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Deutschland / Welt Rededuell: Gates kämpft gegen Trump
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08:29 15.09.2017
US-Präsident Donald Trump Quelle: AP
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Washington

Während der US-Präsident am Dienstag erstmals vor den Vereinten Nationen spricht, appelliert die Multimilliardärin an die Kongressabgeordneten, dem wachsenden Isolationismus der Supermacht zu widerstehen.

Erwartet wird ein ungleiches Rededuell. Trump kann sich der weltweiten Aufmerksamkeit gewiss sein, wenn er zunächst mit UN-Generalsekretär António Guterres über die Budgetkürzungen spricht und am Dienstag vor die Generalversammlung tritt. Die 193 Staats- und Regierungschefs wissen: Entsprechend ihrer starken Volkswirtschaft sind die USA noch immer der größte Beitragszahler der Völkergemeinschaft. Ohne die milliardenschweren Zuschüsse aus Washington ließen sich weder die Blauhelm-Einsätze organisieren noch die Soforthilfen in den Hungerkatastrophen.

Gates hofft auf die Einsicht des Kongresses

Die Prognosen stehen nicht gut: Die Ausgaben für die Vereinten Nationen massiv zu kürzen, hatte Trump in nahezu jeder seiner Wahlkampfreden angekündigt. Nach wie vor steht seine Drohung im Raum, allein eine Milliarde Dollar für die UN-Friedenseinsätze zu streichen. Auch beim G20-Gipfel in Hamburg mahnte der 71-Jährige mehrmals an, die Lasten gleich zu verteilen. Sein Credo ‚America first’ ist hinlänglich bekannt.

Erwartet wird bisher nichts Gutes: Sollte sich Trump mit seinen Forderungen durchsetzen, würden die USA ihren Etat für Entwicklungshilfe etwa um ein Drittel zusammenstreichen. Eine Vielzahl von Hilfseinsätzen müsste quasi über Nacht beendet werden – auch zur Bekämpfung von Malaria und Aids stünde weniger Geld zur Verfügung.

Die letztendliche Entscheidung obliegt allerdings nicht dem Chef des Weißen Hauses, sondern dem Kongress. Auf die Einsicht der Abgeordneten und Senatoren setzt Gates, die mit ihrem Ehemann Bill ihre namensgleiche Stiftung unterhält, die weltweit zu den anerkanntesten Hilfsorganisationen zählt. Seit dem Machtwechsel in Washington stemmt sich das Ehepaar gegen den Haushaltsplan – und gegen einen Rückzug Amerikas aus der internationalen Verantwortung. Für Amerika gehe es nicht nur um Geld, so Gates, sondern vor allem um die Frage, ob sich die Regierung weiterhin den eigenen Werten verpflichtet fühle.

Afrika ein Kontinent der Hoffnung

In mehreren Telefonkonferenzen mit Washingtoner Journalisten warb die 53-jährige Philanthropin in diesen Tagen zudem für einen anderen Blick auf die Entwicklungsländer: Afrika sei keine düstere Ecke, sondern ein Kontinent der Hoffnung, der gerade bei den verheerendsten Problemen Fortschritte erzielt habe. Nach einer Untersuchung des „Institute for Health Metrics and Evaluation“ der Universität von Washington wurden allein durch Impfungen und verbesserte Geburtshilfen in den vergangenen 30 Jahren etwa 100 Millionen Kinder gerettet. Starben im Jahr 1990 etwa elf Millionen Kinder unter fünf Jahren, waren es 2016 erstmals weniger als fünf Millionen. Signifikant zurück ging in mehreren Entwicklungsländern auch die Müttersterblichkeit. Ganz zu schweigen vom Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids.

An diesen Erfolgen soll auch im kommenden Jahr angeknüpft werden, sagt Gates, die parallel zur UN-Generalversammlung eine sogenannte Goalkeeper-Konferenz in New York organisiert. Um sich entsprechendes Gehör zu verschaffen, sprechen auf dieser „Torwart“-Veranstaltung neben Melinda und Bill Gates auch der frühere Präsident Barack Obama sowie die Kinderrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai.

Von Stefan Koch/RND

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