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Deutschland / Welt Rente mit 67? So lange arbeiten die Deutschen wirklich
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17:39 27.11.2018
Immer mehr Menschen über 60 Jahre bleiben im Job. Allerdings gehen auch Hunderttausende vorzeitig in Rente – mit zum Teil hohen Abschlägen. Quelle: © epd-bild / Stephan Wallocha
Berlin

Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten auch mit über 60 Jahren noch. Derzeit ist deutlich mehr als jeder zweite der 60- bis 64-Jährigen erwerbstätig, wie aus dem Dritten Bericht der Bundesregierung zur Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre hervorgeht, der dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Das Bundeskabinett berät an diesem Mittwoch auch über den neuen Rentenversicherungsbericht.

Im Jahr 2000 waren es nur rund 20 Prozent - im vergangenen Jahr 58 Prozent. Bei den Männern hat sich die Erwerbstätigenquote in dieser Altersgruppe seit 2000 auf über 63 Prozent mehr als verdoppelt. Bei den Frauen liegt die Quote mit über 53 Prozent mehr als vier Mal so hoch wie im Jahr 2000.

Das tatsächliche Renteneintrittsalter ist in den vergangenen Jahren etwas gestiegen. Männer gingen im vergangenen Jahr im Schnitt mit 64,0 Jahren in Rente, Frauen mit 64,1 Jahren. Die Regelaltersgrenze, die für alle Versicherten mit weniger als 45 Beitragsjahren gilt, lag im vergangenen Jahr bei 65 Jahren und sechs Monaten.

Jeder vierte Neurentner geht mit Abschlägen in den Ruhestand

Wer vor Erreichen der Altersgrenze in Rente geht, muss dauerhaft Abschläge in Kauft nehmen – und zwar 0,3 Prozentpunkte für jeden Monat des vorzeitigen Rentenbeginns. 2017 gingen laut Bericht 758 819 Männer und Frauen mit Abschlägen in Rente. Das waren 25,7 Prozent der Neurentner des vergangenen Jahres.

Allerdings: Hunderttausende Arbeitnehmer, die 45 Jahre oder länger in die Rentenkasse eingezahlt haben, nutzen die Möglichkeit, vorzeitig ohne Abschläge in den Ruhestand zu gehen. 2017 waren das etwa 237.000 Männer und Frauen, 2016 rund 225.000 sowie 2015 etwa 274.000.

Lesen Sie auch: Tausende Rentner müssen 2019 erstmals Steuern zahlen

Renten werden immer länger gezahlt

Laut Bundesregierung sind mit der Alterung der Gesellschaft erhebliche Konsequenzen für die sozialen Sicherungssysteme verbunden. „Die Zahl der Rentenempfänger steigt in den kommenden zwei Jahrzehnten stark an, wohingegen die Zahl der beitragspflichtigen Erwerbstätigen, die im Umlagesystem für die Renten aufkommen, abnimmt“, heißt es im Bericht des Arbeitsministeriums.

Die demografische Veränderung zeigt sich auch daran, dass Renten immer länger gezahlt werden als früher. „Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer hat sich in den letzten fünf Jahrzehnten von 9,9 Jahren im Jahr 1960 auf 19,9 Jahre im Jahr 2017 mehr als verdoppelt“, so die Regierung.

Die Renten-Altersgrenze wird derzeit schrittweise angehoben – auf 67 Jahre im Jahr 2031. Sie gilt damit für alle, die 1964 oder danach geboren wurden.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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