Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Wolfsmischlinge dürfen nun doch weiterleben

Mutter Wölfin, Vater Hund Wolfsmischlinge dürfen nun doch weiterleben

Die Debatte um die Zukunft der Ohrdrufer Wolfsmischlinge ist hochemotional. Abschuss oder Gefangenschaft? Im Bären- und Wolfspark Worbis sollen sie nun eine Zukunft bekommen. Denn nach den geltenden Regeln müssen die sogenannten Hybrid-Nachkommen der Wölfin aus Gründen der Artenschutzes aus der Natur verschwinden.

Ein Wolfsrudel.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Erfurt. Die sechs Ohrdrufer Wolfs-Hunde-Mischlinge sollen eingefangen und in den Worbiser Bären- und Wolfspark umgesiedelt werden. Die Welpen müssten bis spätestens Ende Februar eingefangen sein, bevor sie sich ein neues Revier suchen, sagte Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) am Mittwoch in Erfurt. Sollte dies nicht gelingen, müssten die Tiere doch abgeschossen werden. Dies wäre eine schwere Entscheidung, „aber die Sicherheit der Menschen steht im Vordergrund.“ In dem Park im Eichsfeld leben Bären, Wölfe und verschiedene andere Tierarten. Siegesmund rechnet in den nächsten Tagen mit der Genehmigung des Landesverwaltungsamtes

Nach den geltenden Regeln müssen die Hybrid-Nachkommen der Wölfin aus Gründen der Artenschutzes aus der Natur verschwinden. Das Wolfs-Institut „Lupus“ aus Sachsen soll die Rückzugsorte der Tiere aufspüren und die Hybriden mit Schlingfallen einfangen. Die seit 2014 auf dem Truppenübungsplatz lebende Wölfin soll dort bleiben. Sie habe sich dort zuvor unauffällig verhalten und sich ihre Nahrung aus dem Wald geholt. Erst mit dem Nachwuchs habe sie Schafe gerissen. Die Wölfin hatte sich mit einem Haushund eingelassen. Dass sich Wölfe und Hunde paaren, ist extrem selten.

In der emotionalen Debatte um die Zukunft der Wolfsmischlinge war zuvor - auch von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf - ein Abschuss der Hybriden empfohlen worden. Damit sollte eine Vermischung der Gene von Wolf und Haushund verhindert und die Wolfspopulation geschützt werden. Wölfe sind national und international strengstens geschützt. Das Umweltministerium, das seit Oktober durch Fotofallen zweifelsfrei von der Existenz der Mischlinge wisse, habe intensiv rechtlich und fachlich verschiedene Varianten geprüft.

Eine „Entnahme“ aus der Natur, wie es die Regel vorsieht, muss aus Sicht von Siegesmund nicht Abschuss bedeuten. „Wir prüfen immer, ob es nicht mildere Mittel gibt.“ Der Bärenpark im Eichsfeld sei so eine Alternative. Die Mitarbeiter verfügten über jahrelange umfangreiche Erfahrungen im Umgang mit beiden Tierarten.

Auf dem fünf Hektar großen Gelände lebten gegenwärtig gemeinsam fünf Wölfe und acht Bären, sagte Geschäftsführer Rüdiger Schmiedel. Etwa 1,5 Hektar sollen die sechs Wolfshybriden bekommen. Die Rudel müssten nebeneinander gehalten werden und dürften nicht aufeinandertreffen. Damit sie sich nicht vermehren können, sollen die Wolfsmischlinge durch einen medizinischen Eingriff unfruchtbar gemacht werden.

Laut Schmiedel ist das Zusammenleben von Bär und Wolf für beide Arten wichtig, da dadurch ihre natürlichen Instinkte erhalten oder - wie bei den lange in Gefangenschaft lebenden Bären - wieder geweckt werden können. Der von einer Stiftung getragene Bärenpark überlegt zudem, ob künftig auch Luchse aufgenommen werden sollen.

Von RND/dpa

Die Karikatur des Tages

Zum Schmunzeln und Kopfschütteln: So sehen Karikaturisten die Welt.