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Inland Tageblatt-Leser treffen grünen Spitzenkandidaten Özdemir
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00:19 10.09.2017
Loben Özdemirs Kompetenz: Hans-Jürgen Böhm, Christine Liebert, Tina Magerkurth und Rüdiger Jeep. Quelle: Caspar
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Berlin

Die Haltung des grünen Spitzenkandidaten zum Diesel-Skandal, zum Tierschutz und zur Außenpolitik waren einige der Themen, die die vier Tageblatt-Leser bei der Bundesleserkonferenz in Berlin besonders interessierten. Sie erlebten Cem Özdemir als temperamentvoll im Auftreten und kompetent in der Sache.

„Ich verstehe jetzt etwas besser, warum die Bundesregierung von der Autoindustrie keine Entschädigungen beim Dieselbetrug fordert“, erklärte Leserin Christine Liebert nach der Konferenz. Das habe offenbar mit der von Özdemir angeprangerten „Nähe“ zwischen Wirtschaft und Politik zu tun. Nach Einschätzung des grünen Politikers „hat die Autoindustrie bisher so getan, als ob ihre Dieselfahrzeuge die Grenzwerte einhalten. Und die Behörden haben so getan, als ob sie das kontrollieren würden.“

Einer Meinung waren die Leser mit Özdemir, der vom „Autokartell“ verlangt, dass es für den „Betrug“ finanziell geradesteht. Software-Nachbesserungen und Abwrackprämien reichten nicht aus. Selbst neue Dieselfahrzeuge überschritten die Grenzwerte, so Özdemir. Um Entschädigungen zu erzwingen, wollten die Grünen Gruppenklagen ermöglichen. Der Politiker warnte, dass die Bundesregierung die nötige Gesetzesänderung bis zum Ablauf der Klagefristen hinauszögere.

Dem Rosdorfer Hans-Jürgen Böhm gefiel, dass der Grüne aus Stuttgart als „der wahre Freund“ der Industrie auftrat. Der Trend, so Özdemir, gehe weltweit zum „emissionsfreien Auto“. Die Politik müsse Forschung und Entwicklung in diesem Bereich fördern. Die deutschen Ingenieure könnten solche Fahrzeuge entwickeln. Täten sie es nicht, würden am Ende Wettbewerber aus den USA oder China „die stolze deutsche Autoindustrie“ vom Markt verdrängen.

Özdemir mahnte die Hersteller das eigene Geschäftsmodell zu überdenken. Der Markt werde in Zukunft weniger Fahrzeuge, als Mobilität nachfragen. Über eine Smartphone-App ließen sich in Zukunft für eine Strecke zu einem Preis Fahrzeuge, Züge und E-Bikes buchen. „Faszinierend“, meinte dazu Tageblatt-Leserin Tina Magerkurth.

Der Naturliebhaberin Magerkurth sprach Özdemir aus dem Herzen, als er eine Sondersteuer auf Pestizide forderte und für ein Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat eintrat. Leserin Liebert gefiel, dass Özdemir Fleischprodukte kennzeichnen will. Das Etikett soll nach Meinung des Grünen Angaben zu den Haltungsbedigungen der Tiere machen. Bei Eiern habe das zu besseren Haltungsbedingungen geführt, erklärte Özdemir.

Tageblatt-Lester Rüdiger Jeep beeindruckten die „klaren außenpolitischen Ansagen“ Özdemirs gegenüber der Türkei und Russland. Der Grüne wolle Wirtschaftssanktionen gezielt einsetzen, um die Präsidenten beider Länder zu Verhaltensänderungen zu veranlassen.

Von Michael Caspar

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