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Deutschland / Welt Vier Tote bei Massenprotesten im Gazastreifen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Vier Tote bei Massenprotesten im Gazastreifen
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18:54 20.04.2018
Protest im Gazastreifen: Palästinenser wollen offenbar einen Drachen in Brand setzen und über die Grenze nach Israel fliegen lassen. Quelle: AP
Gaza

Während Israel sein 70-jähriges Bestehen feiert, ist es erneut zu Konfrontationen am Rande des Gazastreifens gekommen – dabei starben vier Palästinenser, hunderte wurden verletzt. Sie seien an der Grenze zu Israel durch Schüsse tödlich verletzt worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Einer der Toten sei erst 15 Jahre alt gewesen, ein weiterer behindert. 445 weitere Palästinenser seien verletzt worden, davon 125 durch Schüsse.

Damit steigt die Zahl der bei Massenprotesten an der Gaza-Grenze getöteten Palästinenser auf 39. Seit Ende März waren zudem Hunderte durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt worden. Es ist der schlimmste Gewaltausbruch seit dem Gaza-Krieg 2014. Anlass für den „Marsch der Rückkehr“ ist der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung.

Israel warnt vor Lebensgefahr

Das israelische Militär hatte die Palästinenser im Gazastreifen zuvor aufgerufen, am Freitag dem Grenzzaun zu Israel fern zu bleiben. Wer sich der Sperranlage nähere und sich an den Protesten dort beteilige, riskiere sein Leben, hieß es auf Flugblättern, die von Militärflugzeugen am Morgen über dem Palästinensergebiet abgeworfen wurden. Israel wirft der Hamas vor, unter dem Deckmantel der Proteste Angriffe auf Israel und den Grenzzaun zu planen.

Die Proteste richten sich gegen die Blockade des Gazastreifens. Die Palästinenser sehen die Staatsgründung Israels als Katastrophe an, weil 1948 Hunderttausende von ihnen fliehen mussten oder vertrieben wurden. Sie pochen auf ein „Recht auf Rückkehr“ in das heutige israelische Staatsgebiet. Israel lehnt dies ab.

Im Gaza-Streifen, der etwas kleiner ist als das Bundesland Bremen, leben nach Schätzungen knapp 2 Millionen Menschen. Israel kontrolliert die Außengrenzen im Norden, Osten und an der westlichen Küste. Die Geburtenrate gehört zu den höchsten der Welt, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 60 Prozent. Die meisten Menschen leiden unter Perspektivlosigkeit.

Von dpa/RND

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