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Deutschland / Welt Großbritannien ruft höchste Terrorwarnstufe aus
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21:55 15.09.2017
Der Chef der Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei, Mark Rowley. Quelle: imago/ZUMA Press
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London

In der Londoner U-Bahn ist im morgendlichen Berufsverkehr eine selbstgebaute Bombe explodiert. Dabei seien an der Station Parsons Green 29 Menschen verletzt worden, teilte die Polizei mit. Premierministerin Theresa May sagte, der Sprengsatz sei darauf ausgelegt gewesen, erheblichen Schaden zu verursachen. Zur Erleichterung der Londoner explodierte die Bombe jedoch nur teilweise.

Die IS-Terrormiliz hat derweil den Anschlag für sich reklamiert. Ein Kämpfer des Islamischen Staates habe die Tat ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Freitagabend im Internet.

Die meisten Verwundeten hätten Verbrennungen erlitten, teilte die Polizei mit. Schwere Verletzungen seien nicht gemeldet worden. Die Bombe ging gegen 8.20 Uhr Ortszeit hoch. Eine Frau auf dem Bahnsteig habe nach eigenen Angaben eine Tasche gesehen und einen Knall gehört, „also war offensichtlich etwas hochgegangen“, sagte der Pendler Richard Aylmer-Hall, dessen Zug die U-Bahn-Station gerade verlassen hatte. „Einige Menschen wurden umgestoßen und es wurde auf ihnen herumgetreten“, sagte er. Zwei Frauen seien von Sanitätern behandelt worden.

Noch gibt es keine Festnahmen

Der weitere Augenzeuge Chris Wildish sagte dem Sender Sky News, es habe eine Stichflamme gegeben und dann nach Chemikalien gestunken. Im Zug hätten viele Schulkinder gesessen, die von den Passagieren herumgestoßen worden seien, die sich vor dem Feuerball in Sicherheit bringen wollten.

Bürgermeister Sadiq Khan rief die Londoner auf, ruhig und wachsam zu sein. Die Stadt verurteile die „abscheulichen Personen, die versuchen, uns mit Terror zu verletzen und unsere Lebensart zu zerstören“. London werde sich aber durch Terror nicht einschüchtern lassen.

Die Antiterroreinheit der Polizei übernahm die Ermittlungen. Hunderte Detektive sicherten Spuren, befragten Zeugen und überprüften die Aufnahmen von Sicherheitskameras. Festnahmen wurden zunächst nicht gemeldet.

Wieder trifft es London

Der Terrorexperte Magnus Ranstorp sagte, die Passagiere hätten Glück im Unglück gehabt, weil nur Teile der Bombe explodiert seien. Der größte Teil des Sprengsatzes und die Hülle seien noch intakt. Das werde den Ermittlern die Arbeit erleichtern. „Es hätte wirklich schlimmer kommen können“, sagte er.

London war in jüngster Zeit mehrfach Ziel von Terrorangriffen. So gab es tödliche Attacken mit Fahrzeugen auf der London Bridge und nahe einer Moschee. Die U-Bahn wurde im Juli 2005 von Selbstmordattentätern angegriffen, die auch einen Bus ins Visier nahmen und insgesamt 52 Menschen mit in den Tod rissen. Im vergangenen Jahr deponierte ein Student einen Rucksack mit Sprengstoff und Kugeln in einem U-Bahnzug. Die Bombe explodierte aber nicht.

Von dpa/RND

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