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Nachrichten Politik Deutschland / Welt Netz feiert FDP-Politiker für Rede gegen die AfD
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11:15 17.10.2017
Hans-Ulrich Rülke spricht im Landtag von Baden-Württemberg. Quelle: RND/Screenshot Facebook
Stuttgart

Für seine Rede gegen die AfD erntete der FDP-Politiker Hans-Ulrich Rülke im baden-württembergischen Landtag Applaus und Gelächter. In der von ihnen beantragten Debatte „Gefahr für die Demokratie durch zunehmende Missachtung der demokratischen Spielregeln durch gewählte Volksvertreter“ forderten die Rechtskonservativen den Rücktritt von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und warfen der Landtagspräsidentin Muterem Aras (Grüne) Unfähigkeit vor.

Doch die übrigen Fraktionen lenkten die Debatte schnell in die andere Richtung. Gemeinsam sprachen sich Grüne, FDP, SPD und CDU gegen die AfD und ihre Anschuldigungen aus. SPD-Mann Reinhold Gall zitierte eine Aussage des AfD-Fraktionsvorsitzenden Jörg Meuthen und mahnte, wer anderen Vorwürfen mache, solle schauen, ob er selber zum Vorbild tauge. Die CDU-Vize-Fraktionsvorsitzende Nicole Razavi warf der AfD vor, auf Polemik, Radau und Provokation zu setzen. Sie löse „kein einziges Problem“.

Hans-Ulrich Rülke: AfD ständig in der Opferrolle

Den Höhepunkt der Debatte lieferte allerdings die FDP. Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke wurde für seine fulminante Rede an Jörg Meuthen im Netz gefeiert und gelobt.

FDP zerlegt AfD

FDP zerlegt AfD - Hans-Ulrich Rülke (FDP Baden-Württemberg) nimmt im Landtag die AfD Stück für Stück auseinander. Bravo! 👍

Gepostet von FDP Liberté am Freitag, 13. Oktober 2017

Die AfD inszeniere sich selbst ständig als Opfer, sagte Rülke. „Man stellt sich ja schon die Frage: Welche AfD-Landtagsfraktion löst sich heute wieder auf, […] welcher führende Funktionär tritt zurück, weil er festgestellt hat, dass das Weltbild der AfD von der Erde als eine Scheibe, sich bedrohlich nah dem Rand nähert, wo man dann rechts runterfällt? […] Da bleibt letztendlich nur noch die Inszenierung als Opfer.“

700.000 Mal gesehen, 4500 Mal geteilt

Für jede Menge Lacher sorgte Rülke, als er den Thüringer AfD-Fraktionschef „Bernd Höcke“ nannte. Als ihn jemand aus dem Plenum darauf hinwies, dass der Abgeordnete „Björn“ heiße, antwortete Rülke: „Ne, der heißt Bernd. Hab ich in der „heute-show“ gelernt.“

Nach der humorvollen Anspielung konfrontierte der FDP-Mann die AfD mit Höckes Aussage, er wünsche sich für Deutschland eine tausendjährige Zukunft. „Das ist Nazi-Diktion, meine Herren, und so etwas verteidigen Sie!“

Mehr als 700.000 Menschen sahen sich bereits das Facebook-Video an, in dem der wortgewandte Rülke gegen Meuthen und seine Partei schießt.

Auch die ZDF-Satiresendung „heute-show“ hat mittlerweile auf die Rede reagiert. Moderator Oliver Welke hatte den falschen Vornamen des AfD-Politikers als Running-Gag in seiner Sendung etabliert.

Von RND/dpa/mkr

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