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Gottesdienste

Kirche übt im Missbrauchsskandal deutliche Selbstkritik


In zahlreichen katholischen Gottesdiensten in Niedersachsen wird der Missbrauch von Jesuitenschülern thematisiert. Vor allem gehe es darum, sich bei den Opfern zu entschuldigen und Aufklärung zu leisten.
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Klare Worte im Gottesdienst: Regionaldechant Propst Martin Tenge in Hannover.

© dpa

Mucksmäuschenstill war es am Sonntag in der katholischen Hauptkirche Hannovers, der Basilika St. Clemens, als sich Propst Martin Tenge vor die Brust schlug und ein ganz spezielles Schuldbekenntnis ablegte: „Mea Culpa.“ Nach dem Skandal um den Missbrauch von Jesuitenschülern in Berlin und Niedersachsen sieht Regionaldechant Tenge die gesamte Kirche in der Verantwortung: „Die ganze Institution hat Schuld, weil sie für eine Mentalität gesorgt hat, die da lautet: Bitte nicht darüber reden.“ Wenn Missbrauch aber durch einen katholischen Priester geschehe, der eine Institution mit so hohem moralischen Anspruch vertrete, führe dies zu einem nicht heilbaren Bruch.

Tenge war nicht der einzige katholische Geistliche, der den Skandal offen ansprach, der seit Tagen die deutsche Öffentlichkeit beschäftigt. Im Bistum Hildesheim, zu dem Hannover gehört, sind seit 1995 drei Priester beziehungsweise Jesuitenpater aktenkundig geworden, die junge Menschen sexuell missbraucht haben sollen. In ganz Deutschland ist in diesem Zeitraum in 94 Fällen gegen Priester und Laien wegen sexuellen Missbrauchs ermittelt worden, wie eine Umfrage unter den 27 Bistümern ergab.

„Ich kenne Priester, die Täter waren, wie auch Opfer“, sagte Propst Tenge dieser Zeitung. Es gelte, sich zu allererst bei den Missbrauchsopfern zu entschuldigen und die Dinge weiter aufzuklären. Auch in der Priesterausbildung müsse es Änderungen geben, meinte der hannoversche Propst: „Wir sind da aber bereits auf einem guten Weg und prüfen diejenigen, die Priester werden wollen, psychologisch gründlich – gerade auch weil wir so wenige Pfarrer haben.“

Einer der drei Berliner Priester, die jetzt öffentlich angeschuldigt werden, war auch in der Hildesheimer Gemeinde „Guter Hirt“ tätig. Dessen Nachfolger in der Gemeinde, der Diakon Wilfried Otto, übte am Sonnabend deutliche Kritik am früheren Hildesheimer Bischof Josef Homeyer. Otto war 1997 zum Nachfolger des Pfarrers Peter R. ernannt worden, nachdem dieser wegen der Missbrauchsvorwürfe versetzt wurde. „Ich habe nicht verstanden, dass der Pater danach weiter im Bistum arbeiten durfte.“ Das Bistum Hildesheim hat unterdessen um Verständnis dafür geworben, dass die Kirche auch straffällige Priester nach Therapie und Verbüßung ihrer Strafe weiterbeschäftige. „Die Kirche stünde besser da, wenn sie Täter rigoros entlassen würde. Doch eine sexuelle Veranlagung wird durch einen Berufswechsel nicht aus der Welt geschafft. Auch ein Täter hat das Recht auf Resozialisation“, sagte Domkapitular Heinz-Günter Bongartz dieser Zeitung. Natürlich habe die Verhütung weiterer Missbrauchsfälle Priorität. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, warnte gestern davor, jetzt alle Priester unter Generalverdacht zu stellen.

Michael Berger und Simon Benne

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  • Kinderschänder in der Kirche Ein Atheist/kein Gotteslästerer – 08.02.10
    Wie....sie wollen sich jetzt erst bei den Opfern entschuldigen die Kinderschänder die sich in den christlichen Gewändern hinter Gott und der Kirche verstecken um ihren perversen Neigungen nach zu gehen. Sie gehören an den Pranger und von der
    Justiz verurteilt. Wäre es nicht bitterer Ernst mit welchem Hohn auch noch oberste Würdenträger hier etwas vertuschen,man möge glaube wir sind in der Narren- Karnevalzeit in einer Bütt!
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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