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Deutschland / Welt Pfleger und Bedürftige dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden
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07:23 09.04.2019
Alltag in einem Pflegeheim in Weißenfels (Sachsen-Anhalt). Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa
Berlin

Eine Versicherung erfüllt nur ihren Sinn, wenn sie vor besonders kostspieligen oder gar existenzgefährdenden Risiken schützt. Gemessen daran ist höchst zweifelhaft, ob die im Jahr 1995 eingeführte Pflegeversicherung noch ihren Zweck erfüllt. Derzeit müssen Pflegebedürftige für einen Heimplatz im Schnitt mehr als 1800 Euro im Monat aus eigener Tasche dazu bezahlen. Diese Summe ergibt sich nach dem Abzug der Leistungen der Pflegeversicherung, die als „Teilkaskoversicherung“ nur einen Zuschuss zu den tatsächlichen Kosten zahlt.

Immer mehr Pflegebedürftige benötigen die Hilfe des Sozialamtes, weil sie die Eigenanteile nicht mehr allein aufbringen können. Bundesweit sind fast eine halbe Million Menschen auf „Hilfe zur Pflege“ angewiesen, und es werden immer mehr. Die Eigenanteile indes klettern ungebremst weiter: Haupttreiber sind gegenwärtig steigende Löhne für die Pflegekräfte, die bisher oftmals weit unter Tarif bezahlt werden.

Kostentreiber Tarifverträge

Die angestrebten flächendeckenden Tarifverträge sind schon allein deshalb überfällig. Sie werden aber auch einen weiteren Kostenschub in Milliardenhöhe verursachen, der wiederum komplett bei den Heimbewohnern landet. Doch dabei bleibt es nicht: Es muss zusätzliches Personal eingestellt werden, um die gehetzten Pflegekräfte zu entlasten und den Beruf wieder attraktiv zu machen.

Das alles treibt die Heimkosten. Doch es kann nicht sein, dass Pflegebedürftige und Beschäftigte gegeneinander ausgespielt werden. Das Kostenrisiko für eine bessere Pflege durch mehr und angemessen bezahltes Personal muss die gesamte Versichertengemeinschaft tragen, also Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Gesundheitsminister Jens Spahn sollte daher die Vorschläge der SPD aufgreifen und eine Reform auf den Weg bringen.

Von Timot Szent-Ivanyi

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