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Deutschland / Welt Mit Wut gegen Wutbürger
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15:02 27.09.2017
AfD-Protest bei einer CDU-Wahlkampfveranstaltung in Torgau. Quelle: imago
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Berlin


Da sitzen sie nun nach der Wahl, die Politiker – manche enttäuscht, andere mit Morgenröte im Gesicht. Schnelle Schuldzuweisungen müssen her, aber rasche Antworten gibt es nicht. Die Medien hätten die AfD zu stark fokussiert, die Politik habe sich an der AfD ausgerichtet, heißt es.

Der SPD-Wahlverlierer Martin Schulz schimpft wie ein Flegel, nachdem er zuvor den pflegeleichten Partner gegeben hat. Scheinbar wütet er nur gegen Angela Merkel, die die Ideen anderer klaue und sie zu ihren eigenen mache. Tatsächlich aber schreit Schulz seinen Zorn nicht Merkel, sondern dem Wähler ins Gesicht, weil der Schulz zufolge nicht gemerkt haben soll, was die Kanzlerin für ein Spiel spielt. Sind wirklich alle CDU-Wähler doof? Oder finden sie es vielleicht nur nicht verkehrt, wenn sich „ihre“ Kanzlerin den Notwendigkeiten, die Politik und Gesellschaft mit sich bringen, offen stellt?

Es fällt auf, dass die Wähler der AfD vergleichsweise behutsam angefasst werden – von allen Parteien und auch von Journalisten. Die sind nicht doof. Die sind bloß ängstlich, setzen Protestpunkte, sind verloren, vernachlässigt.

Die Politik muss das wohl so sehen. Aber wir? Demokraten dürfen Wut empfinden, Wut auf die Anti-Wähler. Wo seid ihr denn jetzt nach der Wahl? Versteckt euch nicht hinter Protest! Ihr habt Rassisten, Antisemiten und Demokratiefeinde gewählt. Sprecht offen mit uns! Fordert! Bittet um Hilfe! Werdet aktiv, damit es besser wird! Und schämt euch! Denn das habt Ihr nicht den demokratischen Parteien angetan, nicht Frau Merkel. Das habt ihr uns angetan. Wir sind das Volk.

Stefanie Nannen ist Journalistin und Autorin aus Hamburg.

Von Stephanie Nannen

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