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Zwickauer Terrorzelle

Mutmaßlicher Terrorhelfer war NPD-Funktionär


Wieder gibt es eine Verbindung zwischen NSU und NPD: Der am Mittwoch festgenommene, mutmaßliche Terrorhelfer Carsten S. soll laut Medienberichten früher der rechtsextremen NPD angehört haben.
Foto: Der mutmaßliche Terrorhelfer Carsten S. soll NPD-Funktionär gewesen sein.

Der mutmaßliche Terrorhelfer Carsten S. soll NPD-Funktionär gewesen sein.

© dpa

Karlsruhe. Der als mutmaßlicher Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle verhaftete Carsten S. war nach einem Zeitungsbericht früher ein Funktionär der rechtsextremen NPD. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstag) berichtet, stand der heute 31-Jährige nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes 1999 an der Spitze des NPD-Kreisverbands Jena. Außerdem habe er dem Thüringer Landesvorstand und als Landesvertreter dem Bundesvorstand der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten angehört.

Beamte des Spezialkommandos GSG 9 hatten den Mann gestern (Mittwoch) in Düsseldorf festgenommen. Er soll den Terroristen eine Schusswaffe und Munition verschafft haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch vor. Der Mann wurde dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt. Der Haftbefehl sei in Vollzug gesetzt worden, teilte die Bundesanwaltschaft später mit. Damit befinden sich insgesamt fünf Verdächtige aus dem Umfeld des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) in Untersuchungshaft.

Carsten S. ist der zweite ehemalige NPD-Funktionär, der wegen des Verdachts, dem Neonazi-Trio geholfen zu haben, festgenommen wurde. Bereits seit November sitzt Ralf Wohlleben, der zwischenzeitlich zum stellvertretenden Landeschef der Thüringer NPD aufgestiegen war, als mutmaßlicher Unterstützer der Terrorzelle in Untersuchungshaft. Dieser werden die Morde an neun Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie an einer Polizistin zur Last gelegt.

Nach einem Bericht der Tageszeitung „taz“ sammelten die Rechts-Terroristen auch Adressen von Beteiligten am 2003 gescheiterten NPD-Verbotsverfahren. In der abgebrannten Wohnung der Neonazis in Zwickau hätten die Ermittler ein Notizbuch mit 24 von Hand notierten Namen und Anschriften gefunden. Darunter seien auch die beiden Rechtsprofessoren, die Anfang 2001 im Auftrag des Bundestags den Antrag auf ein Verbot der rechtsextremen NPD stellten. Außerdem fänden sich in dem Adressbuch die Namen von hochrangigen Sicherheitsbeamten des Verfassungsschutzes und der Polizei aus dieser Zeit.

Ein Sprecher der Bundesanwaltschaft sagte der Nachrichtenagentur dpa dazu, es sei eine Vielzahl von Namen und Adressen gefunden worden. „Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Daten im Zusammenhang mit konkreten Anschlagsplanungen oder -vorbereitungen des NSU stehen könnten.“

dpa/sag

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