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Rechtsextreme Gruppen in Niedersachsen werden stärker

„Freie Kameradschaften“ Rechtsextreme Gruppen in Niedersachsen werden stärker

Anstieg von 355 auf 400 Mitglieder innerhalb eines Jahres: Die sogenannten „freien Kameradschaften“ in der rechtsextremistischen Szene Niedersachsens werden stärker und verzeichnen einen deutlichen Mitgliederzuwachs.

Die sogenannten „freien Kameradschaften“ in der rechtsextremistischen Szene Niedersachsens werden stärker. Wie Verfassungsschutzpräsident Hans-Werner Wargel gegenüber der HAZ sagte, werden diesen Gruppen derzeit landesweit etwa 400 Mitglieder zugerechnet. Im vergangenen Jahr waren es noch 355. Dagegen nimmt die Bedeutung der rechtsextremen NPD ab. Die Partei, die landesweit etwa 500 Mitglieder hat, steht in Niedersachsen vor einem Generationswechsel: Im April könnte der Vorstand verjüngt werden.

Wie genau sich die rechtsradikale Szene verändert hat, will der Verfassungsschutz mit seinem Bericht Anfang April erläutern. Nach Wargels Worten gibt es keinen Grund für eine Entwarnung. Die Aufmerksamkeit für das Treiben der Neonazis hat zwar nachgelassen, ihre Aktivität aber nicht. Bei verschiedenen Treffen von Neonazis, die von Kameradschaften organisiert wurden, stellten die Verfassungsschützer ein extrem hohes Mobilisierungspotenzial fest. So sei es ihnen 2010 gelungen, 1000 Anhänger für eine Veranstaltung in Bad Nenndorf zu mobilisieren. Vor allem in den Regionen Hildesheim, Celle und Northeim sind diese Gruppierungen aktiv.

In den vergangenen Jahren hatten die Verfassungsschützer mit Sorge eine Nähe mehrerer freier Kameradschaften zur rechtsextremen NPD festgestellt, dies entspricht der Politik des NPD-Bundesvorsitzenden Udo Vogt. Zwar ist Vogts Position mittlerweile wieder gestärkt, die heftigen internen Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre scheinen überwunden. Doch was den niedersächsischen Landesverband anbelangt, ist gegenwärtig ein Siechtum festzustellen. Unter dem 71-jährigen Landesvorsitzenden Adolf Dammann aus Buxtehude gehen von der Landespartei wenig Impulse aus. Auch der Zusammenschluss mit der ebenfalls rechtsextremen DVU (sie wird auf 360 Mitglieder landesweit geschätzt) hat der Partei in Niedersachsen keine Aufbruchstimmung beschert.

Erwartet wird für den nächsten NPD-Landesparteitag vermutlich im April eine Generationswechsel. Dammanns Stellvertreter Matthias Behrens aus Schneverdingen, der zur Kameradschaft der „Snevern Jungs“ gehört, könnte den NPD-Vorsitz übernehmen. Ein solcher Schritt würde die Verfassungsschützer alarmieren, denn damit wäre wohl eine stärkere Vernetzung zwischen der NPD und den Neonazi-Gruppen zu erwarten. In diesem Zusammenhang spielt auch die NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) eine wichtige Rolle, die intensiv versucht, die Mitglieder der Kameradschaften an die Partei heranzuführen. Ein 2009 neu gegründeter JN-Landesverband zählt nach Angaben des Verfassungsschutzes etwa 50 Mitglieder. Der Zulauf zu dieser Gruppierung verstärke sich.

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©dpa

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