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Deutschland / Welt Hauptsache regieren: Wird Hubert Aiwanger zum Königsmacher?
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Hauptsache regieren: Wird Hubert Aiwanger zum Königsmacher?
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17:50 13.10.2018
Hubert Aiwanger im Bayerischen Landtag. Quelle: Lino Mirgeler/dpa
München

Die Freien Wähler sind bereit zur Koalition. Und zwar, wie es scheint, unter allen Umständen. „Auf den Mond“ würde er die CSU am liebsten befördern, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sei schlicht „größenwahnsinnig“ – Sätze, die der bayerische Landesfraktionschef Hubert Aiwanger mehr als einmal vernehmen ließ, um am Ende jedes einzelnen erneut seine Bereitschaft zu Regierungsverhandlungen zu unterstreichen. Der Pol der politischen Besserwisserei und der des unbedingten Willens zum Mitregieren – in dem 47-jährigen Aiwanger vereinigen sie sich. Außerdem ist der Agraringenieur und zweifache Vater in Personalunion bayerischer Landesvorsitzender, Landtagsfraktionschef, Bundesvorsitzender - und Spitzenkandidat.

Vor der Landtagswahl in Bayern hat sich Aiwanger bis zuletzt optimistisch zu einer Regierungsbeteiligung seiner Partei geäußert. Dem ZDF gegenüber sagte er, er gehe davon aus, dass es für CSU und Freie Wähler reichen werde, „weil wir unterm Strich immer mehr Direktstimmen bekommen als Zweitstimmen. Damit werden wir etwas stärker sein“. Im „schlimmsten Fall“ müsse die FDP dritter Koalitionspartner werden.

Aiwangers Aussichten

Dass die Freien Wähler tatsächlich zu den „Königsmachern“ werden, als sie sich selbst sehen möchten, ist nicht unwahrscheinlich: Sie lagen in den letzten Umfragen bei zehn bis elf Prozent der Stimmen, bei der Landtagswahl 2013 erreichten sie mit neun Prozent und 19 Mandaten den dritten Platz noch vor den Grünen. Die in Bayern bislang allein regierende CSU lag zuletzt zwischen 33 und 35 Prozent.

Doch Aiwanger kritisiert nicht nur gern seine potentiellen Koalitionspartner. Ebenso gern zählt er die Erfolge seiner Landtagsfraktion auf: die Abschaffung der Studiengebühren, die Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums und die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, die er mit einem Volksbegehren erreichte, das die CSU zum Handeln zwang.

„Wir wünschen uns, dass die Freien Wähler ab Herbst dabei sind in dieser neuen Landesregierung“ rief Aiwanger unlängst seinen Anhängern von einer kleinen Wahlkampf-Tribüne auf dem Marienplatz in München zu. Unbedingt.

Weitere Informationen zur Bayernwahl:

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Von Kathi Flau/RND

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