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14:17 28.01.2018
Schwere Proteste von Oppositionsanhängern begleiteten die Amtseinführung von Präsident Hernández in Honduras. Quelle: imago/Agencia EFE
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Tegucigalpa

Trotz massiver Proteste ist Juan Orlando Hernández in Honduras für eine weitere Amtszeit als Präsident vereidigt worden. Er werde einen Versöhnungsprozess starten, um die honduranische Familie zu vereinigen, sagte Hernández am Samstag bei seiner Amtseinführung in Tegucigalpa. Soldaten hatten zuvor Tränengas abgefeuert, um Tausende Demonstranten davon abzuhalten, zum Nationalstadion zu marschieren. Vermummte schossen Steine mit Schleudern ab und steckten Barrikaden in Brand.

„Ich verpflichte mich dazu, einen Prozess der Versöhnung zwischen den Honduranern einzuleiten“, sagte 49-Jährige am Samstag bei seiner Vereidigung im Nationalstadion von Tegucigalpa. „Wir müssen wie Brüder darüber sprechen, wie es zu den Meinungsverschiedenheiten kommen konnte.“

Wiederwahl von Hernández ein Novum

So unterdrücke der Diktator sein Volk, sagte der Präsidentschaftskandidat der Opposition, Salvador Nasralla, der sich um seien Wahlsieg betrogen sah. Der Kampf, das Land vor einer Diktatur zu retten gehe weiter, sagte Nasralla der Nachrichtenagentur AP. Nach offiziellen Angaben hatte Hernández mit 42,95 Prozent die Präsidentschaft gewonnen. Nasralla erhielt demnach 41,42 Prozent der Stimmen. Auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ging von Wahlbetrug aus.

Es war das erste Mal in der jüngeren Geschichte, dass ein Präsident in Honduras im Amt bestätigt wurde. Erst der Oberste Gerichtshof machte den Weg für die Wiederwahl des Staatschefs in dem mittelamerikanischen Land frei, die eigentlich in der Verfassung nicht vorgesehen ist.

Hernández steht nun vor einer Mammutaufgabe. Neben der tiefen Spaltung der Gesellschaft hat das mittelamerikanische Land mit einer ganzen Reihe weiterer Probleme zu kämpfen. Honduras leidet unter ausufernder Gewalt und Kriminalität. Die mächtigen Jugendbanden - so genannten Maras - sind in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt und beherrschen ganze Stadtteile.

Neuer Polizeichef soll jahrelang Drogenkartell unterstützt haben

Zudem prägen Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Armut das Leben vieler Honduraner. 60,9 Prozent der Menschen gelten als arm und 38,4 Prozent der Bevölkerung leben sogar in extremer Armut. Das Bildungssystem gilt als eines der schlechtesten in Mittelamerika.

Symptomatisch berichtete die Nachrichtenagentur AP am Sonntag über die Machenschaften des neuen Polizeichefs José David Aguilar Morán, der jahrelang das Drogenkartell des kleinen mittelamerikanischen Landes unterstützt haben soll. Mit der Hilfe von Aguilar soll den Banden oft freies Geleit zugestanden worden sein.

In seiner Antrittsrede versprach Hernández, in den kommenden vier Jahren die drängendsten Probleme des Landes anzugehen. „Ich bin ein Mann der Arbeit und der Resultate“, sagte er. „Wir werden ein neues Honduras aufbauen.“

Von RND/dpa/AP

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