Navigation:
Aktuelle Beilagen Anzeigen- und Abo-Service

Nach Rücktritt

Käßmann bekräftigt Afghanistan-Kritik

Drei Wochen nach ihrem Rücktritt hat Hannovers Exbischöfin Margot Käßmann ihre Kritik an der deutschen Afghanistan-Politik bekräftigt. „Was wäre denn gewesen, wenn ich gefordert hätte, wir sollten in der Tat schlicht mehr Soldaten schicken, mehr Waffen liefern?“, schreibt Käßmann in dem neu erschienenen Buch „Fantasie für den Frieden“.
Lesezeichen setzen:


Hannovers Exbischöfin Margot Käßmann

Hannovers Exbischöfin Margot Käßmann

© Ralf Decker (Archivbild)

Darin erneuert sie ihre Forderung nach mehr zivilem Engagement in Afghanistan. Sie stärkt aber auch den deutschen Soldaten den Rücken, deren Schicksal in der Heimat viele nicht interessiere. Auch Oberst Georg Klein, der den Angriff auf zwei Tanklastwagen befohlen hatte, fühle sich alleingelassen mit seiner Entscheidung. „Aber er hatte sie zu treffen, er befand sich mitten in einer militärischen Auseinandersetzung“, schreibt Käßmann. „Das wollten wir allzu lange schlicht nicht wahrhaben.“

So sei ein junger Soldat in ihre Kanzlei gekommen, dessen zwei Kameraden bei einem Anschlag in Afghanistan verbrannt seien. „Inzwischen sieht er sich völlig ausgegrenzt, weil niemand seine Geschichte wirklich hören will und er sich fragt, wofür die beiden anderen gestorben sind.“ Auch die Witwe eines getöteten Soldaten habe geklagt, sie habe für Nationaltorhüter Robert Enke eine Andacht gehalten - als ihr Mann in einem Zinksarg zurückkam, sei sie indes alleine gewesen, da seien keine Fans gewesen.

In dem Buch setzt Käßmann sich gegen Kritik an ihren Afghanistan-Äußerungen von politischer Seite zur Wehr. Sie vertraue darauf, dass die Politiker, die die deutschen Soldaten nach Afghanistan geschickt hätten, mit ihrer Verantwortung nicht fahrlässig umgingen. „Aber die politisch Verantwortlichen werden auch akzeptieren, dass Fragen gestellt und Sorgen benannt werden, die es vielerorts gibt. Das ist nicht Populismus. Das ist Demokratie!“

Käßmann war am 24. Februar als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und als Bischöfin von Hannover zurückgetreten. Sie zog damit die Konsequenz aus einer Trunkenheitsfahrt. Nach dem Überfahren einer roten Ampel war sie mit 1,54 Promille Alkohol im Blut am Steuer ihres Dienstwagens gestoppt worden. Ihr neues Buch hatte sie kurz zuvor fertiggestellt.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige

Tageblatt-Trauerportal




Anzeige

Unsere digitalen Beilagen

Geschichtswerkstatt

Göttinger Zeitreise

Wir laden Sie herzlich zu einer Reise in die Vergangenheit ein und würden uns auch freuen, wenn Sie uns helfen, weitere Dokumente zu finden. Ein Film über die 1960er Jahre in Göttingen wird daraus entstehen. mehr


 

Branchenführer

Handwerk regional

Sie suchen qualifizierte Handwerker aus Südniedersachsen? Dann testen Sie unseren neuen regionalen Handwerkerführer: Hier finden Sie schnell und einfach den passenden Handwerksbetrieb für Ihr Vorhaben! mehr


 

Leser werben Leser

Prämien-Shop

Werben Sie einen neuen Abonnenten, und wählen Sie Ihre Wunsch-Prämie aus über 2.500 Top-Prämien. mehr


 

Schuldatenbank




Ticketservice

Ganz vorne mit dabei

Egal ob regionale Veranstaltung oder internationaler Top-Show-Act. In unserem Tageblatt-Ticketshop können Sie bequem am Bildschirm die gewünschten Eintrittskarten kaufen. mehr


 

So entsteht das Tageblatt...

Dieses Video zeigt Ihnen die Arbeit von Redaktion, Rotation und Vertrieb im Druckhaus Göttinger Tageblatt. mehr


 

E-Shop

Göttinger Tageblatt Mediengruppe

Das Unternehmen im Überblick

Die Göttinger Tageblatt Mediengruppe ist das führende Medienhaus in Südniedersachsen – ein moderner Dienstleister für Kommunikation, Nachrichten, Werbung und Druck. mehr


 

Veranstaltungen

Tipps rund um die Uhr

Haben Sie Lust auf Nachtleben oder Oper? Darf eine Lesung sein oder eine Ausstellung? Hier finden Sie alle Termine. mehr