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Deutschland / Welt Ferkelkastration: Klöckner ruft zur Nutzung von Alternativen auf
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17:46 27.11.2018
Eine Alternative zur schmerzvollen Kastration: Ein Schweinezüchter legt ein junges Ferkel zur Kastration in eine Narkoseanlage mit Isofluran. Quelle: dpa
Berlin

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ruft Landwirte dazu auf, noch vor Ablauf der zweijährigen Frist bis zu einem endgültigen Verbot der Ferkelkastration auf tierschutzgerechte Alternativen umzusteigen. Fleischindustrie und Handel seien in der Pflicht, die Schweinebauern dabei zu unterstützen.

Das geht aus dem Manuskript einer Ansprache hervor, die Klöckner am Dienstag in einem Gespräch mit Vertretern von Fleischindustrie, Einzelhandel und Tierärzten hielt. Es liegt dem RedaktionsNetzwerk Deutschland vor.

Gibt es einen Markt für nicht kastrierte Jungeber?

Demnach sprach sich die CDU-Politikerin für den Einsatz des seit Kurzem in der EU zugelassenen Betäubungsgases Isofluran aus. Damit sollen Landwirte die Narkose vor der Katration selbst durchführen können. Den Angaben Klöckners zufolge will das Bundeslandwirtschaftsministerium die entsprechende Verordnung dazu auf den Weg bringen.

Eine weitere, Klöckner zufolge noch unzureichend genutzte Alternative stellt die Jungebermast dar. „Ich habe verstanden, dass die Jungebermast nicht für alle infrage kommt“, so Klöckner. Sie werde aber bereits „zu einem nicht unerheblichen Teil“ in Deutschland und der EU angewandt.

„Es ist also offensichtlich, dass hier das Problem weniger auf der Seite der Landwirtschaft besteht“, sagte die Ministerin und appellierte an die Vertreter von Fleischindustrie und Handel, den Anteil der Mast unkastrierter Jungeber mit geeigneten Vermarktungswegen auszubauen.

Klöckner fordert mehr Akzeptanz der Verfahren

Ein weiteres zulässiges Verfahren stelle die Immunokastration dar, bei der die Tiere mit einem Antikörper geimpft werden, der die Hormonproduktion und damit Geruchsauffälligkeiten unterbinden soll. „Grundsätzlich funktioniert auch dieses Verfahren.

Landwirte würden auch mit diesem Verfahren zurechtkommen“, heißt es in Klöckners Manuskript. Klöckner appellierte an Mäster, Handel und Fleischbranche, die Akzeptanz dieses Verfahrens auszubauen.

Das neue Tierschutzgesetz soll Ferkeln Schmerzen ersparen – später

Der Bundestag wird am Donnerstag in letzter Lesung über eine Änderung des Tierschutzgesetzes beraten. Demnach wäre die betäubungslose Ferkelkastration ab dem 1. Januar 2019 verboten. Die Regierungsfraktionen haben jedoch einen Gesetzentwurf eingebracht, mit dem das Verbot der Ferkelkastration um zwei Jahre verschoben werden soll.

Lesen Sie auch: Tierärzte kritisieren Ferkel-Kastrationspläne

Von Marina Kormbaki/RND

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