Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Bauland-Spekulanten verteuern Wohnungsbau
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bauland-Spekulanten verteuern Wohnungsbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:00 20.09.2017
Bauland ist vielerorts nahezu unbezahlbar – Spekulanten treiben die Preise in die Höhe. Quelle: dpa
Berlin

Besonders groß ist der Preissprung mit 41,7 Prozent in den deutschen Metropolen, mit gravierenden Folgen für die dortigen Mieten. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Bundesbauministerin Barbara Hendricks, die die Studie in Auftrag gegeben hat, zeigt sich alarmiert. „Es gibt Grundstückseigentümer, die lieber auf steigende Preise spekulieren als zu bauen. Die Folge ist, dass wir in den Großstädten zu wenige und zu teure Grundstücke für den Wohnungsbau haben“, sagte die SPD-Politikerin dem RND. Hendricks fordert jetzt steuerliche Gegenmaßnahmen auf kommunaler Ebene: „Wenn Kommunen Brachflächen höher belasten könnten als bebaute Grundstücke, würde sich Spekulation nicht mehr lohnen. Das sollten Bund und Länder gleich nach der Wahl angehen.“

Hendricks: Bundesfinanzministerium in der Pflicht

Zudem, so Hendricks, muss der Bund die Kommunen stärker dabei unterstützen, aktive Baulandpolitik betreiben zu können. „Kommunen können oft nicht mithalten mit privaten Investoren, weil sie nicht genug Geld in der Kasse haben“, sagte die Ministerin im Gespräch mit dem RND und schlug einen Fond vor, gespeist von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). „Der Fonds soll Kommunen das nötige Geld zur Verfügung stellen, um Grundstücke kaufen zu können, auf denen dann bezahlbare Wohnungen entstehen“, forderte Hendricks. Die Ministerin sieht hier das Bundesfinanzministerium in der Pflicht: „Das Bundesfinanzministerium hat eine wichtige Rolle, wenn es um bezahlbares Wohnen geht. Es wird Zeit, dass es diese Rolle auch annimmt.“

Der Studie zufolge geht insbesondere in Berlin der starke Anstieg der Bodenpreise auf Baulandspekulationen zurück. Die Autoren der Studie führen als Indiz hierfür die „auffällige Diskrepanz“ zwischen steigenden Baugenehmigungszahlen und weniger stark steigenden Fertigstellungszahlen an. So gibt es in Berlin 22.000 Baugenehmigungen, aber nur 12.500 davon werden auch umgesetzt. Investoren lassen Grundstücke brachliegen und warten deren Wertsteigerung ab. Betroffen sind vor allem Grundstücke für den Mehrfamilienhausbau.

Von RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat an die Kurdische Regionalregierung (KRG) im Nordirak appelliert, das für den kommenden Montag geplante Unabhängigkeitsreferendum abzusagen. Andernfalls werde die Türkei mit Sanktionen antworten.

20.09.2017
Deutschland / Welt Streit um Referendum in Katalonien - Spaniens Polizei nimmt Separatisten fest

Die Krise in Spanien spitzt sich gut eineinhalb Wochen vor dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens zu. 14 Politiker und Beamte der seperatistischen Regionalregierung wurden am Mittwoch festgenommen, Millionen Wahlzettel beschlagnahmt. Tausende reagierten empört.

20.09.2017

Das Atomabkommen mit dem Iran dominiert den zweiten Tag der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Der Pakt gilt als historisch. Der Iran warnt die USA. Auch Deutschland mahnt Trump, das Abkommen nicht zu „zerstören“.

21.09.2017