Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Deutschland / Welt Merkel und Steinmeier erschüttert über Anschläge in Neuseeland
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Merkel und Steinmeier erschüttert über Anschläge in Neuseeland
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:51 15.03.2019
Merkel erklärte in einer ersten Reaktion, die von Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet wurde: „Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror.“ Quelle: Michael Kappeler/dpa
Berlin

Die Moschee-Angriffe im neuseeländischen Christchurch haben in der deutschen Politik und bei Vertretern von Kirchen und Religionsgemeinschaften Entsetzen ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, sie trauere mit den Neuseeländern um ihre Mitbürger, die friedlich betend in ihren Moscheen überfallen und aus rassistischem Hass ermordet worden seien. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprach der Generalgouverneurin von Neuseeland seine Anteilnahme aus.

„Meine Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Opfer, den Verletzten und den mutigen Helfern“, schrieb Steinmeier am Freitag an Dame Patricia Lee Reddy. Besonders verachtenswert sei, „dass Menschen Opfer dieser feigen Anschläge wurden, die friedlich ihrem Glauben nachgingen“, stellte er nach Angaben des Bundespräsidialamtes in dem Kondolenzschreiben heraus.

Deutschland trauert mit Ihnen. Wir wünschen Ihrem Land die Kraft, sich in dieser schweren Stunde seine Offenheit und Zuversicht zu bewahren“, heißt es in der Kondolenz des Bundespräsidenten. Er habe Neuseeland und seine Menschen bei einem Besuch im Jahr 2017 als außergewöhnlich weltoffen und gastfreundlich erlebt. „Umso schwerer ist mein Herz in dieser dunklen Stunde Ihrer Nation“, schrieb Steinmeier.

Merkel: „Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror.“

Merkel erklärte am Freitag in einer ersten Reaktion, die von Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurznachrichtendienst Twitter verbreitet wurde: „Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror.“ Zuvor hatte bereits Außenminister Heiko Maas (SPD) getwittert: „In diesen schweren Stunden stehen wir fest an der Seite unserer neuseeländischen Freunde. Unser ganzes Mitgefühl gilt den Familien und Freunden der Opfer.

Mitten im Freitagsgebet stürmt ein bewaffneter Mann eine Moschee in Christchurch. Auch in einer anderen Moschee der neuseeländischen Stadt fallen Schüsse. Die Bilanz: mehrere Tote.

Bei den Anschlägen auf zwei Moscheen in Christchurch wurden laut einem BBC-Bericht 49 Menschen durch Schüsse getötet und mindestens 20 weitere verletzt. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einem „terroristischen Angriff“. Es sei einer „der schwärzesten Tage Neuseelands“. Viele der Betroffenen seien Einwanderer, erklärte sie auf Twitter.

Lesen Sie auch: Terroranschlag auf Moscheen – Tatverdächtiger wird Haftrichter vorgeführt

Markus Grübel, Beauftragter der Bundesregierung für Religionsfreiheit, erklärte: „Egal ob islamfeindlich, antisemitisch oder christenfeindlich: keine Gewalttat ist gerechtfertigt.“ Der CDU-Politiker fügte hinzu: „Wir brauchen mehr Toleranz und Respekt im Umgang mit anderen Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen sowie Projekte des friedlichen Miteinanders! Interreligiöser Dialog und gegenseitiges Kennenlernen können Feindbilder abbauen.“

Bedford-Strohm: „Die zynischen Abgründe des Terrorismus unserer Tage“

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte: „Hass und Gewalt gegen Menschen gleich welcher Religion, Herkunft oder Weltanschauung sind durch nichts zu rechtfertigen.“ Dutzende Menschen seien heimtückisch ermordet worden, als sie in Moscheen friedlich zum Gebet versammelt waren. „Die digitale Multiplikation des Horrors beschreibt die zynischen Abgründe des Terrorismus unserer Tage“, sagte Bedford-Strohm angesichts der Verbreitung eines Videos im Internet, das von einem der mutmaßlichen Täter stammen und einen der Angriffe zeigen soll.

Angriffe auf Moscheen in Neuseeland

Erstmeldung: Angriffe auf Moscheen in Neuseeland – Mindestens 40 Tote

Bildergalerie: Schüsse in Moscheen in Neuseeland

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, verurteilte die Anschläge und rief zu Gebeten für die Opfer in deutschen Moscheen auf. „Wir sind erschüttert über das Ausmaß des schlimmsten Terrorangriffes in der Geschichte Neuseelands, den offenbar rechtsradikale Terroristen von langer Hand geplant und mit ideologisch verbrämten Muslimhass, Rassismus und Menschenverachtung ausgeführt haben“, erklärte Mazyek in Berlin.

Das Berliner Büro des American Jewish Committee erklärte bei Twitter: „Wir sind fassungslos angesichts der Nachrichten, die uns aus Neuseeland erreichen.“

Der Bundesrat reagierte am Freitagmorgen in Berlin mit einer Schweigeminute auf die Anschläge. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident und Bundesratspräsident Daniel Günther (CDU) äußerte zu Beginn der Sitzung „Entsetzen und Trauer“ und verurteilte die „sinnlose Gewalt“.

Lesen Sie auch: Christchurch: Warum wir keine Bilder vom Attentäter zeigen

Von RND/epd/ngo

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bundesinnenminister Horst Seehofer möchte den Bundesverfassungsschutz mit neuen Befugnissen ausstatten. Dieser soll Daten von Computern, Smartphones und anderen IT-Geräten auslesen dürfen. Kritik kommt aus der FDP. Der Vorstoß sei das Gegenteil einer durchdachten Sicherheitsarchitektur.

15.03.2019

Kritiker sehen Verkehrsminister Andreas Scheuer als Bremser in Sachen Klimaschutz. Nun lobt der CSU-Politiker die inzwischen europaweiten Freitags-Demos von Schülern. Auch vor seinem Ministerium in Berlin wird protestiert. Das Engagement der Jugendlich sei „gut für die Demokratie“, sagt Scheuer dem RND.

15.03.2019

In einem Fastnachtswitz hatte sich die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer über Extra-Toiletten für Intersexuelle und die Toilettengewohnheiten von Männern lustig gemacht. In einer danach erhobenen Umfrage haben sich ihre Werte deutlich verschlechtert.

15.03.2019