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Deutschland / Welt Polizei bereitet sich auf mögliche Randale am 1. Mai vor
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Polizei bereitet sich auf mögliche Randale am 1. Mai vor
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14:02 29.04.2018
Polizisten stehen in Berlin vermummten Teilnehmern linker Gruppen gegenüber. Quelle: dpa
Berlin

Die Polizei der zwei größten deutschen Städte bereiten sich auf Gewaltausbrüche im Zuge der 1. Mai-Feiern vor. In Berlin wappnen sich die Beamten gegen mögliche Randale von Linksextremisten am Abend im Stadtteil Kreuzberg. Rund um den Feiertag werden in der Hauptstadt 5300 Polizisten aus Berlin, neun anderen Bundesländern und von der Bundespolizei im Einsatz sein. In Hamburg hat die Polizei in diesem Jahr nach den Krawallen beim G20-Gipfel vom Juli 2017 ein besonders wachsames Auge auf die extremen Linken.

In Berlin rechnet die Polizei bereits am Montag mit Gefahrenpotenzial. Linke Gruppen wollen bei einer Demonstration ab 16 Uhr gegen steigende Mieten und den Kapitalismus durch den Stadtteil Wedding ziehen. Erwartet werden rund 2000 Teilnehmer. In den vergangenen Jahren war die entsprechende Demonstration zwar teils aggressiv, die Polizei konnte Krawalle aber größtenteils verhindern.

Gleichzeitig feiern Zehntausende Menschen in der Walpurgisnacht in verschiedenen Berliner Parks. Allein im Mauerpark in Prenzlauer Berg werden Tausende Besucher erwartet.

Kurdenkonflikt könnte die Stimmung anheizen

Am Abend des 1. Mai will die linksextreme Szene wie in den vergangenen Jahren gegen 18 Uhr die übliche sogenannte revolutionäre 1.-Mai-Demonstration starten. Seit vielen Jahren gibt es dabei oder danach Gewaltausbrüche und Angriffe auf die Polizei. In den vergangenen Jahren ging die Gewalt zurück, allerdings sei in diesem Jahr die Situation „vielleicht etwas schwieriger als im vergangenen Jahr“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD).

Die linksextreme Szene trete einheitlicher auf, dazu komme der Kurdenkonflikt, der die Stimmung anheizen könnte. Die Veranstalter der Demonstration hatten angekündigt, mit Fahnen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK auf die Straße zu gehen.

Die neue Polizeipräsidentin Barbara Slowik kündigte an: „Wir werden mit allen sprechen, aber, und da können Sie sicher sein, bei Straftaten auch sehr konsequent vorgehen.“

Größere Einsätze auch in Bremen, Sachsen und Thüringen

Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, erklärte am Sonntag, die Kollegen würden „mit Besonnenheit und Augenmaß“ dafür sorgen, dass Gewalt gegen Menschen und Sachen verhindert, zugleich aber das Demonstrationsgeschehen nicht unnötig eingeschränkt werde. Gewalttätern sollte jedoch klar sein, dass die Einsatzkräfte konsequent gegen jegliche Ausschreitungen vorgehen werden.

Laut GdP sind rund um den 1. Mai bundesweit Zehntausende Polizisten im Einsatz. Größere Polizeieinsätze erwartet die GdP neben Berlin auch in Hamburg, Bremen, Sachsen und Thüringen.

Unter besonderer Beobachtung steht die linksextreme Szene in Hamburg. Die Polizei der Hansestadt hofft, dass deren Demonstration friedlich verläuft. Im vergangenen Jahr blieb die „Revolutionäre 1.-Mai-Demo“ mit rund 2500 Teilnehmern gewaltfrei, dagegen gab es Straßenschlachten beim G20-Gipfel im Sommer.

„Die Gewalteskalation bei G20 hat die linke Szene Unterstützung gekostet“, meinte der Sprecher der Hamburger Polizei, Timo Zill. Eine erneute Eskalation wäre da wohl nicht hilfreich. „Auch deshalb gehen wir von einem gleichermaßen friedlichen Verlauf der Demonstration wie im letzten Jahr aus.“ Der Demonstrationsveranstalter hofft auf 3000 Teilnehmer nach 2500 im vergangenen Jahr.

Von RND/dpa

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