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Deutschland / Welt Amerika freundet sich mit Melania Trump an
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06:45 26.09.2017
Im Garten des Weißen Hauses pflanzte die First Lady mit Kindern Gemüse an.  Quelle: AP
Washington

 Eine Umfrage zur „First Family“ sorgt in Washington zu Anfang dieser Woche für Überraschung. Ausgerechnet Melania Trump, die so sehr das Rampenlicht an der Seite ihres Ehemannes meidet, führt die Beliebtheitsskala an. Die Amerikaner nehmen es offenbar wohlwollend zur Kenntnis, dass sich die 47-Jährige langsam ihrer Rolle als First Lady annähert.

Melania Trumps erste Solo-Auslandsreise, beim Gärtnern mit afroamerikanischen Kinder oder bei einem festlichen Abendessen, dass sie am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York ausrichtet - das Interesse der US-Medien an den gehäuften Auftritten des früheren Models ist enorm. Überraschend ist nicht zuletzt die wohlwollende Tonlage, mit der die noch sichtlich unsichere Präsidentengattin begleitet und beobachtet wird.

Das ist keine Selbstverständlichkeit: Zu Beginn der 45. Präsidentschaft waren die Scheinwerfer fast ausschließlich auf den politischen Quereinsteiger Donald Trump gerichtet, der mit seiner unorthodoxen Amtsführung viele Beobachter verstört. Dass die Ehefrau des neuen Amtsinhabers zunächst in New York blieb, um ihrem elfjährigen Sohn Barron einen sanften Übergang in das neue Leben im Weißen Haus zu ermöglichen, galt eher als Fußnote in einer turbulenten Zeit.

Trump kümmert sich intensiv um Erziehung ihres Sohnes

Mittlerweile wissen viele Landsleute das unaufdringliche Auftreten offenbar aber zu schätzen.

So wird ihr Besuch am Wochenende in Kanada überwiegend positiv bewertet. Während Ehemann Donald einen neuen Streit vom Zaun bricht und Spitzensportler lautstark beschimpft, die sich zu Beginn großer Football-Spiele der Nationalhymne verweigern, um gegen den anhaltenden Rassismus im Land zu demonstrieren, schlägt sie betont leise Töne an.

Kurioserweise widmet sich die gebürtige Slowenin ausgerechnet dem Kampf gegen das sogenannte Bullying. Gerade Kinder sollten davon verschont bleiben, von anderen tyrannisiert zu werden, sagt Trump, die sich selbst intensiv um die Erziehung ihres Sohn kümmert.

Ehemann Donald, der für seine Pöbeleien und Twitter-Tiraden bekannt ist, scheint sich von den Appellen seiner Frau jedoch wenig angesprochen zu fühlen.

Trump will dem Land dienen

Ganz offensichtlich verfolgt Melania mittlerweile eine ganz eigene Agenda. Auch ihre Sprecherin Stephanie Grisham betont, dass die First Lady Wert darauf legt, trotz aller Aufgaben „sie selbst zu bleiben“ und zugleich dem Land zu dienen.

Wie bereits mehrere US-Medien anmerken, blüht sie gerade in den Momenten auf, in denen sie nicht im Schatten von „The Donald“ steht. So vermittelte sie einen überaus entspannten Eindruck, als sie am Wochenende auf ihrer Stippvisite in Toronto mit Prinz Harry Sportwettkämpfe verfolgte, die der junge Brite für versehrte Militärangehörige vor drei Jahren ins Leben gerufen hatte - die sogenannten Invictus Games.

First Lady Melania Trump und Prinz Harry in Kanada. Quelle: AP

Auch die Begegnung mit Kanadas populären Ministerpräsidenten Justin Trudeau strahlte eine größere Harmonie aus als die Treffen von Donald Trump, der mit der kanadischen Regierung beim Thema Freihandelszone über Kreuz liegt.

Melania Trump und Justin Trudeau, Kanadas Ministerpräsident. Quelle: dpa

Wie im Umfeld des Weißes Hauses zu hören ist, dürfte die Offensive im Umgang mit den repräsentativen Aufgaben nicht allein auf die gebürtige Slowenin zurückgehen. Im Hintergrund soll unter anderem die New Yorker Event-Managerin Stephanie Winston Wolkoff die Weichen stellen, mit der Trump seit Jahren eng befreundet ist. Auch Lindsay Reynolds, die schon unter George W. Bush im „East Wing“ des Weißen Hauses tätig war, bringt jahrelange Erfahrung mit, wie sich öffentliche Auftritte am eindrucksvollsten inszenieren lassen.

Von Stefan Koch/RND

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