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Deutschland / Welt Weltsicherheitsrat tagt zu Syrien – Russland skeptisch
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13:08 23.02.2018
Allein am Mittwoch kamen bei Luftangriffen und Artilleriebeschuss auf die Region nahe Damaskus mindestens 27 Zivilisten ums Leben. Quelle: dpa
Beirut

Nach Angriffen auf Rebellengebiete mit fast 350 Toten, hat die internationale Gemeinde eine Waffenruhe in Syrien gefordert. Schweden und Kuwait riefen am Mittwoch zu einer Abstimmung über eine Resolution der Vereinten Nationen für eine 30-tägige Feuerpause auf, um den Menschen in den betroffenen Gebieten Hilfslieferungen zukommen zu lassen und Verletzte in Sicherheit bringen zu können. Am Donnerstag soll der Weltsicherheitsrat eine Sitzung dazu abhalten.

Die Resolution des Sicherheitsrats würde Angriffe auf Extremistengebiete in Syrien ausschließen. Der Entwurf des UN-Papiers drücke jedoch „Empörung über die inakzeptablen Höhe der Gewalt“ und Attacken auf Zivilisten, vor allem in Idlib und Ost-Ghuta aus. Russland hatte die Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert.

Russisches Veto gegen mögliche Resolution ungewiss

Das Gremium solle aber realistisch sein, dass ein Ende der Kämpfe in Syrien nicht dadurch erreicht werde, dass das Wort in einer Resolution stehe, sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja. Andere UN-Diplomaten berichteten, Nebensja erklärte, die Resolution in ihrer letzten Form habe keine große Chance umgesetzt zu werden. Ob Russland sein Veto gegen die Resolution einsetzen könnte, war zunächst nicht klar.

„Wir können nicht einfach beschließen, dass es eine Waffenruhe gibt“, sagte Nebensja auf einer Audio-Aufnahme. „Das ist ein langer und komplex zu erreichender Prozess.“ Es sei wichtig, dass alle Seiten des Konflikts ihr Verständnis der Situation darlegen könnten, so Nebensja. Russland verstehe, dass es Terroristen gebe, die von der syrischen Regierung bekämpft würden und dass die Terroristen Damaskus beschossen. Das seie bisher verneint worden, so der UN-Botschafter.

Mindestens 346 Menschen waren in dem Rebellengebiet Ost-Ghuta seit Beginn der verstärkten Angriffe der syrischen Regierung ums Leben gekommen. Weitere 878 Menschen seien seit dem 4. Februar verwundet worden, teilte das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen am Mittwoch mit.

Die meisten seien bei Luftangriffen der Regierung und ihrer Verbündeten verwundet worden. Am Montag seien innerhalb von 13 Stunden 93 Zivilisten getötet worden. Angesichts des Chaos und der Zerstörung in dem Gebiet bei Damaskus seien die Zahlen bei weitem nicht vollständig.

400.000 Menschen in „Hölle auf Erden“ eingeschlossen

Der Hohe UN-Kommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, forderte ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen. Wiederholt seien überlastete medizinische Einrichtungen getroffen worden, weswegen Hunderten Menschen mit extrem schweren Verletzungen ein langsamer und schmerzhafter Tod bevorstehe.

UN-Generalsekretär António Guterres und der französische Präsident Emmanuel Macron haben eine Feuerpause im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta gefordert. Guterres rief am Mittwoch zur sofortigen Aussetzung „aller Kriegshandlungen“ in dem Gebiet bei Damaskus auf. Dort lebten 400.000 Menschen „in der Hölle auf Erden“, sagte er.

Von RND/dpa/AP

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