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Deutschland / Welt Puigdemont bleibt vorerst in Berlin
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13:58 07.04.2018
Carles Puigdemont, ehemaliger Präsident der spanischen Region Katalonien, spricht auf einer Pressekonferenz in Berlin. Quelle: dpa
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Berlin

Nach seiner Verhaftung in Schleswig-Holstein am 25. März hält sich Carles Puigdemont derzeit in Berlin auf. Am Samstag forderte der ehemalige Präsident Kataloniens auf einer Pressekonferenz erneut die Freilassung weiterer politischer Gefangener in Spanien. Sobald er zurück zu einem „normalen Alltag“ gekommen sei, möchte sich Puigdemont weiter für die Katalanen einsetzen.

Bei seinem Auftritt kritisierte er das harte Vorgehen der spanischen Justiz. Dennoch forderte er die Regierung zu Gesprächen auf. „Ich hoffe, dass diese neue Situation dazu führt, dass die spanische Zentralregierung merkt, dass man hier eine politische Lösung finden muss“, sagte Puigdemont. „Wir müssen und möchten mit der Regierung in den Dialog treten.“ Dabei sei eine Unabhängigkeit nicht der einzige Weg für einen Neuanfang.

Zudem sicherte Puigdemont dem Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung, Jordi Sanchez, seine Unterstützung zu. Der Chef der separatistischen Organisation Assemblea Nacional Catalana, der momentan in spanischer Untersuchungshaft sitzt, soll als Kandidat der beiden großen separatistischen Parteien neuer Regionalchef werden.

„Ich respektiere die Entscheidung“

„Meine Töchter waren gerade auf dem Weg nach Belgien, um mit mir Ostern zu feiern. Die Verhaftung war ein Schock“, sagte Puigdemont. Dennoch respektiere er die politische Entscheidung und die Haltung jeder Regierung in Europa. „Ich glaube fest an die europäische Demokratie.“ Er wolle sich nicht in die deutsche Politik einmischen.

Um die Auflagen des Oberlandesgerichts Schleswig-Holstein zu erfüllen, wird Puigdemont zunächst in Berlin bleiben. Er darf Deutschland nicht ohne Zustimmung verlassen und muss sich einmal pro Woche bei der Polizei in Neumünster melden. Zudem muss er die Polizei umgehend über einen Aufenthaltsortswechsel informieren.

Seine Zeit in der JVA Neumünster beschrieb der Katalane als „sehr intensiv“. „Dennoch sei die Behandlung in der JVA sehr professionell und sehr fair gewesen.“

Von RND/mkr

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