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Deutschland / Welt Rund 400 Teilnehmer ziehen bei Antifa-Demo durch Wurzen
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21:39 02.09.2017
Spezialkräfte der sächsischen Polizei waren in Wurzen vor Ort.  Quelle: dpa
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Wurzen

 Eine bundesweite Mobilisierung innerhalb der linken Szene, teilweise verbarrikadierte Schaufenster und maskierte SEK-Einheiten: In Wurzen haben am Samstag rund 400 Menschen des Antifa-Bündnisses „Irgendwo in Deutschland“ gegen Neonazi-Strukturen in der Region demonstriert. Begleitet wurden sie von einem Großaufgebot der Polizei, die auch mit SEK-Einheiten und mehreren Wasserwerfern vor Ort war.

Doch insgesamt blieb es friedlich, Befürchtungen vor Ausschreitungen bewahrheiteten sich nicht. Lediglich vereinzelt kam es zu Provokationen vor allem von rechten Gegendemonstranten, die sich entlang der Strecke durch die Wurzener Innenstadt positioniert hatten.

Der Demo-Organisator ist in Hamburg bekannt

Bereits Wochen vor der Demo hatte es in Wurzen Diskussionen über die von Andreas Blechschmidt angemeldete Demo gegeben. Blechschmidt ist ein Sprecher der Hamburger Roten Flora und hatte während des G-20-Gipfels die „Welcome to Hell“-Demonstration mitorganisiert. Unter dem Motto „Das Land – rassistisch, Der Frieden – völkisch, Unser Bruch – unversöhnlich“ solle die 16.000-Einwohner-Stadt bei Leipzig „entnazifiziert“ werden, hieß es in einem Aufruf des Bündnisses. Kommunalpolitiker aus Wurzen und dem Landkreis wiederum hatten sich gegen eine Stigmatisierung der Stadt gewehrt. Vor Demo-Beginn ließen mehrere Bürger rund 500 Ballons steigen, um ein Zeichen für ein buntes Wurzen zu setzen.

Eine Einheit des SEK rückte ein

Aus Leipzig waren viele Teilnehmer der Versammlung mit dem Zug angereist und trafen sich vor dem Bahnhof der Ringelnatzstadt. Dort positionierte sich auch eine Einheit des SEK neben einem Wasserwerfer. „Das war unnötig und wirkte bedrohlich“, sagte später Linken-Landtagsabgeordnete Juliane Nagel, die am Samstag in Wurzen mit dabei war, zur Leipziger Volkszeitung.de. Im späteren Demoverlauf hielt sich die Polizei dann aber spürbar zurück und setzte auf Deeskalation.

Mit einiger Verzögerung startete die Versammlung gegen 16 Uhr und zog mit vielen Transparenten und lautstark unter anderem über den Wettinerplatz, die August-Bebel-Straße sowie die Friedrich-Ebert-Straße zum Markt und zurück zum Bahnhof. Während der Demonstration kam es immer wieder zu vereinzelten Provokationen von Rechtsextremen, die sich in Nebenstraßen und am Rande des Demogeschehens postiert hatten. Teilweise heizte sich die Stimmung auf beiden Seiten spürbar auf.

Die Polizei musste allerdings nur einmal wirklich eingreifen, als vereinzelte rechte Gegendemonstranten am Bürgermeister-Schmidt-Platz versuchten, zu den linken Demonstranten zu gelangen. „Mehrere Leute haben die Demoteilnehmer verbal provozierte und auch versucht, zu den Demonstranten durchzukommen. Dabei kam es kurz zu vereinzelten Rangeleien“, so Polizeisprecher Uwe Voigt zu Leipziger Volkszeitung.

Polizei bezeichnet die Lage als friedlich

In einem ersten Fazit zeigte sich die Polizei insgesamt aber zufrieden mit dem Demoablauf und sprach von einem weitestgehend friedlichen Versammlungsgeschehen. „Die Demoteilnehmer haben sich an die Auflagen gehalten“, so Voigt. Berichte über Hitler- und Kühnengrüße bei den rechten Gegendemonstranten konnte der Polizeisprecher nicht bestätigen.

Von Lucas Grothe/RND

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