb der kleine Junge.

„Ich wollte das nicht“, beteuerte der 30-Jährige kurz vor der Urteilsverkündung noch einmal unter Tränen. „Es tut mir unendlich leid.“ Selbst sein Verteidiger Dieter Stoffer hatte von „nicht nachvollziehbarer Gewalt“ gesprochen. Diese Schuld werde den Angeklagten sein ganzes Leben lang begleiten.

Die Mutter hatte bis zuletzt auf einen Freispruch gehofft. Verteidigerin Arabella Liedtke hatte im Prozess von Überforderung gesprochen. Die 32-Jährige habe sich auf ihren Mann verlassen, wenn der gesagt habe: alles in Ordnung. Nach Ansicht der Richter hätte die ehemalige Studentin jedoch genau das nicht gedurft. Schließlich habe sie schon vorher bemerkt, dass ihr Baby zahlreiche blaue Flecken gehabt habe.

Von dpa/RND

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