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Deutschland / Welt Hunderte Verletzte bei Massenprotesten in Gaza
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17:48 13.04.2018
Die israelische Armee geht unter anderem mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Quelle: dpa
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Gaza

Bei neuen Massenprotesten an Israels Grenze zum Gazastreifen sind am Freitag mindestens 528 Palästinenser verletzt worden. Mehr als 100 hätten Schussverletzungen erlitten, andere Tränengas eingeatmet, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Ein Sanitäterzelt sei direkt von einer Tränengasgranate getroffen worden, zehn Sanitäter hätten mit Atembeschwerden zu kämpfen gehabt.

Rund 10.000 Palästinensern nahmen nach Angaben der israelischen Armee an fünf Stellen entlang der Grenze an Ausschreitungen teil. Sie schwenkten demnach Palästinenserflaggen, verbrannten Reifen und israelische Fahnen. Es habe mehrere Versuche gegeben, die Grenzanlage zu beschädigen oder durchbrechen. Palästinenser hätten auch Brandsätze geworfen.

„Einer Horde Randalieren nicht erlauben, nach Israel vorzudringen“

Die im Gazastreifen herrschende Hamas schicke Leute, um den Grenzzaun zu demolieren, eine zweite Welle von Hamas-Aktivisten versuche dann, nach Israel vorzudringen, sagte Israels Armeesprecher Jonathan Conricus. Man bemühe sich, die Opferzahlen möglichst gering zu halten. „Aber wir können es einer Horde von Randalierern nicht erlauben, nach Israel einzudringen.“

Seit Ende März sind bei Massenprotesten entlang der Gaza-Grenze 34 Palästinenser getötet worden, Hunderte erlitten Schussverletzungen. Ein ranghoher israelischer Militärangehöriger sagte am Freitag, die meisten der getöteten Palästinenser seien „Terroristen“ gewesen. Auch der vor einer Woche getötete Fotojournalist Jassir Murtadscha habe ein Gehalt von der radikal-islamischen Hamas erhalten. Entsprechende Vorwürfe Israels waren von palästinensischer Seite vehement dementiert worden. Der Tod des Journalisten hatte weltweit für Empörung gesorgt.

Bevölkerung soll sich vom Grenzzaun fernhalten

Israel hat Vorwürfe von Menschenrechtsorganisationen, es gehe zu hart gegen die Palästinenser-Proteste vor, entschieden zurückgewiesen. Nach Angaben der Armee haben Soldaten Anweisungen, nur auf die Beine von Palästinensern zu schießen, sofern der Grenzzaun beschädigt oder eigene Soldaten gefährdet werden. Israel hat die Bevölkerung im Gazastreifen immer wieder davor gewarnt, sich dem Grenzzaun zu nähern.

Anlass des „Marsches der Rückkehr“, der bis Mitte Mai dauern soll, sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Für die Palästinenser bedeutet Israels Freudentag eine Katastrophe, weil 1948 Hunderttausende Palästinenser fliehen mussten oder vertrieben wurden. Forderungen der heute rund fünf Millionen Flüchtlinge und Nachkommen auf ein „Recht auf Rückkehr“ auf israelisches Staatsgebiet lehnt Israel ab.

Von RND/dpa

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