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Deutschland / Welt Volker Kauder: Der ausgediente Blitzableiter
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Volker Kauder: Der ausgediente Blitzableiter
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18:30 25.09.2018
Volker Kauder verliert seinen Posten als CDU/CSU-Fraktionschef im Bundestag. Quelle: Markus Schreiber/AP
Berlin

Als treuer Offizier hatte Volker Kauder immer gedacht, er verlässt gemeinsam mit der Generalin das Schlachtfeld. Nun muss Angela Merkel ohne ihren Fraktionsstatthalter die Unions-Linien im Bundestag in Schach halten. Aber geht das überhaupt noch ohne den Baden-Württemberger?

Kauder hielt Fraktion eisern bei der Stange

Merkel und Kauder haben sich gegenseitig gestützt, seitdem die Ostdeutsche vor 13 Jahren das Kanzleramt bezog. Der 69-Jährige musste dafür häufig ganze Arbeit leisten: Finanzkrise, Eurokrise, Energiewende und zuletzt die unübersehbaren Fliehkräfte nach Merkels „Wir schaffen das“ 2015. Kauder hielt die Fraktion eisern bei der Stange und organisierte die Mehrheiten, um die Kanzlerin an der Macht zu halten. Niemand in der CDU/CSU hatte dieses politische Amt solange inne wie Kauder.

Lesen Sie auch: Brinkhaus stürzt Kauder als Fraktionsvorsitzenden

Seit 1990 im Bundestag

Der Mann, der seit 1990 im Bundestag sitzt, war von 1991 bis 2005 Generalsekretär der CDU in Baden-Württemberg, von 2002 bis 2005 Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion unter der Vorsitzenden Angela Merkel. Als sie 2005 Regierungschefin wurde, übernahm er die Fraktion. Das vertrauensvolle Verhältnis und seine unerschütterliche Loyalität zu Merkel blieben. So wurde Kauder, der lange als Blitzableiter der Fraktion funktionierte, am Dienstag möglicherweise zur Projektionsfläche für den aufgestauten Merkel-Frust unter vielen Abgeordneten.

Was macht Merkel ohne ihn?

Nicht nur Merkel hatte für die Wiederwahl Kauders geworben. Auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sprachen sich wiederholt für ihn aus. 2013 hatte Kauder bei seiner Wahl zum Fraktionschef noch 97,4 Prozent geholt. Im vergangenen Jahr erhielt er noch eine Zustimmung von 77,3 Prozent. Da gab es noch keinen Gegenkandidaten. Nun ist er raus. Und was macht Merkel ohne ihn?

Von Thoralf Cleven / RND

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