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Verkürzung

Ab Oktober nur noch sechs Monate Wehrpflicht

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg drückt aufs Tempo und zieht die für 2011 geplante Verkürzung des Grundwehrdienstes schon auf dieses Jahr vor. Rekruten, die zum 1. Oktober einberufen werden, sollen nur noch sechs Monate statt bisher neun Monate in der Armee bleiben.
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Der Helm wackelt noch – das neue Wehrdienstkonzept auch? Ausbilder und Bundeswehrrekrut bei der Einkleidung.

Der Helm wackelt noch – das neue Wehrdienstkonzept auch? Ausbilder und Bundeswehrrekrut bei der Einkleidung.

© dpa

Die Verkürzung hat zur Folge, dass künftig 50.000 statt bisher 40.000 Grundwehrdienstleistende eingezogen werden. Der Zivildienst wird womöglich schon zum 1. August auf sechs Monate verringert.

Guttenberg kündigte zugleich an, dass die Grundausbildung der deutschen Soldaten von drei auf zwei Monate reduziert werde. Er wolle den „Wehrdienst verdichten“, sagte der CSU-Politiker. „Bummelerfahrungen“ solle es für die jungen Männer nicht mehr geben. Es sollten „sechs bestens genutzte Monate für junge Menschen“ werden, die möglichst auch Lust auf mehr machen. Den jungen Menschen solle die Möglichkeit gegeben werden, „die Attraktivität dieses Arbeitgebers zu erkennen“.

Der Verteidigungsminister räumte ein, dass sein Wehrpflichtkonzept noch nicht ganz fertig sei. Die Abstimmung in der Bundesregierung laufe noch. Wahrscheinlich im Mai soll die Reform im Bundestag zur Abstimmung vorgelegt werden. „Wir haben ein ambitioniertes Projekt, das erfordert, dass wir zügig arbeiten“, sagte Guttenberg, als er die „Eckpfeiler“ seiner Planung gestern in Berlin erläuterte.

Bei Sozialverbänden und Wohlfahrtsorganisationen stieß Guttenbergs Vorpreschen auf Kritik: Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, warnte eindringlich vor einer Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate schon zum 1. Oktober. Der Oktober-Termin sei viel zu früh, sagte er. „Es gibt noch keine Lösung, wie die Verkürzung auf sechs Monate im Bereich des Zivildienstes aufgefangen werden kann.“

Der Bundesbeauftragte für Zivildienst Jens Kreuter erklärte gegenüber dieser Zeitung: „Ich nehme es ausgesprochen ernst, dass die Einsatzstellen solche Probleme mit der Neuregelung haben. Wenn es keine Lösung gibt, kann es zu einer Ausstiegswelle kommen“, erläuterte der dem Bundesfamilienministerium zugeordnete Beamte. In der Koalition gebe es in der Sache keine Einigung.

Bereits am Dienstag hatte sich Reinhold Robbe, der Wehrbeauftragte des Bundestages, äußerst kritisch zur Verkürzung des Wehrdienstes geäußert: „Nur eine Minderheit in der Bundeswehr vertritt eine zustimmende Meinung zum neuen Wehrdienst.“ Verunsicherung überwiege. „Im Vordergrund steht hierbei die Sorge, die verkürzte Wehrpflicht sei nicht geeignet, einen sinnvollen Wehrdienst zu gewährleisten.“

[Klaus von der Brelie]

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