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Deutschland / Welt Buharis vergessene Rede
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12:01 21.09.2017
Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung. Quelle: dpa
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Berlin


US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea bei der UN-Versammlung in New York mit der „totalen Zerstörung“ gedroht. Leider gingen die Reden der afrikanischen Regierungsoberhäupter Muhammadu Buhari aus Nigeria und Ellen Johnson Sirleaf aus Liberia in Trumps Getöse unter. Im Gegensatz zu ihm betonten beide, wie wichtig es für eine friedliche Welt ist, die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Beide wissen: Afrikas Bevölkerung wird sich bis 2050 auf 2,5 Milliarden Menschen verdoppeln. Die Hälfte davon wird dann keine 25 Jahre alt sein. Das kann ein großes Risiko oder eine Riesenchance sein – je nachdem, ob die Weltgemeinschaft zusammen mit den afrikanischen Staaten bereit ist, in diese junge Generation zu investieren. Ein Blick auf die Zahlen genügt, um zu verstehen, was die Situation in Afrika mit der Bundestagswahl am Sonntag zu tun hat: Das Bürgerkriegsland Syrien hat rund 21 Millionen Einwohner. Es braucht nicht viel Fantasie, sich auszumalen, was passiert, wenn Nigeria – ein Land mit 186 Millionen Einwohnern, geplagt vom Terror Boko Harams – ein ähnliches Schicksal ereilt wie Syrien. Perspektivlosigkeit ist ein Brandbeschleuniger für bewaffnete Konflikte. Damit gerade die jungen Menschen sich nicht aus Frust den Sirenenrufen der Terroristen zuwenden, braucht es vor allem Investitionen in Gesundheit, Bildung und die ländliche Entwicklung. Jobperspektiven und politische Teilhabe sind elementar. Vor allem aber braucht es Politiker, die dafür einstehen, dass es für globale Herausforderungen keine nationalen Lösungen gibt.

Stephan Exo-Kreischer ist Deutschland-Direktor der entwicklungspolitischen Kampagnenorganisation ONE.

Von Stephan Exo-Kreischer

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