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Deutschland / Welt Der seltsame Beginn einer neuen Epoche
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09:04 08.08.2018
Eine große Linie? Von den Schützengräben an der Westfront zur Ausrufung der ersten deutschen Demokratie, vom nationalsozialistischen Terror zur Gründung der Bundesrepublik, von Mauerbau über Mauerfall zu den Pegida-Protesten in den ostdeutschen Bundesländern – kein großes Ereignis der deutschen Zeitgeschichte ist denkbar ohne die Novemberrevolution von 1918. Quelle: RND-Collage, Fotos: akg-images,
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Berlin

Dichter Nebel liegt über Amiens im Nordosten Frankreichs, als mehr als 500 alliierte Panzer in Richtung der deutschen Stellungen rollen. Für die deutschen Soldaten ist alles zu spät. 15 000 Männer sterben in ihren feldgrauen Uniformen, 15 000 ergeben sich.

Am 8. August 1918 um 5.20 Uhr beginnt das Ende des Ersten Weltkriegs. Das Ende des deutschen Kaiserreichs. Das Ende der Welt, wie sie den Europäern vertraut war.

Im Morgennebel von Amiens beginnt aber auch etwas Neues: die Revolution, die den Deutschen die erste Republik brachte und die Demokratie als großartigste politische Errungenschaft unserer Geschichte. Sie hat nicht lange gehalten, damals. Weil in Amiens auch die große Lüge geboren wurde, deren Gift die junge Republik zerstörte.

Für den deutschen General Erich Ludendorff war jener 8. August vor 100 Jahren „der schwarze Tag des deutschen Heeres“. Es war der Tag, an dem dieser große Blender nicht einmal sich selbst noch belügen konnte. Ludendorff, Stabschef von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und heimlicher Kopf der dritten Obersten Heeresleitung, wusste: Dieser Krieg ist verloren.

In der Heimat ahnte man noch nichts davon.

Und so setzten Ludendorff und von Hindenburg die Mär vom unbesiegten Heer in die Welt – und vom Verrat der tapferen Krieger durch vaterlandslose Gesellen, Sozialdemokraten und Sozialisten allesamt. In den sieben Wochen zwischen der Schlacht von Amiens und der Bitte um einen Waffenstillstand inszenierte Ludendorff die Legende vom „Dolchstoß der Heimat in den Rücken des Heeres“.

Der Vater der „Dolchstoßlegende“, die zum tödlichen Gift für die erste deutsche Demokratie wurde: Generalfeldmarschall Erich Ludendorff. Quelle: arkivi

In Wirklichkeit hatten die Soldaten an der Front das Kämpfen längst aufgegeben. Und heimlich liefen die Vorverhandlungen für einen Waffenstillstand.

Die Matrosen in Wilhelmshaven und Kiel schienen es zu ahnen. Die Marineleitung befahl Ende Oktober 1918 ein letztes Gefecht gegen die britische Flotte – und die Matrosen meuterten. Sie sahen nicht ein, „auf einer Todesfahrt verheizt zu werden, um die Ehre der Offiziere zu retten“, wie Marinehistoriker Michael Epkenhans sagt. Erst verweigerten Marinesoldaten in Wilhelmshaven den Befehl, dann schloss sich am 3. November die Arbeiterschaft dem Matrosenaufstand in Kiel an.

Aus Untertanen werden Bürger

Der Funke der Empörung aus den Garnisonen fachte die „Frieden-jetzt-Stimmung“ im ganzen Land an – bis sie am 9. November die Siedetemperatur einer Revolution erreichte. Einer Revolution, in der die Monarchie zerschmolz und aus Untertanen Bürger wurden.

Die Deutschen fremdeln bis heute mit diesem Umsturz. Ganze Historikergenerationen bespöttelten den Matrosenaufstand als „halbe Revolution“, die darauf folgende Weimarer Republik als „Fehlgeburt einer Demokratie“. Doch es lohnt ein frischer Blick auf das Geschehen vor 100 Jahren.

Denn manches kommt uns seltsam vertraut vor. Das Kaiserreich zerbröselte so kläglich wie später die DDR. Kaisertreue lehnten die Weimarer Republik ebenso leidenschaftlich ab wie Pegida-Anhänger die Bundesrepublik. Und schon damals wurde der SPD von links vorgeworfen, dass sie sich den Bürgerlichen als Helfer andiene.

Galanterie statt Guillotine: Der deutsche Aufstand

Manche Wunden, die vor 100 Jahren geschlagen wurden, sind noch heute nicht verheilt. Hätte etwa „Bluthund“ Gustav Noske, der sozialdemokratische Reichswehrminister, nicht Soldaten auf revoltierende Arbeiter schießen lassen, gäbe es die tiefe Spaltung der Linken nicht, auch nicht Sahra Wagenknechts neue Sammlungsbewegung „#aufstehen“.

Das Aufbegehren fiel den Deutschen vor 100 Jahren schwer. Flatternde rote Fahnen konnten eine über Generationen währende Erziehung zu Knechtseligkeit und dumpfem Gehorsam nicht vertreiben. Aufständische Matrosen zogen im November in Potsdam vor die Villa Ingenheim, wo die Kaiserin Quartier bezogen hatte. Auguste Victoria kam heraus zum Tor. Dort wurde sie nicht wie einst Marie Antoinette in Frankreich weggezerrt, sondern hofiert. „Majestät, dürfen wir Ihnen einen Stuhl bringen?“, fragten Meuterer die Herzkranke. Worauf die Kaiserin kühl erwiderte: „Ob und wann ich mich setze, entscheide ich selbst.“ Ein seltsamer Umsturz: Die Aufrührer zogen ab.

Galanterie statt Guillotine. Beruhigendes statt Bastille. Nachdem er am Revolutionssonntag durch den Grunewald spaziert war, bemerkte der Philosoph Ernst Troeltsch: „Auf allen Gesichtern stand geschrieben: Die Gehälter werden weiterbezahlt.“ Szenen wie diese sorgten später für den Spott der Historiker.

Der dumpfe Groll der Massen

1918 fühlte es sich dagegen wie eine Epochenwende an. Der Chefredakteur des liberalen „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff, schrieb im November von „der größten aller Revolutionen“. Doch schon im Juni 1919 bekannte der Sozialdemokrat Rudolf Wissell: „Wir konnten den dumpfen Groll, der in den Massen steckt, nicht befriedigen.“ Was war in diesen sieben Monaten geschehen? Darüber streiten die Historiker noch heute.

Der junge Brite Mark Jones legt nun mit „Am Anfang war Gewalt“ ein Buch vor, in dem er die Brutalität, mit der Truppen der SPD-Regierung auch gegen Zivilisten vorgingen, als Vorboten der Nazi-Gräuel interpretiert. Die ersten Fliegerbomben auf Berlin fielen 1919 – aus deutschen Maschinen. Ziel waren Linksradikale, die mit dem „Spartakusauf­stand“ eine Räterepublik erzwingen wollten. Der innenpolitische Gegner, sagt Jones, sei „entmenschlicht worden wie der Feind an der Front“. Vom Marodieren der Freikorps zieht der Historiker eine gerade Kontinuitätslinie zur SS-Tötungsmaschinerie in Auschwitz.

„Der junge Heinrich Himmler war neidisch auf seinen großen Bruder“

„Einspruch“, sagt da der Freiburger Historiker Jörn Leonhard: „Es ist zu einfach, wenn man im November 1918 bereits das Schicksal der Weimarer Republik besiegelt sieht.“ Tatsächlich mussten zwischen 1928 und 1933 viele Faktoren zusammenspielen, um den Nazis den Weg zu ebnen. Zudem sei die Brutalisierung in der Zwischenkriegszeit auch nicht – wie früher angenommen – auf zurückkehrende Frontsoldaten zurückzuführen, sondern auf die 17-, 18-Jährigen, die sich um ihre „Chance auf Bewährung“ gebracht sahen. „Der junge Heinrich Himmler war genau so ein Fall, neidisch auf seinen großen Bruder, der noch an der Front ausgezeichnet wurde.“

Leonhard zieht eine gemischte Bilanz: Zwar sei die Weimarer Verfassung „eine sehr große Leistung, die zur Vorgeschichte unseres Grundgesetzes gehört“. Zugleich habe die Revolution „viele Bürgerliche von der Republik entfremdet“, weil sie in ihr den Grund für „die schmachvolle Niederlage und den Verlust der Monarchie“ sahen.

Neue Bücher, neuer Blick: 1918/19 zum Weiterlesen

Jörn Leonhard: „Der überforderte Frieden“. Versailles und die Welt 1918–1923. C.H. Beck (erscheint im Herbst): Der in Freiburg lehrende Historiker sieht im Jahr 1919 ein Scharnier des 20. Jahrhunderts. Die Friedensverhandlungen in den Pariser Vororten waren das bisher größte Medienereignis. In ihrer Folge wurde die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln zu einem Kennzeichen der Nachkriegsperiode.

Wolfgang Niess: „Die Revolution von 1918/19. Der wahre Beginn unserer Demokratie“. Europa-Verlag. 24,90 Euro: Der Stuttgarter Journalist und Historiker analysiert die über 30 Jahre vergessene Revolution neu. Diese sei nicht verraten worden, aber unterschätzt. Niess sieht in der Novemberrevolution eine der stärksten Wurzeln der Bundesrepublik.

Mark Jones: „Am Anfang war Gewalt: Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik“. Propyläen-Verlag. 26 Euro: Eine der spannendsten und provokantesten Studien zum Revolutionsjubiläum; eine Geschichte der Gewalt und einer friedlichen Revolution, die in Tabubrüchen endet. Die Weimarer Republik als „Inkubationsraum für das Dritte Reich“?

Michael Epkenhans: „Der Erste Weltkrieg“. Utb. 19,99 Euro: Präzise, verdichtete Betrachtung der deutschen, europäischen und globalen Dimension des Weltkriegs.

Herfried Münkler: „Der große Krieg. Die Welt 1914-1918“. Rowohlt. 29,95 Euro. Detailreiche Gesamtdarstellung des Weltenbrandes, der das Ende der alten Imperien bedeutete.

Der Potsdamer Historiker Michael Epkenhans sieht 1918/19 als „die Geburtsstunde der deutschen Demokratie, auch wenn der erste Anlauf später gescheitert ist.“ Einigkeit und Recht und Freiheit seien ein Erbe des Umsturzes, wie die Gleichberechtigung der Frau. „Man könnte sogar die Wurzeln der Marktwirtschaft in den Gemeinschaftskonzeptionen der Zeit verorten, Mitbestimmung und Betriebsräte sind heute noch grundlegend.“ Vor allem in den Grundrechten sieht Epkenhans „das gewichtige Erbe der Revolution“.

In manchem wirkt die Novemberrevolution wie ein ferner Spiegel. So brach das Kaiserreich mit einem Winseln zusammen, nicht mit einem Knall – wie 71 Jahre später die DDR, die ihre stärkste Bastion, die Mauer, einfach aufgab.

„Ich bin vor Ekel beinahe erstickt“

Der Unternehmer Oskar Münsterberg notierte nach der Abdankung des Kaisers in seinem Tagebuch: „Alle atmen auf. Endlich! ... Merkwürdig. Ich fühle keine tiefere innere Erregung.“ Als die Armee an der Westfront zurückgeworfen wurde, hatte die Monarchie als Ganzes ihre Autorität verloren – bis ins kleinste Dorf: „Die größte Menge der Wittorfer Einwohner steht der Kaiserabdankung völlig gleichgültig gegenüber“, notierte der Dorfchronist in der Lüneburger Heide.

Manche ballten allerdings die Faust in der Tasche. So schrieb Oswald Spengler, der Prophet des „Untergangs des Abendlandes“, Mitte Dezember 1918: „Ich bin vor Ekel beinahe erstickt. Und dann die Art, wie Kaiser Wilhelm fortgejagt wurde, wie jeder Lumpenhund sich herausnimmt, dem Manne Kot anzuwerfen.“

Tatsächlich wirkte die Macht des Krieges längst in den Alltag. Vor Brotläden mussten die Deutschen immer länger anstehen, seit Oktober gab es in den Städten keine Milch mehr. Ein Braten zu Weihnachten war illusorisch. Mehr als eine Brühe aus Liebigs Fleischextrakt oder die Patentsparsuppe Victoria von Knorr war für die meisten nicht drin. Dass Adlige und bürgerliche Kriegsgewinnler weiter im Luxus schwelgten, hatte das Vertrauen in alte Gewalten erodieren lassen. Leonhard schreibt: „Es gab in Berlin oder den Residenzstädten keine Barrikaden von Monarchisten, die den Kaiser in Berlin oder die Fürsten behalten wollten. Der Krieg hat diese alte Ordnung ausgehöhlt, so dass ihr Ende keine Gewalt auslöste.“

Ein Wiedergänger: Flüsterwitze vor leeren Regalen

70 Jahre später erlebten die Deutschen in der DDR einen Wiedergänger dieses Musters: Flüsterwitze vor den leeren Regalen der Konsumläden nahmen dem Stasi-Staat den Schrecken. Die hingestotterte Ankündigung von Reiseerleichterungen ließ dann 1989 alle Dämme brechen, ohne dass ein Schuss fallen musste.

Neue Ordnungen aber, deren Start als erniedrigend empfunden wird, tragen schwer an dieser Hypothek. Für SED-Funktionäre war die Wiedervereinigung das, was Versailles für Kaisertreue war.

„Der Versailler Vertrag wurde bis weit in die Sozialdemokratie als demütigend empfunden“, analysiert Epkenhans. So warnte Philipp Scheidemann, der am 9. November vom Balkon des Reichstagsgebäudes die Republik ausgerufen hatte, vor der Unterzeichnung: „Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in diese Fesseln legt?“

Ein Lügengespinst erstickt die Republik

Es wäre der Boden gewesen, auf dem Linke und Bürgerliche einander hätten begegnen können, die Republik gemeinsam hätten bauen können. Doch das Ludendorff’sche Lügengespinst von der roten Heimatfront, die das deutsche Heer hinterrücks erdolcht habe, hinderte das Bürgertum daran, sich mit der neuen Ordnung auszusöhnen. Es war die Ordnung der Verräter.

Verraten fühlten sich 1989 auch die DDR-Grenzer, die die Mauer öffnen mussten. Eine Wiedervereinigung, bei der aus der Ost-Konkursmasse nicht mal das Ampelmännchen übernommen wurde, geschweige denn das damals weltbeste Recyclingsystem oder gar die Hymne, fühlte sich für viele wie eine feindliche Übernahme an. Ein Faktor, der nachwirkt, der womöglich das anhaltende Fremdeln mit Meinungsfreiheit und Parlamentarismus in ostdeutschen Pegida-Hochburgen erklären kann.

Die Hyperinflation von 1923, die die Sparguthaben der Mittelschicht verglühen ließ, war der Katalysator, der aus Reserviertheit Hass auf die Weimarer Republik werden ließ. Haben wir jüngst Ähnliches erlebt, nach dem kurzfristigen Kontrollverlust in der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 und der massenhaften Hinwendung zu rechtspopulistischen Heilsversprechen?

„Die Wiedervereinigung belegt, dass Umbrüche immer von vielen als Verlust empfunden werden“, sagt Historiker Epkenhans. „So prägen die Phantomschmerzen des verlorenen Sowjetimperiums bis heute die russische Außenpolitik. Und die Phantomschmerzen über den Verlust des Empires förderten im Vereinigten Königreich die Brexit-Stimmung.“

Die SPD spart sich das historische Gedächtnis

Ist es zu früh – oder zu spät für ein angemessenes Erinnern an die Revolution von 1918/19? Für die Bundesregierung, sagt das Bundespresseamt, sei es einfach zu früh, um jetzt schon für eine 100-Jahr-Feier im November zu planen. Und die SPD hält sich gleich ganz bedeckt: Ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Novemberrevolution will SPD-Chefin Andrea Nahles die „Historische Kommission“ der Partei auflösen. Aus Spargründen. Und sehr zum Zorn vieler Parteimitglieder. Geschichtswissen, ein unnötiger Luxus? Deutliche Worte fand etwa der frühere schleswig-holsteinische Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer: „Ein solches Zeichen der Geschichtslosigkeit im 100. Jubiläumsjahr der deutschen Republik, die übrigens ihren Beginn in Kiel hat, ist oberpeinlich!“ Willy Brandt hatte die Kommission 1981 ins Leben gerufen, Fachhistoriker arbeiteten die Geschichte der ältesten Partei auf, beteiligten sich an aktuellen Debatten. Die von der „HiKo“ vorbereitete Konferenz zum Thema „Revolution und Demokratie“ soll nun am 9. November von der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgerichtet werden.

Im Oktober 1918 traten die Sozialdemokraten in das Kabinett des Endzeit-Kanzlers Prinz Max von Baden ein, um das besiegte Kaiserreich abzuwickeln. Dem gelernten Sattler Friedrich Ebert war klar, dass er von den Militärs als Sündenbock benutzt wurde. Doch lockte die Sozialdemokraten die Chance, das Stigma der „vaterlandslosen Gesellen“ loszuwerden. Völlig unvorbereitet kamen sie in ihre Ämter. Ihr oberstes Ziel war, eine bolschewistische Revolution zu verhindern. Dafür schlossen Ebert und Scheidemann defensive Bündnisse mit den alten Eliten, statt diese abzulösen.

Sie hatten „titanische Aufgaben“ zu bewältigen, wie Epkenhans aufzählt: „Die Menschen hungerten, starben zu Tausenden an der Grippe, es gab Straßenkämpfe, es mangelte an Kohle und im Osten kam es zu kriegerischen Konflikten. Und anders als 1989/90 in der DDR gab es 1918 niemanden, der von außen kam und seine Hilfe anbot.“

Fernes Echo und Wurzel – auch in der SPD

Der Schulterschluss mit den Militärs vertiefte allerdings die Spaltung der Linken, die laut Leonhard „zumindest geschichtspolitisch bis heute andauert, denkt man an die im Januar alljährliche Prozession von Linkspolitikern an die Gräber der 1919 ermordeten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.“

Heute beklagen die Jusos die verpasste Chance der SPD, sich nach der verlorenen Wahl in der Opposition zu erneuern, statt wieder in eine Große Koalition einzutreten. Vor 100 Jahren würgte die erzwungene Regierungsverantwortung in der SPD den Streit über „Revolution oder Reform“ ab. „So geriet sie in den geradezu tragischen Zwiespalt, einerseits zu regieren und andererseits zu opponieren“, sagt Leonhard. „Die aktuelle Situation der SPD erinnert bisweilen daran.“

Fernes Echo und Wurzel – der Untergang des Kaiserreiches in der Novemberrevolution ist für die Gegenwart auch in dieser Beziehung beides.

Von Joachim Zießler/RND

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