Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Klare Mehrheit der Deutschen für Rücktritt von Seehofer als Parteichef
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Klare Mehrheit der Deutschen für Rücktritt von Seehofer als Parteichef
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:54 07.11.2018
Der Großteil der Deutschen spricht sich klar für den Rücktritt von Horst Seehofer aus. Quelle: imago/Markus Heine
Berlin

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist dafür, dass nach Angela Merkels angekündigtem Rückzug vom CDU-Parteivorsitz auch CSU-Chef Horst Seehofer dieses Amt räumt. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND, Mittwoch) befürworteten 60 Prozent der Befragten einen Rücktritt von Seehofer als Parteivorsitzendem.

Unter denen, die bei der Bundestagswahl 2017 CSU gewählt hatten, ist die Zahl mit 70 Prozent sogar deutlich höher – der dritthöchste Wert nach Partei-Präferenz, nach den damaligen Wählern von SPD (76 Prozent) und Linker (74 Prozent). Weniger als die Hälfte der Befragten, die Seehofers Rückzug fordern, finden sich allein unter den AfD-Anhängern (41 Prozent).

Auffällig ist auch, dass sich mehr Männer (65 Prozent) als Frauen (56 Prozent) Seehofers Abtritt wünschen und dass die Forderung unter älteren Wählern über 65 Jahren am stärksten vertreten wird (75 Prozent befürworten den Rücktritt).

Grüne sind bundesweit zweitstärkste Kraft

Eine Mehrheit sprach sich zudem dafür aus, dass Angela Merkel trotz ihres Abdankens als CDU-Chefin bis zum Ende ihrer regulären Amtszeit im Jahr 2021 Bundeskanzlerin bleibt: 45 Prozent der Befragten wünschen sich das, während der Wunsch nach Neuwahlen mit 43 Prozent fast ebenso weit verbreitet ist.

Als dringlichste Aufgabe, die ein möglicher Nachfolger oder eine Nachfolgerin von Angela Merkel im Bundeskanzleramt als allererstes angehen sollte, sehen die Deutschen die Flüchtlingspolitik (von 23 Prozent genannt), gefolgt von Rente und Altersvorsorge (15 Prozent) und Wohnen und Miete (10 Prozent). Nur jeweils 1 Prozent der Befragten legen besonderen Wert auf die Themen Arbeitslosigkeit, Außen- und Verteidigungspolitik sowie Verkehr.

In der Sonntagsfrage des RND-Wahlmonitors verzeichnen vor allem die beiden Volksparteien weitere Einbußen: CDU/CSU verlieren gegenüber der Vorwoche 2 Prozentpunkte und liegen nun auf 25 Prozent. Die SPD verliert 3 Punkte und landet auf 14 Prozent – und damit hinter AfD (minus 2 Punkte auf 16 Prozent) und den Grünen. Die Ökopartei legt auf einen Schlag 7 Prozentpunkte zu und würde von 21 Prozent der Befragten gewählt werden. Damit wäre sie stärkste Kraft nach CDU/CSU. Die Linke verliert einen Punkt und erreicht 10 Prozent, die FDP gewinnt einen Punkt und erreicht ebenfalls 10 Prozent.

Von RND/Steven Geyer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Midterm-Elections 2018 bringen eine Wahlniederlage für die Republikaner und damit auch für US-Präsident Donald Trump. Der jubelt trotzdem, die Demokraten feiern ihren Erfolg. In den Ergebnissen stecken allerdings auch viele kleine „Good News“.

07.11.2018

Die Strategie von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zum Ausbau des Mobilfunknetzes stößt in der Unions-Fraktion auf Widerstand. Dabei geht es vor allem um die drohende weitere Unterversorgung auf dem Land.

07.11.2018

Ihr Leben lang ist Gracie Lou Phillips nie zur Wahl gegangen. Vor allem auf Anraten ihres Mannes. Doch an den diesjährigen Zwischenwahlen wollte sie unbedingt teilnehmen – und schaffte es gerade so.

07.11.2018