Das SPD-Präsidium und der Parteivorstand haben am Montag beschlossen, ein Parteiordnungsverfahren gegen Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin einzuleiten, hieß es in Berlin in Kreisen der SPD-Spitze. Laut SPD-Schiedsordnung kann ein Ausschlussantrag von jeder Parteigliederung gestellt werden. Am Nachmittag wollte sich auch Bundesbankpräsident Axel Weber zu dem umstrittenen Notenbank-Vorstandsmitglied äußern.
Präsidiumsmitglied Ralf Stegner sagte der Berliner „tageszeitung“: „Es wäre besser, wenn er selber austreten würde, aber ich befürchte, dies wird er nicht tun.“ Deshalb sei das Ausschlussverfahren unvermeidlich. „Für seine Thesen ist in der SPD kein Platz“, betonte Stegner. Sarrazin habe „selber alles dafür getan“, dass das Ausschlussverfahren auch erfolgreich sein werde.
Der frühere Berliner Finanzsenator Sarrazin stellte am Mittag in Berlin sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ vor. Darin wirft er muslimischen Migranten vor, sich nicht integrieren zu wollen. Mit Äußerungen über ein „bestimmtes Gen“ aller Juden hatte er am Wochenende noch einmal die Auseinandersetzungen um seine Person drastisch verschärft.
Sarrazin selbst hat sich indes gegen die Empörung wegen seiner Kritik an muslimischen Zuwanderern verwahrt. Er bestritt, andere als kulturelle Gründe dafür angeführt zu haben, dass er den Muslimen Integrationsunwilligkeit bescheinigt. Es kämen „ethnische Gründe für dieses Anderssein nicht in Frage“, sagte das SPD-Mitglied der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Sarrazin räumt "didaktischen Mangel" ein
Er räumte aber „einen lässlichen didaktischen Mangel“ ein: „Ich hätte vielleicht noch stärkere Trennlinien zwischen unterschiedlichen Argumentationssträngen ziehen sollen.“ Seine These, Integrationsprobleme lägen an Kultur und Religion, stufte Sarrazin nun als „Vermutung“ ein.
Die Forderungen an die Bundesbank, Sarrazin rauszuwerfen, rissen aber nicht ab. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Sonntagabend gesagt, die Bank werde sicher über Sarrazin sprechen. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), sagte im ARD-„Morgenmagazin“: „Die Bundesbank ist jetzt am Zug.“ Der frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, sagte dem „Hamburger Abendblatt“ (Montag), die Bundesbank mache sich angreifbar, solange Sarrazin in ihrer Mitte sei.
Sarrazin will an seiner SPD-Mitgliedschaft festhalten, obwohl ein neues Ausschlussverfahren geprüft werden soll. „Ich habe vor, das SPD-Parteibuch mit ins Grab zu nehmen“, sagte er der „FAZ“. Spekulationen, er könnte eine neue Partei gründen, wies er zurück: „Etwas Neues habe ich nicht mehr vor.“ Parteigründungen endeten „fast immer so, dass sich dort sehr schnell die Spinner aller Coleur versammeln“.
Bundesbank-Chef kündigt Erklärung zu Sarrazin an
Der niedersächsische SPD-Landeschefs Olaf Lies plädiert für einen Parteiausschluss Sarrazins. Lies erwarte eine klare Ansage des SPD-Parteivorstandes in Berlin an Sarrazin, die SPD zu verlassen. „Ansonsten bleibt nur der Parteiausschluss. Für mich steht fest, - er gehört nicht in unsere Partei.“
Bundesbank-Chef Axel Weber will noch am Montag eine Erklärung zu seinem umstrittenen Vorstandskollegen Thilo Sarrazin abgeben. Da sich Weber noch auf dem Rückweg aus den USA befinde, sei frühestens am Nachmittag damit zu rechnen, sagte ein Sprecher am Montag in Frankfurt. Am Wochenende hatte sogar Kanzlerin Angela Merkel (CDU) der Bundesbank nahegelegt, die Personalie Sarrazin zu diskutieren. Die Bundesbank sei für das ganze Land ein Aushängeschild, hatte die Kanzlerin bemerkt.
dpa, ap, afp
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Kommentare
Moslime sind keine Gefahr eee – 01.09.10
Es ist echt sehr traurig, dass Menschen über den Islam so denken.Ich habe nichts dagegen, dass jemand seine Meinung sagt, aber man sollte zumindest auf die Gefühle der anderen achten.
Ich verstehe echt nicht, was euch der Islam getan hat. Man versucht den Islam immer wieder und mit allen Mitteln zu stoppen. Seien es Vorurteile gegen die moslemischen Frauen (z.B. Zwang) oder den Vorwurf eine gewaltsame Religion zu sein. Der Islam wird schlicht als gefährlich eingestuft und wird immer mit Terrorismus gleichgestellt. Dabei hat Islam nichts mit dem allen am Hut. Schon der Name selbst bedeutet "Hingabe an Gott" Menschen, die andere Menschen grundlos töten, sind keine Moslime, da im Koran steht: Wer einen Menschen tötet, tötet er gleichsam die ganze Menschheit.
Wenn du den Islam wirklich kennen würdest, würdest du ihn lieben.
Lies den Quran und du wirst sehen, dass es da nichts gibt, was euch beunruhigen kann, weil der Islam zum Frieden und zur Liebe ruft und nicht zum Krieg und um Hass .
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Sarrazin ist die Ruhestörung im Migrantenhain Borsig – 30.08.10
Wann geht den Bevölkerungen in Europa, speziell in Deutschland endlich auf, daß die größte Gefahr für unsere Gesellschaft, unsere Kultur und unsere Demokratie nicht von den Sarrazins oder Wilders, sondern von den Kolats droht? Wann merken Sie endlich, daß ohne sofortige Gegenwehr der Untergang des Abendlands die logische Folge der Zuwanderung und der demographischen Entweicklung sein wird? Wann kapieren sie, daß hier in Europa ein Krieg der Moslems gegen den verhassten Feind, den christlich-jüdischen kapitalistischen Westen stattfindet?Die Waffen sind die Bäuche der Frauen und die Speere sind die Moscheen.
Wann wacht Europa und Deutschland endlich auf? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Mitzieh - Effekt Eulenspiegel – 30.08.10
Es hat schon in anderen Fällen Solidaritätsbekundungen gegenüber hektischer Ausschlussverfahren mittels Parteiaustritt in der SPD gegeben. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenSarazin Überblicker – 30.08.10
Es ist schön mit ansehen zu dürfen, wie jemand, der seine Meinung (in sicher nicht immer der richtigen Form und Wortwahl) äußert in unserer Demokratie behandelt wird... Wohlwissend, dass Herr Sarazin VIELEN Bürgern aus der Seele spricht wird nicht einmal annähernd der ernsthafte Versuch unternommen, sich mit ihm und seinen Argumenten sachlich auseinander zu setzen. Nein, in Deutschland gehört es sich nicht, seine Meinung zu sagen. Schon gar nicht, wenn sie von der Mehrheit der kleinen Leute getragen wird und sich gegen Integrationsunwillige und dieses Land und seine Bürger verachtende "Mitbürger" richtet. Aber unsere hochintelligenten und sehr gut bezahlten Politiker haben ja schon eine Lösung: raus aus der Partei und den Job kündigen... Diese Leute sind ebenso unfähig sich der Diskussion zu stellen wie einen verantwortungsvollen Posten zu bekleiden. Setzt euch gefälligst mit Kritikern auseinander. Ich kann somit nur zustimmen: Armes Deutschland...... Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenAusdruck, 6 setzen! Lehrer – 30.08.10
Sarrazin hat eine ausdrucksweise, die einem schon eiskalt über den Rücken läuft. Gleichwohl spricht er Probleme an, die in unserer Gesellschaft tatsächlich vorhanden sind. Nur muss sich Hr. Sarrazin fragen, bringt eine solche Art der Diskussionsführung etwas oder vrebleiben die Diskutanten lediglich in ihren Schützengräben. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenSarrazin braucht sich nicht verteidigen! Hansi – 30.08.10
Verteidigen müssen sich gleichgeschaltete Medien und linkslastige Zensoren, die zwar einer Journalistin Canan Topçu am 28.08. einen Artikel gegen Sarrazins Buch erlauben, aber gleichzeitig die Kommentarfunktion ausschalten. Das ist Zensur und ganz im Sinne unserer Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU - leider immer noch im Amt und fleißig Ministerpensionsansprüche sammelnd), die mit einer Mediencharta das letzte Bisschen an Pressefreiheit (und auch Meinungsfreiheit) opfern wollte.Wir sind sehr nahe an einer Bücherverbrennung - und das ist Faschismus! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Sarazzin Lesert – 30.08.10
Warum sitzen immer noch Personen mit der schrecklichen Armkrankheit in so hohen Positionen Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKommentar schreiben
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