Polarisiert: Thilo Sarrazin.
Die von Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin angefachte Integrationsdebatte lässt nach einer Umfrage Sympathien der Deutschen für eine bürgerliche Protestpartei zu Tage treten. Wie eine repräsentative Emnid-Umfrage für die „Bild am Sonntag“ ergab, würde fast jeder fünfte Deutsche (18 Prozent) eine neue Partei wählen, wenn ihr Chef der Integrationskritiker Sarrazin wäre. Besonders viel Zuspruch bekäme eine Sarrazin-Partei demnach bei Anhängern der Linkspartei (29 Prozent). Auch 17 Prozent der Unionswähler würden eine solche Formation wählen. Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte, für diese Befragten sei Sarrazin jemand, „der endlich ausspricht, was viele denken“.
Sarrazin hatte mit seinen Thesen zur angeblich mangelnden Integrationsfähigkeit von Migranten und weiteren provokanten Äußerungen für heftige Kritik gesorgt. Die Bundesbank hat deshalb bei Bundespräsident Christian Wulff seine Entlassung aus dem Vorstand beantragt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) distanzierte sich ebenfalls von Sarrazins Äußerungen, forderte aber am Samstag eine Integrationsdebatte ohne Tabus, die auch Themen wie Gewalttätigkeit unter jugendlichen Migranten nicht ausklammere.
Der Emnid-Umfrage zufolge könnte auch andere Politiker mit Parteigründungen Wähler überzeugen. Eine Partei unter Vorsitz des ehemaligen Unions-Fraktionschefs und CDU-Finanzexperten Friedrich Merz etwa würden 20 Prozent der Bundesbürger wählen. Die größte Strahlkraft auf Unzufriedene hat demnach der ehemalige Bundespräsidentschaftskandidat von SPD und Grünen, Joachim Gauck:
Eine Partei unter seiner Führung würden 25 Prozent der Deutschen wählen.
afp
Kommentare
Realität Mr. Schule – 07.09.10
Für die meisten Schülerinnen und Schüler ist es Realität, dass sie nicht auf Schulen möchten, auf denen der Anteil der Kinder oder Jugendlichen mit Migrationshintergrund hoch ist. Warum? Rassismus? - Nein, sie machen sich Sorgen, denn jeder jüngere Mensch weiß, dass der Umgang mit Jugendlichen, die aus dem muslimischen Kontext stammen, gefährlich sein kann. Da muss man nur falsch gucken, an der falschen Stelle stehen oder einfach etwas ungewöhnlich aussehen und schon bekommt man "auf die Fresse". Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenFalsche Zahlen Hansi – 05.09.10
Noch ist es nicht gesellschaftsfähig, sich zu Sarrazins Haltung öffentlich zu bekennen. Daher würde er in der intimen Stille der Wahlkabinen mit Sicherheit jede dritte (!) Stimme bekommen - einfach nur um den bisherigen Dummschwätzern und Realitätsleugnern eins auszuwischen - meine Prognose ist wesentlich besser ... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenDen Sarrazin höre ich gerne, den Muezzin möchte ich nur im Orient hören. B.F. – 05.09.10
An dieser Stelle wurde durch die Redaktion ein Kommentar gelöscht, da er nicht den Nutzungsbedingungen entsprach. Die Nutzungsbedingungen für Leserkommentare auf den Internetseiten des Tageblattes finden Sie hier: http://www.goettinger-tageblatt.de/Portal-Service/Nutzungsbedingungen. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenDer Sarrazener pepeshrek – 05.09.10
An dieser Stelle wurde durch die Redaktion ein Kommentar gelöscht, da er nicht den Nutzungsbedingungen entsprach. Die Nutzungsbedingungen für Leserkommentare auf den Internetseiten des Tageblattes finden Sie hier: http://www.goettinger-tageblatt.de/Portal-Service/Nutzungsbedingungen. (pto) Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenFast jeder fünfte Deutsche würde Sarrazin-Partei wählen GronerBürger – 05.09.10
Ich bin eine normal denkender Groner Bürger, bin hier aufgewachsen und lebe hier sehr gerne in meinem Elternhaus, ich bin weder rassistisch, noch sonstwas. Herr Sarrazin macht endlich mal den Mund auf und sagt laut, was viele sich nicht trauen. Ich, meine Familie, meine Freunde und Bekannten, sogar meine Arbeitskollegen, also etwas 50 Leute, sind alle seiner Meinung. Schade nur, das die Politik wieder alles in Grund und Boden diskutiert, das am Ende eh wieder nichts passiert und wir wieder die Dummen sind, die sich krumm schuften, damit diese Leute weiter Hartz 4 bekommen, nebenbei schwarz arbeiten gehen und sich über unsere Doofheit totlachen ! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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