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Deutschland / Welt Die wichtigsten Zuckerberg-Aussagen im Überblick
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12:24 11.04.2018
Mark Zuckerberg, Gründer und Chef von Facebook, sagt vor dem US-Kongress aus Quelle: dpa
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Washington

Die intensiven Vorbereitungen haben sich ausgezahlt: An der Börse sah es nach der Feuerprobe vor dem US-Kongress gut aus für Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Im Laufe der fünfstündigen Befragung stieg die Aktie des Sozialen Netzwerks um 4,5 Prozent und erreichte damit den größten Zuwachs der vergangenen zwei Jahre.

In einer Art „Moot Court“, einer fiktiven Verhandlung, sollen Zuckerbergs Berater die Befragung bereits vorab simuliert haben, berichtet die „New York Times“. Ein Team aus Rechtsanwälten, Kommunikationsexperten und politischen Beratern feilte bis zuletzt an der Aussage, die bereits vorab veröffentlicht wurde.

Erneut räumte Zuckerberg darin seine Fehler im Zuge des Datenskandals ein und übernahm die volle Verantwortung.

Facebook war nach Bekanntwerden der Affäre in Bedrängnis geraten. Vor gut vier Jahren hatten Entwickler einer Facebook-Umfrage-App Nutzer-Informationen illegal an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica vermittelt. Das britische Unternehmen war unter anderem für das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump tätig. Bereits in den vergangenen Wochen entschuldigte sich Zuckerberg mehrmals für das Leck und schränkte die Möglichkeiten externer Entwickler ein.

Bei der Befragung beantwortete der gut vorbereitete Firmenchef, der seine anfängliche Nervosität schnell ablenken konnte, vor allem die Detail-Fragen meist nur indirekt. Zu Aussagen, die langfristige Folgen für Facebook haben könnte, ließ sich Zuckerberg nicht hinreißen. Seinen Spickzettel benötigte der 33-Jährige nicht. Auf diesem hatte Zuckerberg unter anderem die Antwort auf die Frage nach seinem Rücktritt vorbereitet: „Nein“ – er werde nicht zurücktreten.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg lässt im Kongress seine Notizen zurück. Quelle: AP

Facebook wurde von Sonderermittler Mueller befragt

Vor dem Kongress teilte Zuckerberg zudem mit, dass einige seiner Mitarbeiter von FBI-Sonderermittler Robert Mueller befragt wurden. Mueller untersucht seit Mai 2017 eine mögliche russische Einflussnahme im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016. Zuckerberg selbst wurde nicht befragt.

Zuckerberg erwägt kostenpflichtige Version

Erstmals brachte Zuckerberg eine mögliche Premium-Version seines Netzwerks ins Spiel. Demnach könnte es künftig ein Facebook ohne Werbeausspielungen geben. Dennoch betonte der Gründer, dass immer auch eine kostenlose Version existieren werde.

Keine Informationen über Dauer der Konto-Löschung

Längst nicht auf alle Fragen der Senatoren hatte Zuckerberg eine Erklärung parat. Wie lange es dauert, bis Facebook die Daten der User löscht, die ihr Konto deaktivieren, antwortete Zuckerberg nicht. Es handele sich dabei um einen komplexen Vorgang. Man bemühe sich jedoch, dies in einer angemessenen Zeit zu tun. Auch konnte der Firmenchef nicht beantworten, welche und wie viele Daten an Cambridge Analytica übermittelt wurden.

Facebook hört seine Nutzer nicht ab

In der Vergangenheit gab es immer wieder Spekulationen über mögliche Abhörungen durch die Facebook-App. Nutzer berichteten, dass sie nach Gesprächen, die sie in der Nähe ihres Endgerätes führten, entsprechende Werbeanzeigen angezeigt bekommen hätten. „Das machen wir nicht“, sagte Zuckerberg und bezeichnete die Berichte als „Verschwörungstheorie“.

Firmenchef will harte Regulierungen vermeiden

Zu Beginn der Anhörung betonte der Chef des Handelsausschusses, John Thune, es sei an der Zeit für mehr Regulierung anstelle der einseitigen Zusagen der Unternehmen. Zuckerberg reagierte wie erwartet zurückhaltend auf mögliche gesetzliche Vorgaben. Er würde regulierende Mechanismen unterstützen, wenn es sich um die „richtigen“ handeln würde.

Von RND/mkr/dpa

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