Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Inland Tageblatt-Leser über ihr Treffen mit dem FDP-Spitzenkandidaten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Inland Tageblatt-Leser über ihr Treffen mit dem FDP-Spitzenkandidaten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:11 01.09.2017
In Berlin: Monika Ritter, Volker Gerbitz, Klaus Ritter und Marlies Schügl. Quelle: Caspar
Anzeige
Berlin

Kompetent, rhetorisch gewandt und menschlich überzeugend – so haben vier Tageblatt-Leser den FDP-Spitzenkandidaten Christian Lindner erlebt. Nur bei einzelnen Punkten gibt es Kritik: etwa bei Lindners Ablehnung von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge oder seinen Positionen zur Energiewende.

„Kein einziges Mal hat er SPD- oder CDU-Politiker persönlich angegriffen, immer blieb er sachlich“, lobt Rentner Klaus Ritter. Der ehemalige Geschäftsführer beim Technischen Hilfswerks war mit seiner Frau, Monika Ritter, nach Berlin gekommen. „Lindner hat Fehler offen eingeräumt“, begrüßt Ritter. Der Spitzenkandidat halte das Schweigen der FDP im Jahr 2010 für „falsch“. Damals habe die CDU, das „große Projekt“ ihres kleinen Koalitionspartners, die Steuerreform, von der Tagesordnung genommen.

Lindners Ablehnung des Bildungsföderalismus traf bei den Tageblatt-Lesern auf Zustimmung. „Beschäftigte müssen heute mobil sein, da kann es doch nicht sein, dass die Kinder bei einem Bundeslandwechsel Probleme in der Schule bekommen“, meint Ritter. Dass Lindner Studienfachwechslern das Bafög nicht streichen will, hat den Banker Volker Gerbitz gefallen. Manche Menschen bräuchten Zeit, bis sie das richtige Fach gefunden hätten. Das wisse er aus seinem Bekanntenkreis, sagt er.

Marlies Schügl, die sich bei der CDU-Mittelstandsvereinigung engagiert, hat Lindners Bekenntnis zum Breitband-Ausbau gefallen. „Heute brauchen Kinder das Internet, um ihre Hausaufgaben machen zu können“, erklärt sie. Wenn es im ländlichen Raum kein schnelles Internet gebe, zögen keine jungen Familien mehr zu, so Schügl, die in Groß Schneen wohnt.

Mit Lindner einig sind sich die Tageblatt-Leser, dass Bezieher mittlerer Einkommen zwischen 3000 und 6000 Euro brutto im Monat entlastet werden sollten.

Nicht einverstanden zeigt sich Schügl dagegen damit, dass Lindner Dieselfahrverbote in Innenstädten ablehnt. Der Freidemokrat hatte erklärt, dass Grenzwerte nicht wissenschaftlich begründet, sondern politisch gesetzt seien. Man könne sie daher gefahrlos für eine „Übergangszeit“ senken.

Nicht überzeugt hat Schügl zudem Lindners Polemik gegen Windräder, deren Strom nicht dorthin transportiert werden könne, wo er benötigt werde. Während Lindner die Fördergelder streichen will, tritt Schügl für den Ausbau der notwendigen Stromtrassen ein. Befremdet hat sie, dass der FPD-Poltiker die Elektromobilität nicht fördern will.

Zustimmung bei den Tageblatt-Lesern findet dagegen Lindners Rezept gegen hohe Mieten. Der Spitzenkandidat will die hohen Baukosten durch eine Senkung der Standards etwa bei der Gebäudedämmung verringern. „Meine Zweitstimme hat er sich nach diesem Treffen verdient“, meint CDU-Wähler Gerbitz.

Von Michael Caspar

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige